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Maischützen trotzen Mistwetter (WAZ)


Linda Grodzki marschiert mit den Harpener Schützen.                                              Foto: INGO OTTO

Harpen. Bei der Ausgrabung der Eiche im Harpener Bockholt waren erfreulich viele Besucher dabei. Der Festzug soll bald wieder „zu alter Größe“ wachsen, hofft der Bürgerschützenverein Harpen.

Tradition verpflichtet – und macht jede Menge Spaß: Beim 625. Maiabendfest wurde im Harpener Bockholt wieder die Eiche ausgegraben. Trotz kühler Temperaturen säumten viele Bürger den Weg der Maischützen. Die Stimmung war bestens.

Junggesellenhauptmann Dominik Braun kam bei der Ausgrabung der Eiche im Bockholt ganz schön ins Schwitzen. Dies nicht nur, weil die Harpener Bauern um den BSV-Vorsitzenden Hans-Heinrich Albert gen. Schürenhöfer das Ausgraben mit Steinen erschwerten. Der neue Junggesellenhauptmann musste auch ein Versprechen für die Zukunft abgeben. Denn in Anlehnung an den Friedensvertrag mit Dortmund hatte der BSV Harpen unter der Eiche eine eigene Erklärung vergraben. Demnach versprechen die Harpener dem Junggesellenhauptmann weiterhin „Späße“ bei der Eichausgrabung zu bereiten.

„Der Kampf um die Eiche wird nicht einfacher werden“, betonte Albert dazu mit einem Schmunzeln im Gesicht. Im Gegenzug erhält der Junggesellenhauptmann jedes Jahr acht Fässer „heimisches Bier“ als Entschädigung.

Zudem sollen die Junggesellenhauptmänner sich dafür einsetzen, dass der BSV Harpen weiterhin Mitträger des Maiabendfestes bleibt. Dominik Braun sagte dies zu, und auch Karl-Heinz Böke von der Bochumer Maiabendgesellschaft versprach, an der Tradition des Ausmarsches nach Harpen festzuhalten.

Nach dem Jungenlied ging’s los

Nach dem Bochumer Jungenlied zogen die Maikerls, angeführt von Graf Engelbert (alias Thorsten Horn), Richtung Bochum und wurden vom BSV Harpen in Höhe des Amtshauses Harpen herzlich auf den sieben Kilometer langen Weg zum Boulevard verabschiedet. Dort hatten die Harpener Schützen bereits am 25. April am Brauchtumsabend der Maiabendgesellschaft teilgenommen. Leider war strahlender Sonnenschein den Maischützen diesmal nicht gegönnt. Immerhin: Trotz kaltem und regnerischem Wetter säumten erfreulich viele Bürger die Straßen. Hans-Heinrich Albert betonte dazu: „Harpen hat heute trotz Unkenrufen ordentlich etwas auf die Beine gestellt“. Und das soll aus Sicht der Harpener auch noch ausgeweitet werden.

Bereits in diesem Jahr hatten mehr Gastvereine als zuvor den Bockholt besucht. Zukünftig sollen es noch mehr werden und der Zug soll „zu alter Größe“ heranwachsen, hofft der BSV Harpen.

Das Programm des Jubiläumsmaiabendfestes hatte am Amtshaus Harpen bereits am 24. April begonnen und führte zum Abschluss am 28. April erneut ins Amtshaus Harpen. Dazwischen gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm im Festzelt. Dafür hatte sich der BSV Harpen wieder einiges einfallen lassen und dabei Tradition (z.B. großer Zapfenstreich und Dorfabend) mit Neuerungen (z.B. Maiabendjubiläumsparty) gut miteinander verbunden.

WAZ 28.04.2013 / Lokales Bochum / von Christian Schnaubelt