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Fähnrich leistet Eid an der Eiche (RN)

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Fähnrich leistet Eid an der Eiche

 

Statt Aal-Volker oder Käse-Maik spielte Fähnrich-Sven am Sonntagmittag in der Bochumer Innenstadt die Hauptrolle. Nur einen Steinwurf vom Fischmarkt auf dem Dr.-Ruer-Platz entfernt pflegte die Bochumer Maiabendgesellschaft typisch Bochumer Brauchtum.

Vor einer guten Woche hatte Sven Haarmann in seiner Prüfung bewiesen, dass er sich in der Bochumer Geschichte und mit dem Maiabendfest auskennt. Gestern ist er mit der so genannten Fähnrichsverpflichtung endgültig als Fähnrich im Junggesellenoffiziercorps (JOC) angekommen. An der letztjährigen Junggesellen-Eiche in der Grabenstraße fand der förmliche Akt der Verpflichtung unter Beteiligung des gesamten Bataillons der Maiabendgesellschaft statt.

Wegen des Marktes auf dem Dr.-Ruer-Platz musste der Zug der Maischützen " mit viel "Tamm-Tamm" von Spielleuten und Fanfarencorps " den Umweg über Husemannplatz und Bongardstraße zur Grabenstraße nehmen. Dort versammelten sich schnell in sicherem Abstand zu den zahlreichen Trommeln einige Schaulustige. Sogar die Sonne ließ sich blicken.

Um fünf vor zwölf waren alle Blau-Weißen bereit für die Zeremonie, doch Junggesellenhauptmann Thorsten Horn bat die Spielleute mit erhobenem Daumen, noch ein Lied zu spielen. Schließlich sollte das 12-Uhr-Läuten der Pauluskirchen-Glocke dem Redner keinen Strich durch die Rechnung machen. Volker Protzel, Vorsitzender der Bochumer Maiabendgesellschaft, lobte anschließend Haarmanns "große Leistung" und hoffte auf eine lange Offizierskarriere des Fähnrichs.

Unter strenger Beobachtung seines Ausbilders Michael Horn sprach Sven Haarmann die traditionelle Formel nach " mit zittriger Stimme zwar, aber wer wäre bei einem großen Schritt in der Maischützenkarriere nicht nervös" Als Mitglied des JOC gelobte er, die Tradition des Maiabendfests zu pflegen.

Diejenigen, die bereits auf eine Karriere in der Maiabendgesellschaft zurückblicken können, wurden danach vom Vorsitzenden geehrt. Jochen Menne, Erich Mansfeld, Berthold Marodtke sind seit 50 Jahren, Dieter Nolzen und Manfred Krämer seit 40 Jahren Mitglied.

Zum Bochumer-Jungenlied marschierte die Gesellschaft aus, und langsam gab Sven Haarmann seine Hauptrolle wieder an die Hamburger Marktleute ab. Peter Herrlich

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)