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Maiabendgesellschaft vergibt Preis für Gewaltfreiheit (WAZ)

Monika Thünken (Erich-Kästner-Schule) war im April 2013 der "Gewaltfrei"-Preis der Maiabendgesellschaft erstmals übergeben worden. Sie bekam ihn von Karl-Heinz Böke (re.), Vorsitzender der Maiabendgesellschaft.
Foto: Manfred Sander

 

Bochum.  Die Bochumer Maiabendgesellschaft vergibt wieder einen Preis für das gewaltfreie Lösen eines Konfliktes. Das Preisgeld beträgt 1000 Euro. Bewerbungen sind ab sofort möglich.

 

Bochumer Jungen regeln Fehden mit Finesse statt mit Fäusten. Der Maiabendgesellschaft ist diese Tugend 1000 Euro wert. Im Jubiläumsjahr vergab der Brauchtumsverein erstmals den „Preis für gewaltfreie Konfliktlösung“. Im nächsten Frühjahr gibt es eine Neuauflage. Bewerbungen sind ab sofort möglich.

Die Geschichte ist überliefert: Im Mittelalter gehörte Bochum zur Grafschaft Mark, in der von 1347 bis 1391 Graf Engelbert III. regierte. Wegen eines Spottgedichtes sagte er der freien Reichsstadt Dortmund den Streit an. Die Bochumer Junggesellen leisteten tatkräftige Hilfe. Sie eroberten eine wertvolle Herde Vieh, die die Dortmunder fortgetrieben hatten, wieder zurück.

Aus Dankbarkeit durften die Jünglinge ab 1388 alljährlich am Vorabend des 1. Mai in den gräflichen Waldungen im Bockholt (heute: Harpen) einen Eichbaum abholzen. Dieser musste vor Sonnenuntergang auf den Schultern der Junggesellen durch die Beckporte nach Bochum gebracht werden: der Ursprung des Maiabendfestes, das im nächsten Jahr zum 626. Mal gefeiert wird.

Schule wurde für das Projekt „Fahr fair“ geehrt

„Anno 1388 wurde gezeigt, wie man Fehden ohne Gewalt löst. An diesen historischen Kontext knüpfen wir mit unserem Preis an“, ruft der Vorsitzende der Maiabendgesellschaft, Karl-Heinz Böke, erneut dazu auf, Einzelpersonen oder Gruppen vorzuschlagen, die „durch ihr couragiertes Eingreifen Konflikte abwenden, entschärfen und zu einer gewaltfreien Lösung führen“. Eine Jury u.a. mit OB Ottilie Scholz, Polizeipräsidentin Diana Ewert, Richterin Isabell Hoffmann und Feuerwehrchef Dirk Hagebölling wird wie in diesem Jahr die Nominierungen sichten.

Sieger 2013 wurde die Erich-Kästner Schule . Seit 2001 nimmt die Gesamtschule an der Markstraße am Projekt „Fahr fair“ teil. Schüler der Jahrgangsstufe 8 werden von der Bogestra und der Polizei zu „Fahrzeugbegleitern“ ausgebildet. Jährlich sind 20 Jungen und Mädchen dabei.

In Bussen und Bahnen sollen sie auf Kinder und Jugendliche einwirken, die drängeln, Türen blockieren, Schüler bedrohen oder die Einrichtung verschmutzen und beschädigen. Dabei setzen sie nicht ihre Fäuste, sondern ihren Verstand und ihre Überzeugungskraft ein. Wie, erlernen sie bei einem Deeskalations- und Kommunikationstraining und in Rollenspielen.

Im Rahmen des Maiabendfestes im April 2014 auf dem Boulevard wird der Preis zum zweiten Mal verliehen. Erneut gibt es 1000 Euro und einen Pokal. Infos und Bewerbungen auf www.bochumer-maiabendgesellschaft.de.

Der Westen 27.12.13 - Jürgen Stahl

Monika Thünken (Erich-Kästner-Schule) war im April 2013 der "Gewaltfrei"-Preis der Maiabendgesellschaft erstmals übergeben worden. Sie bekam ihn von Karl-Heinz Böke (re.), Vorsitzender der Maiabendgesellschaft.Foto: Manfred Sander

Bochum.  Die Bochumer Maiabendgesellschaft vergibt wieder einen Preis für das gewaltfreie Lösen eines Konfliktes. Das Preisgeld beträgt 1000 Euro. Bewerbungen sind ab sofort möglich.

Bochumer Jungen regeln Fehden mit Finesse statt mit Fäusten. Der Maiabendgesellschaft ist diese Tugend 1000 Euro wert. Im Jubiläumsjahr vergab der Brauchtumsverein erstmals den „Preis für gewaltfreie Konfliktlösung“. Im nächsten Frühjahr gibt es eine Neuauflage. Bewerbungen sind ab sofort möglic

Die Geschichte ist überliefert: Im Mittelalter gehörte Bochum zur Grafschaft Mark, in der von 1347 bis 1391 Graf Engelbert III. regierte. Wegen eines Spottgedichtes sagte er der freien Reichsstadt Dortmund den Streit an. Die Bochumer Junggesellen leisteten tatkräftige Hilfe. Sie eroberten eine wertvolle Herde Vieh, die die Dortmunder fortgetrieben hatten, wieder zurück.

Aus Dankbarkeit durften die Jünglinge ab 1388 alljährlich am Vorabend des 1. Mai in den gräflichen Waldungen im Bockholt (heute: Harpen) einen Eichbaum abholzen. Dieser musste vor Sonnenuntergang auf den Schultern der Junggesellen durch die Beckporte nach Bochum gebracht werden: der Ursprung des Maiabendfestes, das im nächsten Jahr zum 626. Mal gefeie

Schule wurde für das Projekt „Fahr fair“ geehrt

„Anno 1388 wurde gezeigt, wie man Fehden ohne Gewalt löst. An diesen historischen Kontext knüpfen wir mit unserem Preis an“, ruft der Vorsitzende der Maiabendgesellschaft, Karl-Heinz Böke, erneut dazu auf, Einzelpersonen oder Gruppen vorzuschlagen, die „durch ihr couragiertes Eingreifen Konflikte abwenden, entschärfen und zu einer gewaltfreien Lösung führen“. Eine Jury u.a. mit OB Ottilie Scholz, Polizeipräsidentin Diana Ewert, Richterin Isabell Hoffmann und Feuerwehrchef Dirk Hagebölling wird wie in diesem Jahr die Nominierungen sichten.

Sieger 2013 wurde die Erich-Kästner-Schule . Seit 2001 nimmt die Gesamtschule an der Markstraße am Projekt „Fahr fair“ teil. Schüler der Jahrgangsstufe 8 werden von der Bogestra und der Polizei zu „Fahrzeugbegleitern“ ausgebildet. Jährlich sind 20 Jungen und Mädchen dabei.

In Bussen und Bahnen sollen sie auf Kinder und Jugendliche einwirken, die drängeln, Türen blockieren, Schüler bedrohen oder die Einrichtung verschmutzen und beschädigen. Dabei setzen sie nicht ihre Fäuste, sondern ihren Verstand und ihre Überzeugungskraft ein. Wie, erlernen sie bei einem Deeskalations- und Kommunikationstraining und in Rollenspielen.

Im Rahmen des Maiabendfestes im April 2014 auf dem Boulevard wird der Preis zum zweiten Mal verliehen. Erneut gibt es 1000 Euro und einen Pokal. Infos und Bewerbungen auf www.bochumer-maiabendgesellschaft.de.

Jürgen Stahl