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...und die Sonne lacht dazu (RN)

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...und die Sonne lacht dazu

Bochum - Bereits beim Aufbruch am Vormittag strahlte die Sonne " und blieb den wackeren Maischützen auf ihrem Weg nach Harpen treu.

Am Samstag galt es ein weiteres Mal, das Legat des Grafen Engelbert zu erfüllen und so zog der imposante, 3000 Menschen umfassende Zug ins Bockholt, eine junge Eiche zu holen. Unterstützt wurden der neue Junggesellenhauptmann Klaus Liermann und sein Adjutant Christoph Günther nicht nur von ihren vier Kompanien und dem Rest der Maiabendgesellschaft. Auch zahlreiche Vereine aus Bochum und Delegationen anderer Städte marschierten an des Hauptmanns Seite. Klar, dass die Nordhausener mit ihrem neuen König Roland und der "ollen Hexe" nicht fehlen durften.

50000 jubelten

Motivation für den Tross lieferte nicht nur die Vorfreude auf die Harpener Eiche " Jubelrufe aus 50000 Kehlen spornten den Trupp zusätzlich an. An der Beckporte, auf dem Hang vorm Planetarium, in Garagen, an Fenstern oder einfach nur am Straßenrand standen die Freunde des Bochumer Brauchtums.

Motivation, die dem Grafen Engelbert " alias Thorsten Horn " wahrscheinlich recht war, trug dieser doch 26 Kilo zusätzliches Gepäck in Form eines Kettenhemdes am Leibe. Kein Wunder, dass im Bockholt schnell ein neuer Name für den wackeren Grafen gefunden ward: Ab sofort ist "Thorsten der Unkaputtbare" auch bekannt als "Hornus Maximus".

Im Bockholt angekommen, verlangte der Junggesellenhauptmann Einlass ins Reich von Sonnenkönig Hans Heinrich Albers, genannt Schürenhöfer, welcher an diesem Tag eine steile Karriere machte. Das ungewohnt gute Wetter wurde Albers sogleich angerechnet. Man war sich einig: Er müsse der Sonnenkaiser sein. Neben dem frisch befördertem Kaiser kamen auch die anderen zu Ehren, wie Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz. "Zum ersten mal steht sie im Harpener Bockholt", freute sich Liermann, ward aber zur Richtigstellung gezwungen: "Zum ersten mal auf der Bühne! Ich bitte um Entschuldigung." Denn die OB ließ sich den Hinweis nicht nehmen, schon mehrfach mitmarschiert zu sein.

"Frau Ottilie"

Ob diese Marschbereitschaft der Grund für König Rolands Lob war" "Ich möchte ihnen nur sagen, machen sie weiter, Frau Ottilie", sächselte Roland, geflissentlich über den Nachnamen hinwegsehend, aber was zählt der auch bei solchen Avancen: Eine solche "Lebenslust", schwärmte der Nordhausener Monarch, habe er noch bei keiner Oberbürgermeisterin erlebt.

Und so ging´s, nach vielen Komplimenten, wenig "Zicken" der Harpener (das gute Wetter stimmte wohl freundlicher), handgeflochtenen Efeukränzen und Küsschen für die Gäste, bis zum Augenblick der Wahrheit: Die Eiche durfte ausgegraben werden.

Wurzeln ohne Ketten

Dieses Jahr " o Harpener Hinterlist " ohne Knochen und Ketten im Wurzelwerk, war die Arbeit schnell verrichtet. Auch diesmal gab`s aber die fällige Überraschung beim Buddeln: Es fand sich ein Holzkoffer, darin ein Schlüssel zu einer geheimen Kammer der Burg Blankenstein, die " wie es der "bekannte Heimatforscher Wilhelmus Polo" berichtet " die holde Weiblichkeit der Burg beherbergt. Die Junggesellen waren begeistert.

Nach diesem vollen Erfolg ging es dann zwar auf den Heimweg, allerdings mit deutlich weniger Unterstützung. Es hatte den meisten wohl im sonnigen Harpen, Heimat der besten Erbsensuppe weit und breit, viel zu gut gefallen. Und dennoch: Auch Klaus Liermann sah bei der Durchquerung der Beckporte die Sonne hoch am Himmel stehen. Sunne, Sunne! Es war getan, zum 617. Mal. - Sebastian Ritscher

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)