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"Rathausplatz ist für uns Heiligtum" (RN)

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"Rathausplatz ist für uns Heiligtum"

Bochum - Alles wächst zusammen " Europa, das Ruhrgebiet als eine Kulturhauptstadt " nur in Bochum selbst will es mit dem "Wir-Gefühl" nicht so recht klappen. Das zumindest beanstanden Volker Protzel, Vorsitzender der Maiabendgesellschaft, und Junggesellenhauptmann Klaus Liermann. "Woanders wird die Stadt tagelang abgeschlossen. Da wird gefeiert", so Liermann, der sich für das Bochumer Maiabendfest mehr Volksfestcharakter wünscht.

Ein Konzept dafür hat Protzel parat. Das Fest kranke in erster Linie daran, kein einheitliches Festgebiet zu haben. Liermann: "Wenn nach unserem Ausmarsch jeder in seine Stammkneipe verschwindet, ist das schade." Und Protzel ergänzt: "Ab 2006 soll der Rathausvorplatz wieder Hauptpunkt des Geschehens sein." Vor sechs Jahren stemmten die Maischützen dort zuletzt ihr Fest. Auch der Husemannplatz ist zugebaut; der Dr.-Ruer-Platz sei wegen statischer Probleme keine Dauerlösung. "Der Rathausplatz ist für uns ein Heiligtum", so Plotzer.

Und weiter baut er auf attraktive Nebenschauplätze. Seine Vision: ein Engelbert-Forum unter dem Motto "Bochum-Ich komm aus Dir"; eine Art Zeitreise-Forum mit blau-weißem Kinderzentrum " sprich: Flohmarkt, Streichelzoo, Nostalgiekarussel. Schülerbands, Sportvereine, Musikschule und Kindertheater wie Ratz-Fatz könnten ebenso wie die Symphoniker oder die Comödie einbezogen werden.

Auch die Gastronomie soll sich ins Zeug legen; immerhin profitierten die Hotels beim Maiabendfest von den anreisenden Partnerstädten. Plotzer: "Klassische Kirmesgastronomie sollte Niveauvollem weichen. Wir brauchen keine Osterkirmes in der Innenstadt sondern etwas mit Fingerspitzengefühl." Sein Traum: eine Jahrhunderte-Speisenkarte. Die Epochen der märkischen Region sollen dabei auch in der Schaufensterdeko der Geschäfte eingebunden werden.

Zur Finanzierung hat Plotzer einen Vorschlag: die Holz-Beckporte zu ersetzen durch eine Festinstallation z.B. eines Denkmals oder Kunstwerkes im Rahmen der städtebaulichen Fortschreibung des Gerber-/Brückviertels. Wenn Auf-, Abbau und Lagerung der alten Porte entfallen, spare die Stadt jährlich 10000 Euro. - ireProgramm: 2. Lokalseite -

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)