612. Maiabendfest

612. Maiabendfest 2000 

"Wenn Blau-Weiß marschiert, hört der Himmel auf zu weinen", so die einheilige Meinung der über hundert Gruppen, die am Ausmarsch mit unserem Junggesellenhauptmann Thorsten Horn nach Harpen zogen, um die Junggeselleneiche zu holen. Pünktlich zum Abmarsch tat sich der Himmel auf und die zuvor niedergegangenen sinntflutartigen Regenfälle waren vergessen.
Tausende von Zuschauern applaudierten den Maikerls und Maimädels sowie allen Zugteilnehmenden Vereine und Verbände und spornten sie mit Blau-Weiß an. Ministerpräsident Wolfgang Clement war zum ersten Male in seiner amtlichen Funktion dabei und versprach, jedes Jahr wieder mitzugehen. Als Bochumer Junge weiß er, daß der Ausmarschtag Pflichttermin ist. Denn viele Gäste waren gekommen: unsere Freunde der Rolandgruppe aus Bochums Partnerstadt Nordhausen, die Cochemer Bürgerwehr mit einer so starken Abordnung wie schon seit Jahren nicht mehr, und auch die Weinkönigin ließ die Herzen überschlagen. Der Torgauer Geharnischten Verein, zu Gast bei der 2. Kompanie und zum ersten Male dabei, war von dem Ausmarsch so begeistert, daß der Vorsitzende der Geharnischten nach dem Ausmarsch gleich einen Eichbaum-Silbertaler ersteigerte. Mit über 150 Jugendlichen stellte der Stadtsportbund einen neuen Teilnehmerrekord auf. Die Vielfältigkeit und Farbenprächtigkeit des Zuges spiegelte nicht nur das Lebensgefühl in unserer Stadt wieder, sondern darüber hinaus die Freude, dabei zu sein. Bei einem fest, welches in seiner tradierten Form in Deutschland einmalig ist.

Jedem einzelnen Mitmarschierer und Mitmarschiererin gilt unser Dank für die Mühen, die sich in der Vorbereitung zu diesem großen Tag gemacht haben. Schön das Ihr alle da ward.
Ein kleiner Junge fragte den Vorsitzenden Volker Protzel nach einem blau-weißen Fähnchen. Im Ermangelung dessen, steckte Volker bei dem Kleinen einen seiner wenigen Abzeichen an. Beide strahlten; der Kleine voll Stolz und Volker bei dem Gedanken: wieder einen kleinen Maikerl überzeugt zu haben.