Das Maischützen ABC

Das Maischützen - ABC unter Einbeziehung militärhistorischer Geschichtsquellen.

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Degen

Degen hat mit dem altertümlichen Degen (= Kriegsmann, Held) nichts zu tun, obwohl das heutige Sprachgefühl es damit vermengt. Dieses Wort ist uralt und kommt schon z. B. im Hildebrandtsliede (8.Jahrhundert) vor, lautet im ahd. - degan -, im Angelsächsischen - thegn -, bedeutet ursprünglich Knabe, junger Mann und scheint mit dem griechischen - téknon ( = Kind) urverwandt zu sein. Ausdrücke wie alter "Haudegen", "Raufdegen" usw. beruhen mithin auf einer Vermischung zweier grundverschiedener Wörter. Im Italienischen und Spanischen als - dega -, im Französischen als - dague - bezeichnet. Die Herkunft ist jedoch unsicher; vielleicht stammt es aus dem Persischen. Es bezeichnet im 15. Jahrhundert einen längeren Dolch, der sich dann, als Hieb- und Stichwaffe, zum Degen (Hau- oder Stoßdegen) entwickelt und das Schwert verdrängt. Nach dem Verschwinden der Lanze wird der Degen im 16./17. Jahrhundert zur Waffe der Reiterei und der Vornehmen.
Den Offizieren der Bochumer Maiabendgesellschaft ( ab Fähnrich aufwärts) vorbehalten, zur Uniform gehörenden. Es werden Säbel, Löwenkopf- und Kavaliersdegen getragen. Der Pallasch ist eher selten.

 

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Ehrendamen

Der Überlieferung nach handelt es sich bei den Ehrendamen um die 7 Töchter des Bürgermeisters der Stadt Bochum. Aus dieser Tradition heraus gehören sie zum Junggesellenoffizier - unter Führung eines Ehrendamenoffiziers -. Die maximal 7 Ehrendamen tragen bei offiziellen Anlässen die "Blau-Weißen-Farben" und fahren zum Ausmarsch unter Führung des Ehrendamenoffiziers in Kutschen nach Harpen.


Ehrengericht

Der Grundgedanke der Ehrengerichte lehnt sich an die altgermanische Rechtsanschauung an, dass der freie Mann nur von seinesgleichen abgeurteilt werden solle. Bereits Gustav Adolf setzte für seine Offiziere Regiments-Ehrengerichte ein, die über Beleidigungen befanden. In Preußen wurden zum ersten Male in dem 1784 ausgearbeiteten Entwurf eines Gesetzbuches des Allgemeinen Landsrechts Ehrengerichte zur Verminderung und Regelung der Zweikämpfe vorgeschlagen; doch kam dieser Gedanke Friedrichs des Großen, der ein Gegner des Zweikampfes war, nicht zur Ausführung, da sein Nachfolger hierüber anders dachte. Erst in der "Verordnung über die Bestrafung der Offiziere" vom 03.08.1808 erging zuerst eine gesetzliche Bestimmung über Einführung der Ehrengerichte bei dem Offizierskorps des stehenden Heeres; darin wir zum ersten Male das dienstliche und außerdienstliche Verhalten eines Offiziers der entscheidenden Beurteilung der Kameraden unterstellt und das dabei zu beobachtende Verfahren als "Ehrengericht" bezeichnet. In der Landwehrordnung vom 21.11.1815 wurden die Vorschriften über die Bildung von Ehrengerichten bei den Landwehr-Bataillonen gegeben. Das österreichische Heer führte 1867 Ehrengerichte ein. In der deutschen Armee bestanden sie bis 1919. Reichswehr und Wehrmacht verfügten in Ehrensachen der Offiziere über einen den Kommandeuren unterstellten Ehrenrat.
Das Junggesellenoffizier-Corps verfügt über die Institution des Ehrengerichtes.


Eichbaum-Silbertaler

Diese wurden zum ersten Mal 1996 beim 608. Maiabendfest öffentlich versteigert. Der Erlös aus dieser jungen Tradition kommt jährlich einer Bochumer Jugendorganisation zugute, vor dem Hintergrund der Jugendberufshilfe (Jugendarbeitslosigkeit, Beschäftigungsförderung und Berufsqualifizierung).
Die 3 Eichbaum-Taler, eine althandwerkliche Einzelausfertigung, sind aus 999er Feinsilber, haben Einzelgewicht von 35 Gramm bei 45 Millimeter Durchmesser und zeigen Motive des Bochumer Maiabendfestes.
Bewacht vom Junggesellen-Offizier-Corps und dem Grafen Engelbert mit seinen Mannen werden die Silbertaler ab Harpen an die Junggeselleneiche gebunden und somit vor Sonnenuntergang durch das Becktor in die Stadt gebracht. Die öffentliche Einzel- Versteigerung wird auf dem Husemann-Platz durchgeführt wobei der Ersteigerer neben seinem Silbertaler eine durch den Bochumer Oberbürgermeister und den Junggesellenhauptmann unterzeichnete Echtheitsurkunde erhält.


Exerzieren

Exerzieren heißt entsprechend dem lateinischen exercere "üben". Das Exerzieren war ursprünglich u.a. die Ausbildung in der Bewegung geschlossener Abteilungen, eine der damaligen Zeit angemessenen Gefechtsausbildung. Mit der fortschreitenden Entwicklung moderner Armeen verlor das Exerzieren an Bedeutung. Im ursprünglichen Wesen des Exzerzierens im Sinne von "üben" hat es in der militärischen Ausbildung seinen Wert behalten.
Einmal im Jahr - kurz vor dem Maiabendfest - "exerzieren" die Maischützen anlässlich des Exerzierabends.

 

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Graf

Ein Beamter, der wahrscheinlich aus der königlichen Hausherrschaft und Dienstmannschaft hervorgegangen ist und der im Auftrage des Königs bei den Thingversammlungen für die Durchsetzung des dort besprochenen Rechts zu sorgen hatte.

 

Graf Adolf II. von der Mark

Sohn des Grafen Engelberts II. von Mark. Graf Adolf II. regierte die Grafschaft Mark nach dem Tode seines Vaters bis 1346. 1333 heiratete er Margarethe(a) von Cleve; ihr ältester Sohn war Graf Engelbert der III. von der Mark.

 

Graf Engelbert II. von der Mark

Regierte die Grafschaft Mark in der Zeit von 1308 bis 1328. Im Jahr 1321 verlieh Graf Engelbert II. von der Mark auf der Burg Blankenstein Bochum die Stadtrechte.

 

Graf Engelbert III. von der Mark

Ältester Sohn des Grafen Adolf II. von der Mark und seiner Gemahlin Margarethe(a) von Kleve. Das Datum seiner Geburt ist nicht genau überliefert; es liegt wohl in 1333. Im Jahr 1346 folgte er seinem Vater in der Regierung. Die Grafschaft Mark regierte er bis 1391. Graf Engelbert III. von der Mark verstarb am 22. Dezember 1391 auf der Burg Wetter und liegt in der Stiftskirche zu Fröndenberg begraben. Er gilt als der Stifter des Bochumer Maibendfestes im Jahre 1388 nach der "Großen Dortmunder Fehde" (Graf von der Mark und der Erzbischof von Köln erklären der Reichsstadt Dortmund den Krieg und belagern diese ohne Erfolg) und als Schutzpatron der Bochumer Maiabendgesellschaft.

 

 

Graf Engelbert - Denkmal

Dem Stifter des Bochumer Maiabendfestes ein Denkmal zu errichten, war der Wunsch vieler Bochumer Bürger um die Jahrhundertwende. Oberbürgermeister Fritz Graff setzte sich aktiv ein. 1909 bildete sich ein Denkmalsausschuss im damaligen Schützenverein. Alex Soeding übernahm den Vorsitz des Ausschusses. Oberbürgermeister Graff, der alljährlich im Gehrock und Zylinder mit den Schützen nach Harpen zog, schlug als Standort für das Denkmal die Kreuzung der damaligen Friedrichstraße mit der Bahnhofstraße vor. Heute heißen diese Straßen Kortum- und Brüderstraße.
Hier sollte ein Brunnen errichtet werden, den das Standbild des Grafen Engelbert schmücken sollte. Die Stadt war zwar bereit, die Plastik des Grafen aufzustellen, doch die Kosten dafür wollte sie nicht tragen. Eine Umlage unter den Mitgliedern des Schützenvereins ergab nur einen Teilbetrag. Doch nun mussten Groschen und Marken zusammengetragen werden, bis "die Kasse stimmte".
Der Bochumer Bildhauer Markus Wollner schuf ein Brunnenbecken aus Granit; in der Mitte stand eine achteckige Säule mit vier Wasserspeiern. Auf dieser Säule reckte sich Graf Engelbert III. von der Mark in schwerer Rüstung mit geöffnetem Visier. In der rechten Hand hielt er eine Urkundenrolle, Sinnbild für die Stiftung des Maiabendfestes.
Beim Schützenfest im August 1910 wurde das Denkmal feierlich enthüllt. Der Männergesangverein "Schlägel und Eisen" sowie die Städtische Kapelle unter Leitung von Franz Merkert sangen und spielten. Der Vorsitzende des Schützenvereins, Justizrat Otto Hünnebeck, hielt die Festrede.
Vor dem Brunnen versammelten sich jährlich das Junggesellenoffiziercorps und der Vorstand, wenn die jungen Fähnriche vereidigt wurden. Dann schmückte ein Kranz mit blau-weißer Schleife den Grafen Engelbert. Zu seinen Füßen aber ließen kleine Jungen Papierschiffchen schwimmen, und junge Leute kühlten sich an heißen Sommerabenden ihre Füße im Wasser.
Im Jahre 1944 schlug für das Standbild die Abschiedsstunde. Figur und die an den Brunnenwänden eingelassenen Reliefs sollten eingeschmolzen werden. Bis heute blieb ungeklärt, ob sie eingeschmolzen wurden oder auf einem Schrottplatz landeten und stückweise verkauft worden sind. Der Torso des Brunnens mahnte noch nach 1945 an die Bochumer, die in den Kriegsgefangenen-Lagern auf ihre Heimkehr warteten. Doch der Zahn der Zeit nagte an den Steinen. Als der Brunnen zusammenzustürzen drohte, trug man ihn ab. Am 29. April 1964 wurde dann an gleicher Stelle der Zweite "Engelbert" enthüllt und das Maiabendfest erhielt durch diesen Akt wieder seine besondere Bedeutung.


 

Die Grafschaft Mark

Der als "Grafschaft Mark" bezeichnete Teil des westlichen Westfalens stellt keine ursprünglich natürliche, politische oder kirchliche Einheit dar. Eine natürliche Grenze weist er nur im Norden durch die Lippe auf, nach den anderen Himmelsrichtungen sind die Grenzen meist künstlich oder erst im Laufe der Jahrhunderte nach und nach durch Linien festgesetzt. Die Landschaft wies bis um 1900 zwei Teile mit verschiedenem Charakter auf: Im Norden erstreckte sich die getreidereiche Hochebene des Hellwegs zwischen Lippe und Ruhr, während sich südlicher das gebirgige und wasserreiche Süderland mit ausgedehnten Wäldern und mit mehr Viehzucht als Getreideanbau erstreckt. Die Bodenschätze in seinem Gebirge wurden mit Hilfe der Wasserkraft zahlreicher kleiner Zuflüssen der Lenne und Ruhr verarbeitet. Die großen Wälder lieferten das nötige Brennmaterial. Anhaltspunkte für den Verlauf der West- und Südgrenze bildeten die Dialektgrenze. Politisch gehörte das Land, geht man in die Geschichte zurück, zu Sachsen. Als einheitliches Gebiet ist die Grafschaft Mark eine Schöpfung ihres Herrschaftshauses, der Grafen von Altena, einer Nebenlinie des rheinischen Grafen von Berg.
Die Überwältigung der Sachsen durch die Franken unter Karl dem Großen (um 800 n. Chr.) und die Verbreitung des Christentums schufen die Grundlagen für die neuen politischen Territorien, so auch für die spätere Grafschaft Mark. Mittel- und Ausgangspunkt der Christianisierung und der politischen Macht wurde Köln. Zur Zeit Karls des Großen waren die Bewohner unserer Gegend zum Großteil Ackerbauern und Viehzüchter, im bergischen Süderland auch Jäger und Fischer, welche noch nicht den gesamten Boden des Landes in Privatnutzung genommen hatten. Zwischen den Einzelansiedlungen mit den Äckern dehnten sich große Strecken gemeinschaftlich genutzten Wald- und Weidelandes, ja sogar weite Flächen unberührten Waldes und Ödlands, aus. Vereinzelt kam es zu Sonderbetrieben wie der Salzgewinnung aus den Solequellen in und um Soest sowie Eisengewinnung und Eisenverarbeitung im gebirgigen Süderland. Größere geschlossene Einzelsiedlungen scheint es nicht gegeben zu haben, wenn auch Soest schon 836 als " villa" (Dorf oder Königshof) gnannt wurde.

 

 

Die Grafen von Berg

Nachdem Johann-Wilhelm, der letzte Herzog von Berg - Kleve, zugleich Herzog von Jülich, Graf von der Mark und Ravensberg, Bischof von Münster - 1609 gestorben war, wurde sein Erbe gemeinsam von seinen Schwiegersöhnen verwaltet. Beide, der Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg und der Kurfürst von Brandenburg, Johann Sigismund, waren lutherisch. Sie wechselten die Konfession, das Erbe wurde geteilt. Der Brandenburger wurde reformiert und erhielt 1614 Kleve und Mark. Der nun katholische Pfalz-Neuburger bekam Jülich und Berg. Damit neigte sich der eine den Niederländern zu und der andere den Spaniern. Seit 1614 diente das Herzogtum Berg den spanischen Truppen gleichsam als Aufmarschgebiet mit Quartier. Eine Ordnung Brüssel - dem Verwaltungszentrum der südlichen Niederlande - vom 29. November 1614 bestimmte, dass dort, wo Truppen einquartiert würden, der Hausherr die beste Kammer für sich behalten dürfe, die andere aber abgeben müsse. Die Bestimmung rechnete damit, dass Söldner häufig auch von ihren Frauen auf Feldzüge begleitet wurden, gewiss fand man im Tross auch zahlreiche Kinder. Den Einquartierten war zu gestatten, sich am Feuer des Hauses zu wärmen und dort das Essen zu kochen. Falls vorhanden, sollten Söldner auch Schlaflaken bekommen. Anfangs rechnete man damit, dass die Söldner Nahrungsmittel kaufen würden, doch bald verwilderten die Sitten. Die Armut der Bevölkerung nahm zu, die Gegenden verödeten. Es kam zu Plünderungen und Brandschatzungen. Selbst Offiziere der eigenen Truppen des seine Neutralität mühsam wahrenden Pfalzgrafen ließen sich Übergriffe zu Schulden kommen, die allerdings noch geahndet wurden.

 

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Fanfare

Das in seiner Herkunft ungeklärte Wort "Fanfare" bezeichnet ein kurzes, heroisches Trompeten- oder Jagdhorn-Tonstück und auch das Instrument, eine ventillose (Signal-)Trompete, selber.Es ist im 18. Jahrhundert aus dem Französischen entlehnt.Charakteristisch für eine Fanfare, z. B. als Signal oder Tusch, ist die Anwendung des Dreiklangs. Fanfarenmärsche sind Märsche, bei denen die Fanfarenbläser ihren Part im Wechselspiel mit einem Musik- oder Trompeterkorps vortragen. Die Fanfarentrompete was das Signalinstrument der alten preußischen Kavallerie. 1817 wurde ein kürzeres Instrument eingeführt und 1895 die Länge auf 42 cm festgelegt. Einige preußische Regimenter ( Garde du Corps, Garde-Kürassiere, Leib-Garde-Husaren, Sächsische Garde-Reiter) führten seit 1895 bei besonderen Anlässen und Paraden außeretatsmässige Herolds-(Fanfaren-) Trompeten mit Fahnen und Behängen. Fanfaro (auch Fanfare) hieß das Kommando gegebene Trompetensignal "Marsch! Marsch!", das sie attackierende Kavallerie kurz vor dem Einbruch in den Gegner zur schnellsten Gangart aufrief - festgeschlossen, Lanze gefällt und mit "Hurra!".


Fähnrich

Fähnrich heißt eigentlich Fahnenträger. Bei den Landsknechten trug der Fähnrich (Fenrich, Fendrich), der ein kräftiger, stattlicher, im Kampfe erprobter Mann sein musste, die Fahne, die ihm "als seine Braut und leibliche Tochter" anvertraut war und für die er mit Ehre und Leben haftete. Solange das "Fähnlein fleuchte und ein Stück (der Fahne) an der Stangen ist", sollen die Kriegsleute dem Fähnrich in den Tod folgen, "bis alles über einen Haufen auf der Walstatt lieget". In den Soldatenliedern des 16./17. Jahrhunderts spielte dies eine große Rolle. Im altpreußischen Heere gehörten die Fähnriche zu den Offizieren.


Fahne

Das mhd., van(e), ahd. fano und got. fana haben ebenso das stammverwandte lat. Pannus die Grundbedeutung "Tuch". Das indogermanische pan (=Gewebe) ist die gemeinsame Sprachwurzel. Demnach ist "Fahnentuch" eine überflüssige Worthäufung zweier sinngleicher Wörter. Die Bedeutung "Feldzeichen", Banner" hat sich wohl früh durch die Zusammenfassung des ahd. Gundfano (=Kampftuch) ergeben. Erst später wurde auch die Stange, an die das Tuch im Gegensatz zur Flagge befestigt ist, mit in die Bezeichnung Fahne einbegriffen. Seit dem 9. Jahrhundert sind in den Heeren bereits Fahnen in der noch heute gebräuchlichen Form bekannt.
Ursprünglich im Einsatz als Erkennungs- und Richtungszeichen benutzt, diente die Fahne auch als Sammelpunkt eines Heereshaufens. Während der Schlacht wurde sie oft zur Befehlsübermittlung verwandt. So führte beispielsweise das deutsche Fußvolk im 18. Jahrhundert zwei Fahnen, die Avancierfahne für den Vormarsch und die Retirierfahne für den Rückzug. Nach der zunächst rein zweckbestimmten Verwendung als Erkennungszeichen und Sammelpunkt erhielt die Fahne durch die auf sie vereidigte und ihr auf Leben und Tod folgende Truppe symbolische Bedeutung. Die Ehre des Truppenteils war auf das engste mit dem Schicksal seiner Fahne verbunden.
Die Corps und Kompanien innerhalb der Bochumer Maiabendgesellschaft haben als Erkennungszeichen ihre eigene, z.B. I.O.C.- bzw. Kompanie-Fahne. Die Fahnenmuster sind unterschiedlich, weisen aber die traditionsgemäßen Kokardenfarben (blau-weiß) und das Bild des Stifters des Maiabendfestes sowie den Namen des Fahnenstifters auf verschiedene Fahnen haben zusätzlich ein oder mehrere Fahnenbänder mit unterschiedlichen Motiven und Schriftzügen.


Fangschnur

Hierbei handelt es sich um Uniformzierschnüre. Bei der Reitertruppe verband sie die Kopfbedeckung mit der Uniform. In der Soldatensprache werden diese Achselbänder der Offiziere, die man vor der Achsel trägt, auch "Affenschaukel" genannt.
In der Bochumer Maiabendgesellschaft ist das Tragen der silberfarbenen Fangschnur den Adjutanten vorbehalten.


Fehde

In ihr wird in legitimer und geregelter Weise Gewalttätigkeit ausgeübt, um einen Rechtsstreit zu entscheiden. Nach dem germanischen Recht stellt sie das zwischen Verbrecher und Verletzten bestehende Verhältnis der Feindschaft dar, das die Grundlage erlaubter Rachehandlungen bildete.


Fehdewesen

Im Frühmittelalter hatten die Familienangehörigen und Verwandten die Pflicht, den Totschlag oder die Beleidigung eines Angehörigen ihres Geschlechtes oder ihrer Sippe mit Waffen zu rächen. Der eventuelle Totschläger oder dessen Familienangehörigen und Verwandten konnten den nun drohenden Fehdekrieg verhindern, indem sie einen Teil ihres Viehbestandes oder ihrer Waffen der Sippe des Getöteten anboten oder Geldbuße leisteten. In der Lex Frisionum, die etwa 802 n. Chr. aufgezeichnet wurde, war die Höhe dieses Buß- oder Wehrgeldes von der begangenen Tat abhängig:
  1. Wenn jemand einen anderen aus Zorn an den Kopf schlägt, dass er ihn taub macht, büße er 24 Schillinge.
  2. Wenn jener stumm wird, aber dennoch hören kann, büße er 18 Schillinge.
  3. Wenn jemand einen anderen so schlägt, was sie Beulenschlag nennen, büße er einen halben Schilling.
  4. Wenn er aber Blut vergießt, büße er einen Schilling.
  5. Wenn er ihn schlägt, dass die Hirnschale erscheint, büße er mit 2 Schillingen.
  6. Wenn der Knochen durchgeschlagen wird, büße er mit 12 Schillingen.
  7. Wenn das Schwert die Haut, von der das Hirn umschlossen ist, berührt, büße er 18 Schillinge.
  8. Wenn diese Haut zerrissen wird, so dass das Gehirn heraustreten kann, büße er 24 Schillinge.
  9. Wenn jemand einem anderen ein Ohr abschlägt, büße er 12 Schillinge.
10. Wenn er die Nase abschlägt, büße er 24 Schillinge.
11. Wenn jemand die oberste Stirnfalte mit einem Hieb quer durchschlägt, büße er mit 2 Schillingen.
12. Wenn er die darunter durchschlägt, büße er mit 4 Schillingen.
13. Wenn die dritte, die zunächst den Augen liegt, büße er mit 2 Schillingen.
14. Wenn er eine Augenbraue durchschlägt, büße er mit 2 Schillingen.
15. Wenn er ein Augenlid, ein oberes oder unteres verwundet, büße er mit 2 Schillingen..."

Für einen Schilling konnte man sich zu Beginn des 9. Jhs. ein einjähriges Rind kaufen! Aber oft waren die Verwandten des Ermordeten zu stolz, um sich ihr Racherecht mit Geld abkaufen zu lassen. Und so konnte ein Totschlag zu einer langjährigen Fehde zwischen zwei Familien führen, die vielen unschuldigen Menschen das Leben kostete.
Damit die Fehde nicht zum Mord und damit straffähig wurde, hatten die Betroffenen folgende Regeln zu beachten:
1. Die Fehde, egal ob unter Rittern oder zwischen Rittern und Städten, musste durch einen förmlichen Fehdebrief
    angesagt werden.
2. Die Tötung Unschuldiger war verboten.
3. Das Niederbrennen von Häusern und das Verwüsten von Land war jedoch erlaubt.
4. Während der Fehde musste der Frieden in der Kirche, im Hause, beim Gang zur Kirche, bei der Rückkehr von der Kirche,
    beim Gang zum Gerichtstermin und bei der Rückkehr vom Gerichtstermin beachtet werden.

Die Hauptleidtragenden dieser kriegerischen Auseinandersetzungen waren die Bauern und ihre Familien. Ihnen verwüstete man nicht nur die Felder, sondern raubte und tötete ihr Vieh, zündete ihre Scheunen, Ställe und Häuser an und legte auch Hand an sie und ihre Familienangehörigen. Die kämpfenden Parteien gaben z.T. erst dann auf, wenn sie sich bis zum letzten Mann niedergemetzelt hatten.
Die Könige verloren durch das Fehdewesen nicht nur ihre Kämpfer, sondern mussten mit ansehen, wie ganze Landstriche zerstört wurden. So ist verständlich, dass schon die Merowinger die Fehde verbieten lassen wollten. König Childebert II. (+ 596) erließ im Jahre 596 ein königliches Dekret, in dem die Tötung im Rahmen der Fehde untersagt wurde. Auch in westgotischen, burgundischen und bayrischen Volksrechten wurde ein völliges Fehdeverbot befohlen. Aber die Verbote brachten nichts!
Erst im 11. Jh. versuchten Kirche und König, nun gemeinsam gegen die Fehden vorzugehen. Die Rachehandlungen wurden generell vom Freitag bis Sonntag, an allen hohen Festen, in der Fasten- und in der Adventszeit untersagt. Wer dagegen handelte, musste mit der Exkommunikation, der Verbannung und verschiedenen Züchtigungsstrafen rechnen. Ein totales Verbot konnte aber erst im Jahre 1495 ausgesprochen werden. Die Totschläger hatten sich von nun an auf folgende Art und Weise beim Getöteten, seinen Angehörigen und Verwandten zu entschuldigen:
"In der Kirche oder am Friedhof musste der Täter öffentlich, manchmal mit brennenden Kerzen in der Hand oder im Büßerhemd, oft verbunden mit bitten. Daran schloss sich die förmliche Verzeihung um Gottes willen und der Sühneeid (Urfehde), der mit Friedenskuss und Trinkgelage gefestigt wurde. Neben einer Geldleistung musste der Täter häufig Seelenmessen stiften, ein Stein- oder Holzkreuz als >Sühnekreuz< errichten, eine Wallfahrt zu Ehren Gottes und des Erschlagenen unternehmen und ähnliches.


Feldwebel

Das Wort Feldwebel lautet ursprünglich Feldweibel. Den zweiten Bestandteil "Weibel" leitet man gewöhnlich her von dem mhd. Zeitwort weiben, das "weben" bedeutet, an die schnelle Bewegung des Weberschiffchens erinnernd; auch sich hin und her bewegen. Es deutet also auf geschäftige Tätigkeit. "Weibel" heißt in Schwaben heute noch der Gerichtsdiener.
Bei den Landsknechten gab es Gemeinweibel und Feldweibel; beide waren Mittelpersonen zwischen dem Hauptmann und den Knechten. Die Gemeinweibel wurden monatlich im Ringe der Knechte gewählt, die Feldweibel wurden vom Feldobersten eingesetzt.
Der Feldwebel war nächst dem Hauptmann schon bei den Landsknechten der wichtigste Mann der Kompanie und diente diesem als Stütze bei den schriftlichen Geschäften. Bei Verhandlungen zwischen dem Hauptmann und den Knechten bildete er den Mittelsmann. Zwischen Uneinigen war er Schiedsrichter; darüber hinaus Drillmeister. Somit war er der weise Mann der Kompanie. Schon in einer Vorschrift für die Kurfürstlich-Brandenburgischen Truppen aus der Zeit des Kurfürsten Friedrich III. heißt es:" Der Feldwebel hat fast die ganze Last der Companie auff sich, und nichts bey der Compagnie geschehe, es sey so geringe, alß es wolle, das er nicht nachricht darvon habe."
Innerhalb der Bochumer Maiabendgesellschaft wird der Dienstgrad von Maischützen in den Junggesellengruppen geführt. Bei den Klangkörper nennt man sie Musikfeldwebel.
Die Ernennung zu diesem Dienstgrad erfolgt anlässlich des Exerzierabends durch den Junggesellenhauptmann auf Vorschlag der Gruppen- bzw. Corpsführer.


Feldwebelleutnant

Für einen Einsatzfall wurde zur Besetzung von Offizierstellen bei den Ersatztruppenteilen, der Landwehr und dem Landsturm mit "Allerhöchste Kabinetts-Order" (A.K.O.) vom 15.11 1877 der Dienstgrad "Feldwebelleutnant" in Preußen eingeführt. Diesen Dienstgrad konnten zunächst nur wiedereinberufene, längerdienende Unteroffiziere erreichen. Ihre Uniform entsprach der der Vizefeldwebel; Degen, Fußbekleidung und Schulterstücke waren dem Leutnant gleich. Ansonsten war die Uniform noch mit den Tressen und Auszeichnungsknöpfen der Unteroffiziere versehen, daher nannte man diese verärgert: "Kainszeichen", hinzu kam, dass sie, meist altgedient, immer noch unter dem jüngsten Leutnant rangierten.
Innerhalb der Maiabendgesellschaft wird diese Dienstgradbezeichnung auch heute noch geführt.


Fröndenberg

'Frundeberg' ist die älteste bekannte Form des Ortsnamens Fröndenberg; er ist zu finden in einer Urkunde des Papstes Coelestin III. aus dem Jahre 1197, ausgestellt für das bei Bentrop gelegene damalige Prämonstratenserkloster Scheda, das 1147 erwähnt wird und seine Gründung der Edelfrau Wiltrudis und ihrem Sohn Rathard aus dem Geschlecht der Rüdenberger verdankt. Um 1170 wird Rabodo von Rüdenberg auch als 'de Dalewic' (von Dellwig) bezeichnet. Sein Erbe ging auf die Söhne des Edelherrn Jonathas von Volmarstein über. Sie bauten sich an der Ruhr bei dem Dorfe Ardey eine Burg. Dort nahmen sie ihren Wohnsitz und nannten sich danach 'von Ardey'. 1296 lag diese Burg im Gebiet der Grafen von der Mark. 1318 wird zum letzten Male von einem Edelherrn von Ardey berichtet. Von der Burganlage blieben nur Mauerreste und Gräben übrig. Den Burgberg durchschneidet heute die Eisenbahnlinie nach Unna.
Bei dem Dorfe Fröndenberg gründete der Kölner Erzbischof Heinrich von Molenark zwischen 1225 und 1230 ein Kloster für Zisterzienserinnen. Graf Otto von der Mark, der später auch 'von Altena' nach seiner gleichnamigen Burg hieß, ließ auf seine Kosten den Bau der Klosterkirche beginnen (heutige Stiftskirche).Er gilt als deren Stifter. Nach den in der Zeit von 1257 bis 1270 ausgestellten Urkunden leitete seine Schwester Richardis als Äbtissin das Kloster. Der Patron des Klosters war neben der Jungfrau Maria der Märtyrer Mauritius (Anführer der Thebaischen Legion, Martertod um 300 zu St. Moritz in Wallis/Schweiz). Das Fröndenberger Wappen zeigt ihn in Ritterrüstung über dem märkischen Schachbalken.
Das Kloster der Zisterzienserinnen wurde allmählich in eine Versorgungsstätte für die Töchter des südwestfälischen Adels umgewandelt. 1550 spricht man urkundlich von einem freien Stift. Äbtissin und Stiftsdamen trugen an ihrer Tracht seit dem 18. Jahrhundert das Mauritiuskreuz. Am Mauritiustage (22. September) hatten die Fröndenberger in der 'Freiheit' eine Kirmes mit einem Markt. Im 17. Jahrhundert waren die Stiftsdamen lutherisch, katholisch oder reformiert. Ebenso hatten sich im Stift und in der Bauernschaft Fröndenberg drei christliche Gemeinden gebildet, die an Sonn- und Feiertagen abwechselnd die ehemalige Klosterkirche, jetzt Stiftskirche genannt, benutzten.1837 vereinigten sich Lutheraner und Reformierte zur evangelischen Gemeinde.1894 hatten die Katholiken auf dem Sodenkamp ein neues Gotteshaus, die Marienkirche; aber die Stiftskirche blieb Simultankirche. Das Stift Fröndenberg bestand bis 1812. Damals verfügte es über 187 landwirtschaftliche Betriebe, aufgeteilt in 'Höfe', 'Kolonien', 'Kotten' und 'Stellen', die im Umkreis von rund 20 km beiderseits der Ruhr lagen. Außer der frühgotisch begonnenen Stiftskirche, deren hoher Westturm erst 1900-1902 angebaut wurde, blieben das angrenzende Boeselagerhaus, die beiden Abteigebäude von 1607 und 1661 und das Stiftshaus an der 'Steinernen Treppe' erhalten.
In der 1230 erbauten Stiftskirche zu Fröndenberg befindet sich der Sarkophag des Graf Engelbert III. von der Mark. Dorthin wurde er, seinem letzten Willen folgend, unter Bewachung von 500 Gefolgsamen und erheblichen Verlusten durch kriegerische Angriffe der kölnischen Stadt Menden nach seinem Tode am 22. Dezember 1391 beigesetzt. Aus Dankbarkeit für die Stiftung des Maiabendfestes erfolgt dort alljährlich - am 3. Sonntag im April - die feierliche Kranzniederlegung der Bochumer Maiabendgesellschaft.

 

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Hauptmann

"Hauptmann" hatte früher die allgemeine Bezeichnung von Anführer, Oberbefehlshaber; das Wort bezeichnet also einen, der wirklich "Haupt-Mann" war und niemand über sich hatte. Das vom deutschen "hauptmann" gebildete Wort Hetmann bezeichnete im ehemaligen Königreich Polen und bei den Kosaken den Oberbefehlshaber des Heeres. Der Oberfeldherr hieß im mdh. - houbetman oder meister. Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg wurde 1411 von dem deutschen König Sigmund zum "Verweser und obristen Hauptmann der Marken" ernannt. "Stadthauptmann" hieß der Befehlshaber zur sämtlicher Stadtverteidigung aufgebotener Bürger. Wallenstein wird 1633 in einer "Instruktion oder Memoriale des Kaisers" als General-Veldt-Hauptmann bezeichnet. Der Titel hat von einer sehr stolzen Höhe auf seine jetzige Stellung hinabsteigen müssen. Bei den Landsknechten stand der Hauptmann an der Spitze des Fähnleins, das er meistens im Auftrag des Obersten selbst angeworben hatte. Nach der Errichtung der stehenden Heere blieb insofern eine Erinnerung daran, als den Hauptleuten die gesamte Verwaltung ihrer Kompanien belassen wurde. Im 17. und 18. Jahrhundert verdrängte der Titel "Kapitän" den "Hauptmann" auf längere Zeit. In die preußische Armee wurde er wieder eingeführt durch König Friedrich Wilhelm IV. (1842). Bei der Vollziehung von Patenten bemerkte er, dass es angemessen sei, den "Kapitän" durch "Hauptmann" zu ersetzen. Die bayrische Armee nannte ihre Hauptleute bei den Stäben "Stabshauptmann". In der Bochumer Maiabendgesellschaft in der Regel Dienstgradbezeichnung der aktiven und ehemaligen Kompanieführer der 1. - 4. Kompanie. Die aktiven Kompaniehauptleute gehören zugleich dem Vorstand der Maiabendgesellschaft an.

 

 

Der Hellweg

Auf dem Hellweg (heute B 1) zogen bereits die Römer zur Eroberung Germaniens nach Osten. Er wurde im 8. Jh. die Hauptverkehrsader nach Osten. Die Landschaft um diesen Hellweg, der "Via regia", der Königsstraße, erfuhr durch Karl den Großen eine erste grundlegende Verwandlung. Königshöfe, Einzelhöfe und Weiler entstanden. Wälder wurden gerodet, Wiesen und Weiden angelegt. Neue Straßen erschlossen das Land; der alte Hellweg wurde ausgebaut und durch die Anlage von Burgen befestigt. Der Hellweg diente auch als Nachschubweg in den Kriegen, die Karl der Große gegen die Sachsen führte. Der Hellweg führte von Mühlheim über Essen, Bochum, Marl, Dortmund, Unna, Soest und Paderborn. Überall dort, wo die West - Ost - Achse von Nord - Süd - Wegen gekreuzt wurde, entstanden die Kerne späterer Städte, aus denen die Knotenpunkte weiterer Entwicklung hervorgingen : Duisburg, Essen, Dortmund und Soest waren die bedeutendsten Orte. Sie wurden Umschlagplätze der Kaufleute und Ballungen städtischer, geistlicher und fürstlicher Macht. Auf dem Hellweg wurden zwischen Magdeburg, Goslar, Paderborn, Soest, Dortmund und Köln Metalle des Harzes nach Westen befördert, flanderische Tuche und Wein nach Osten. Das Salz der Solequellen bei Unna, Werl und Soest war ein begehrter Handelsartikel und begründete den Reichtum in den östlichen Hellwegstädten, vor allem in Soest. Die nördlich und südlich des Hellweges liegenden Städte brachten ihre Güter zur dieser Fernhandelstraße, es kam also zu einem lokalen (örtlich begrenzten) Güteraustausch. Die Bedeutung der Städte des Hellweges zeigte sich auch darin, dass sich ihr Recht, besonders das Soester und das Dortmunder Recht, weit verbreitete. Auch für Hamm wurde in der Gründungsurkunde das Soester Recht festgesetzt. In dieser Zeit beherrschten den Handel in Europa auch viele deutsche Städte, die sich im Hansebund, wie auch Hamm 1469, zusammenschlossen.

 

 

Helm

Das aus dem germanischen Sprachbereich stammende Wort "Helm" (= [Be-]schützer, Schutz "gegen Hiebe") geht über die mhd. und ahd. Verben helm und helan (=bedecken, verbergen, verstecken) auf das gleichbedeutende indogerm. kel zurück. Die Worte hehlen, Hülle, Halle und Hölle sind dieser Sprachwurzel eng verwandt. Auch die Personennamen Wilhelm und Helmut (= der Willenkräftige und der mutige Beschützer) sind in dem Wort enthalten. Graf Engelbert III. von der Mark trug zu seiner Ritterrüstung einen sog. Visierhelm. Während des Ausmarsches nach Harpen trägt unser "Graf Engelbert" ebenfalls einen Helm zu seiner Ritterkutte.

 

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