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Keine Gesellschaft der Fehde mehr (RN)

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Keine Gesellschaft der Fehde mehr

 

Mit Verwunderung hatten einige registriert, dass die Junggesellen-Eiche in diesem Jahr an die Brauerei Brinkhoff übergehen sollte " die Fiege-Brauerei nahm deswegen sogar ihre Wagen aus dem Zug der Ausmarschierer.

Bei der Pflanzung gestern in der Grabenstraße allerdings bewies Brinkhoffs-Geschäftsführer Erich Wulff, dass die Auswahl des Baumpaten auch in diesem Jahr mit der für das Traditionsfest üblichen Sorgfalt geschehen war. "Wir empfinden das als wirkliche Ehre", dankte Wulff in Richtung der Maiabendgesellschaft, "Bier braucht Heimat. Dies ist unsere Heimat." Und er hat ja Recht: Etwa ein Drittel der Firmenanlagen steht auf Bochumer Gebiet, die Brauerei ist Rechtsnachfolgerin der Bochumer Schlegel-Brauerei und der "Erfinder" des Brinkhoff-Bieres, Fritz Brinkhoff, wurde sogar in Harpen geboren " wer noch mehr Bezug zu Bochum braucht, muss sich schon den Vorwurf der Engstirnigkeit gefallen lassen.

"Meine Vorgänger haben Bochum vernachlässigt", hatte Wulff selbstkritisch am Samstag nach dem Auszug gesagt. In seinen Augen ein Fehler: "Tradition heißt nicht, die Asche zu bewahren, sondern die Glut zu schüren." So will das langjährige Mitglied des Beirats der Maiabendgesellschaft sich nun noch stärker für das Fest der Bochumer engagieren. Was Wulff an den Ahnen der Dortmunder Verfolger sichtlich beeindruckte: "Die Maiabendgesellschaft ist keine Gesellschaft der Fehde, sondern der Geradlinigkeit und Treue."

Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber fand einen zusätzlichen, guten Grund für die Brinkhoff-Beteiligung: "Bier ist eine Medizin und ein Nahrungsmittel", stellte er bündig fest " gegen solche Hilfe beim zehrenden Marsch nach Harpen kann doch kein Maikerl etwas haben. Auch Hauptmann Thorsten Horn freute sich über diese Einbindung: "Ich bin doch froh, dass zwei Brauereien hinter dem Maiabendfest stehen."PvD

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)