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Eiche und Erbsensuppe (RN)

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Eiche und Erbsensuppe (RN)


Ausgrabung der Eiche im Bockholt
Bochum - Petrus meinte es am Samstag wahrlich gut mit den Bochumer Maischützen. Zum 619. Mal zogen sie aus, das Legat des Grafen Engelbert zu erfüllen und die Sonne gab ihr Bestes, die blau-weiß geschmückte Stadt im schönsten Scheine zu baden.

Gut gelaunt sammelte sich die marschbereite Mannschaft auf dem Rathausvorplatz, den Worten der Offiziellen zu lauschen. "Die Beflaggung ist wirklich wunderschön, auch bei den Geschäften", war Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz schon in bester Stimmung für den Weg ins Harpener Bockholt. "Das wird bestimmt ein wunderbares Fest", frohlockte die OB. Volker Protzel, Vorsitzender der Maiabendgesellschaft, stimmte in die gute Laune mit ein: "Frau Scholz, diese acht Kilometer ziehen wir locker weg".

Der Hitze getrotzt

Dann hatte der neue Junggesellenhauptmann Stefan Vahldieck seinen Auftritt. "Zutiefst mit Stolz erfüllt" sprach er "Auf nach Harpen!" und es ging los.

Aus 84 Gruppen bestand der Lindwurm, der der Hitze trotzte und sich aufmachte, eine junge Eiche dem Harpener Boden zu entreißen. Unterstützung erfuhren die Marschierenden von knapp 12 000 Bürgern. Jubelnd spornten sie die Maikerls an.
Strahlend wie die Sonne zog der Hauptmann, sein Adjutant Jean-Pascal Lohof, der Junggesellen-Offizier-Corps, der Rat der Stadt und viele andere Gruppen und Vereine durch die Straßen, machten Stimmung und warfen mit Bonbons.

Im Bockholt angekommen wartete gute Erbsensuppe und der freundlich-stichelnde Hans Heinrich Albers, genannt Schürenhöfer, auf die Truppe. Es gab Efeukränze und Efeurosetten für die Wandernden, einen neuen Spitznamen für Graf Engelbert und die Eiche.

"Sunne, sunne"

Frohen Mutes machte sich Stefan Vahldieck an den Spaten und das Ausbuddeln. Mit Hilfe der Graf-Engelbert-Gruppe ward der Baum erobert - doch etwas fehlte. Fleißig buddelte der Hauptmann weiter, hat der Boden des Harpener Bockholts traditionell eine weiter Überraschung in petto. Schweißtreibende Minuten später setzte der Schürenhöfer eine Unschuldsmiene auf: "Was du da suchst, das habe ich in der Hand". Der Scherz war schnell verziehen, handelte es sich doch um einen Gutschein für 30 Liter Fassbier.

Nach kurzer Rast ging es zurück in die Stadt und schließlich erschallte an der Beckporte der ersehnte Ruf: "Sunne, sunne, der Baum ist usse!" - Sebastian Ritscher

Quelle: Ruhr Nachrichten