Drucken

Programm visiert mit Bandbreite die Zukunft an (RN)

BOCHUM Tradition bewahren, Neues wagen, Bürger begeistern: Seit zwei Jahren ist die Maiabendgesellschaft auf dem Weg, das Maiabendfest zukunftsfest zu machen. Wie weit die Verantwortlichen dabei voran gekommen sind, soll am nächsten Wochenende deutlich werden.

 

Mit einem festlichen Umzug durch die Innenstadt begehen die Maischützen stets das Maiabendfest. (Foto: Laouari)

Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr wird es auch beim 624. Maiabendfest an allen vier Tagen einen historischen Mittelaltermarkt mit verschiedensten Angeboten geben. So finden sich bei den Marktleuten ein Seiler und ein Töpfer mit „allerlei Zierrat für die eigenen Gemächer“.

Gaukler und Jonglage

Ein buntes Programm bietet Niels der Gaukler mit Klamauk und Jonglage. Für musikalische Unterhaltung sorgen der Spielmann Michel von der Völkelweyde und Fafnir. Eine Rittergruppe kreuzt Klingen, Äxte und Keulen. Bei so viel Unterhaltung sollen Tradition und Geschichte aber nicht völlig in den Hintergrund gedrängt werden. Deshalb bietet die Maiabendgesellschaft spannende Führungen an. Kostenlos übrigens. Für Freitag, 27. April, haben sich zahlreiche Schulklassen angemeldet, die mehr über die Geschichte ihrer Stadt erfahren wollen.

Auf interessante Antworten zur Historie können sich Familien freuen, die am Sonntag an Stadtführungen teilnehmen. Mit diesen beiden Angeboten macht die Maiabendgesellschaft deutlich, dass das Maiabendfest viel mehr sein soll als ein unterhaltsames Fest. Es will auch den Blick auf die Geschichte der Stadt richten.

Mitmachaktion Münzprägung

Dazu gehört, dass es in diesem Jahr zum ersten Mal ein Nachspiel der historischen Zinstalerauszahlung gibt. Dazu wird extra eine Spindelpresse aus Stuttgart „angekarrt“. Und wenn die Maiabendgesellschaft extra eine Stanze anfertigen lässt, bietet sich an, aus der Münzprägung eine Mitmachaktion zu machen.

Zentrales Element der Großveranstaltung bleibt jedoch der Ausmarsch nach Harpen und das Einholen der Eiche. Allerdings gibt es auch hier eine Neuerung. Wer sich schon auf die rund 7,5 Kilometer lange Strecke nach Harpen macht, soll bei seiner Ankunft auch gleich belohnt werden.

Eiche ausgraben

„Erst gibt es die Erbsensuppe, danach wird die Eiche ausgegraben“, sagt der 1. Vorsitzende Karl-Heinz Böke, der gleich auf die nächste Veränderung hinweist. Im Jubiläumsjahr 2013 mit dem 625. Maiabendfest wird der Baum zum letzten Mal in der Innenstadt eingepflanzt. Danach entscheidet aus Platzgründen der Spender über den Standort. Am Kuhhirten wird ein Schild an sein Engagement erinnern.

Jetzt konzentrieren sich die Verantwortlichen der Maiabendgesellschaft erst einmal auf das diesjährige Fest vom 26. bis 29. April. Über die erwarteten Besucherzahlen will sich Christian Schonefeld von der Dortmunder gate communication group GmbH nicht weiter auslassen („Alles Kaffeesatzleserei“).

Geschäfte geöffnet

„Luft nach oben“ habe das Fest beim Brauchtumsabend. „Mit Sicherheit noch Platz gibt es am Freitag.“ Der Sonntag sei bereits im vergangenen Jahr sehr gut besucht gewesen. Da in diesem Jahr auch zugleich die Geschäfte geöffnet haben, dürften die Massen in die Stadt strömen. Die Maiabendgesellschaft hofft, dass sie nicht nur die Geschäfte stürmen. Dann wäre der Verein bei der Sicherung des Festes einen großen Schritt voran gekommen.

 

Ruhr Nachrichten 17.04.2012 - Thomas Aschwer