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Maiabendfest eröffnet (RN)

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Maiabendfest eröffnet

 

Das Warten hat ein Ende. Am Samstag ist das 616. Bochumer Maiabendfest mit einem Biwak auf dem Dr. Ruer-Platz offiziell eröffnet worden. Zum Auftakt wurde beim Kuhhirten der Hauptmann vorgestellt.

Vor mehreren hundert Jahren, so erklärt der Vorsitzende der Bochumer Maiabendgesellschaft, Volker Protzel, sei das Maiabendfest kurz vor Beginn dreimal täglich mit Trommeln und Rufen angesagt worden. Heute mache man zwar nur einmal Krach, "dann aber richtig!". Heute wie damals sollen die Veranstaltungen im Vorfeld des Ausmarsches nach Harpen in der Bevölkerung für das traditionelle Fest werben.

Bei dieser Werbung geben sich die Maischützen alle Mühe. Schon um 10 Uhr am Samstagmorgen hatten die Kompanien an verschiedenen Punkten in der Innenstadt Lager bezogen und sorgten für Musik und das leibliche Wohl. Sogar der Himmel strahlte blau-weiß " ganz im Sinne der Maikerls. Das Werben zeigte Wirkung: Mehr als 100 Schaulustige fanden sich zur Hauptmannsvorstellung um 10.30 Uhr am Kuhhirten ein.

"Bataillon stillgestanden!", befiehlt Junggesellenadjutant Klaus Liermann den Maischützen, die auf dem Platz stramm stehen. Kurz danach reitet der Junggesellenhauptmann Thorsten Horn majestätisch auf einer dunklen Stute ein.

Bereits zum fünften Mal in Folge amtiert Thorsten Horn als Hauptmann. Der Vorsitzende Volker Protzel lobte den erfahrenen Hauptmann. Thorsten Horns Bekanntheit garantiere, dass jeder wisse, hinter wem er her zu marschieren habe, damit niemand am nächsten Samstag statt nach Harpen irrtümlich nach Gerthe läuft, flachste der Vorsitzende.

Auch Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber " ganz in blau-weiß gekleidet " zeigte sich sichtlich angesteckt von den Feierlichkeiten. Er stellte stolz fest, es gebe viele Schützen- und Bürgerfeste in Deutschland, aber eben nur ein Bochumer Maiabendfest. Aufgrund dieser Einzigartigkeit forderte Stüber die Bochumer Bürger auf, sich aktiv am Maiabendfest zu beteiligen.

Nach einem kurzen, aber lautstarken Umzug durch die Bochumer Innenstadt fanden sich die Maischützen auf dem Dr. Ruer-Platz zum Biwak ein. Graf Engelbert III. von der Mark alias Markus Koch verlas dort das Legat und übergab es dem Hauptmann. Das nächste Wochenende ist also gerettet. Das so genannte Legat, die Stiftungsurkunde, bevollmächtigt die "jongen Gesellen Bokhems" schließlich, die Eiche aus dem Harpener Bockholt zu holen.

Beim Junggesellenhauptmann macht sich indes keine Routine breit. Obwohl er schon zum fünften Mal als Hauptmann dabei ist, lautet sein knapper Kommentar: "Jedes Jahr aufregend!"

Peter Herrlich

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)