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Keine Chance auf Hitzefrei (WAZ)

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Keine Chance auf Hitzefrei

Der Ausmarsch nach Harpen geriet bei tropischen Temperaturen zu einem Kraftakt.


Tausende jubelten dem Junggesellenhauptmann und seinem Tross zu. "Uns qualmen die Socken!" - Als die Maischützen am Samstagmittag bei brütender Hitze das Bockholt erreichten, brachte Vorsitzender Volker Protzel die allgemeine Stimmung auf den Punkt: Die Blau-Weißen waren, wie der lange Heerwurm, der ihnen folgte, schweißgebadet. Über 2500 Aktive waren im Schweiße ihres Angesichts acht Kilometer weit marschiert. Bei Temperaturen von über 30 Grad in der Sonne kein Zuckerschlecken.

Um kurz nach eins hatte an diesem blendenden Frühlingsmittag der Junggesellenhauptmann Stefan Vahldieck die junge Eiche ausgegraben. Die Honoratioren der Maiabendgesellschaft, Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz und Hans-Heinrich Albert für die Harpener Schützen applaudierten. Zu den Klängen des Bochumer Jungenliedes schulterten dieselben das gute Stück und schafften es beiseite. Dann rückte die ganze Gesellschaft zum Essen-Fassen ab. Nach dem höllischen Marschweg war das eine weitere Prüfung: In der "Wärmekammer" des Festzeltes herrschten sicher 42 Grad. Die dampfende Erbensuppe tat ein Übriges.

"Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals so heiß war!", stöhnte der Vorsitzende atemlos, und alle nickten. Man muss wirklich lange zurückschauen: 1968 herrschte ebenfalls Tropenwetter in Bochum. "Strahlender Sonnenschein, wolkenloser Himmel und sommerliche Temperaturen belohnten Organisatoren und Teilnehmer des 580. Maiabendfestes überreichlich", schrieb die WAZ damals.

Auch für den Rückmarsch gab es kein hitzefrei. Auch wenn die Zuschauerkolonnen an den Straßenrändern, wie immer, viel spärlicher ausfielen als noch beim Ausmarsch ein paar Stunden zuvor, so gab es genügend hochsommerlich gekleidete Bürger/innen, die die "armen Maischützen" in ihren Fräcken und Schirmmützen bedauerten. Um 17 Uhr wurde endlich die Eiche an der Huestraße gepflanzt und mit Bier begossen. Der freundliche Spender des Maibaumes, Werner Heckendorf von Häusser Bau, packte beherzt mit an. Dann war´s geschafft. Endlich ging´s ab - unter die Dusche!

Quelle: Jürgen Boebers-Süßmann WAZ