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Bochum feiert: blau-weißer Himmel, blau-weißes Fest (RN)

BOCHUM Die ganze Stadt war am Wochenende im Ausnahmezustand. Und der Himmel strahlte pünktlich zum 625. Maiabendfest ebenso blau-weiß, wie die Marschierenden, die ausgezogen waren, um sich aus dem Bockholt ihre Eiche zu holen.

Der USB übernahm die Eiche natürlich persönlich. Geschäftsführer Dr. Thorsten Zisowski grub diese zusammen mit dem Jungessellenhauptmann und dem Grafen Engelbert ein. (Foto: Halten)

Los ging es am Freitagabend mit dem großen Zapfenstreich, am Samstag zog man schließlich um kurz nach 10 Uhr geschlossen nach Harpen. Zuvor hatten sich die Maikerls an der Rathaus-Glocke versammelt. Hier gab es anspornende Grußworte von Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz und von Karl-Heinz Böke, Vorsitzendem der Maiabendgesellschaft.

Entschädigung ausgedacht

Mehrere Tausend Marschierende hatten sich beim Jubiläumsmarsch nach Harpen um den diesjährigen Junggesellenhauptmann Dominik Braun gesammelt. Gemeinsam kamen sie umjubelt am Steffenhorst an, wo sie sich bei heißer Erbsensuppe erholten.

Anschließend wurde der Tross von den Harpener Bürger-Schützen begrüßt – wie immer hatten die sich etwas Besonderes für die Eichausgrabung ausgedacht. „Da wir es euch immer so schwer machen, haben wir uns heute mal etwas als Entschädigung überlegt,“ sagte Vorstand Hans-Heinrich Albert schmunzelnd.

Efeu aus Dortmund

Diese Entschädigung entpuppte sich als unter der Wurzel verbuddelte Urkunde für ein Acht-Liter-Fässchen Fiege-Pils, das der Junggesellenhauptmann als Entschädigung mit zurück nach Bochum nehmen darf. Eine kleine Spitze konnten sich die Harpener aber nicht verkneifen: Sie schmückten Böke mit einem Efeukranz aus Dortmund. Angeblich, weil den Harpenern der Bochumer Efeu ausgegangen war. So ganz wollte das niemand glauben, sind die Gemüter doch des Friedensvertrags mit Dortmund wegen immer noch erzürnt. Böke nahm’s gelassen, appellierte aber an die Freundschaft zu den Harpenern, die „auch durch die Freundschaft mit Dortmund nicht getrübt werden sollte“.

Blau-weiße Fahnen

Anschließend ging es mit Efeu und Eiche zurück gen Bochum. Auf dem Weg wurde der Tross von Tausenden Bochumer umjubelt, die den Straßenrand mit blau-weißen Fahnen schmückten. „Das gibt Kraft“, verriet ein Marschierender gut gelaunt. „Blau-weiß“, tönte es von überall her, umso lauter, je näher sich der stolze Tross der Innenstadt näherte.

An der Bühne am Kuhhirten angekommen wurden alle Marschierenden begrüßt. Der Höhepunkt war die Übergabe des Eichbaums an den USB Bochum, der ihn in diesem Jahr sponsorte. Geschäftsführer Dr. Thorsten Zisowski nahm den Baum nicht nur stolz entgegen, sondern buddelte ihn – wie die Tradition es vorgibt – gemeinsam mit Dominik Braun ein. Der Tag war aber lange nicht vorbei: Es gab Livemusik am Abend und ein Höhenfeuerwerk zu später Stunde.

Ruhr Nachrichten 28.04.2012 - von Verena Halten