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Die Eichen-Allee in der City ist fast wieder komplett (RN)

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Die Eichen-Allee in der City ist fast wieder komplett

Der Eingang zur Grabenstraße präsentiert sich wieder in städtebaulich exakter Weise


Grabenstrasse
Das müsste man wohl einen Traditionsverlust nennen - wären die Hochbeete in der Grabenstraße nicht mehr komplett mit den Junggeselleneichen der letzten Jahre bestückt.
Sie sind es fast wieder - nachdem am Eck-Boulevard/Grabenstraße die Eichen wieder gepflanzt sind. Und nur im Baustellenbereich am Kortum-Haus die Eichen innerhalb der Bauzäune mit Einverständnis der Maiabendgesellschaft von städtischen Grünflächenamt ausgelagert wurden. Sie werden natürlich nach Ende der Bauzait wieder eingepflanzt.
Immerhin hatte sich die Maiabendgesellschaft viel darauf zugute gehalten, das die Junggesellen ihren Maibaum wieder zurück in die Stadt tragen und einer bekannten Bochumer Persönlichkeit oder einer Bochumer Institution widmen. Und das nach Jahrzehnten der Interimslösung, währenddessen die Blau-Weißen mit ihrem Junggesellenhauptmann nach Abschluss der traditionellen Vorgaben im Harpener Bockholt den Eichbaum ausgegraben und in den Bochumer Stadtpark getragen hatten, um ihn dort auf der Maiwiese einzupflanzen.
Es war vor elf Jahren, als die Maiabendgesellschaft während interner Diskussionen über Neugestaltungen im Ablauf ihres Heimatfestes weit zurück in die Vergangenheit blickte und sich der Gepflogenheit von ehedem - und das war vor 1877 - bewusst wurde. Damals musste der Eichbaum - dem Legat des Grafen Engelbert III. zufolge - von den Junggesellen bis zum Sonnenuntergang in die Stadt zurück getragen sein - sonst hätte es vom Erwerber der Eiche, einem honorigem Bürger, keinen Taler für den alljährlichen Festschmaus gegeben.
Für die Maikerls unserer Zeit mithin eine Verpflichtung, den alten Brauch wieder aufzugreifen. Seit 1996 nun, mit dem 608.Maiabendfest, findet das Finale des Marsches der Junggesellen nach Harpen nicht mehr im Stadtpark sondern wieder in der Bochumer City statt. Seither wird die junge Eiche in einem Hochbeet an der Grabenstraße eingepflanzt.
Und auch der erste Erwerber des Eichbaums, die bekannte Bochumer Kaufmannsfamilie Flasche, setzte eine Tradition fort. Schon deren Vorfahren hatten vor über 100 Jahren den Junggesellen den obligatorischen Tribut für die Eiche entrichtet. In den Folgejahren war die Eiche diesen Persönlichkeiten und Institutionen gewidmet:

• Firma Baltz (1997) •
• Klaus Liermann (1998) •
• Firma Braun-Druck (1999) •
• Opel (2000) •
• Ewald Fischer (2001)
• Sparkasse Bochum (2002) •
• Fiege Brauerei (2003) • Brinkhoff-Brauerei (2004) •
• Stadtwerke Bochum (2005) • Deutsche BP/Aral (2006) •

Und jetzt kommt als zwölfte Widmung an den Erwerber Häusser-Bau hinzu. Doch zurück zu den Maibäumen in den Hochbeeten an der Grabenstraße. Elf an der Zahl sind inzwischen dort eingepflanzt worden. Womit auch die Anzahl der vorhandenen Hochbeete ausgeschöpft ist. Die diesjährige Junggeselleneiche wird ihren Platz in einem Hochbeet in der Huestraße finden.
An der Grabenstraße ist inzwischen die Eichen-Allee, der Stolz der Blau-Weißen, fast wieder komplett. Das sah im Vorjahr noch nicht so aus. Da hatte es die Junggeselleneichen der letzten beiden Jahre "bös erwischt". Beide hatten zwischenzeitlich eine "Auszeit" nehmen müssen.
Die Eiche des 617. Bochumer Maiabendfests aus dem Jahr 2005, gewidmet den Bochumer Stadtwerken, war im letzten Trocken-Sommer wohl "verdurstet". Ihr ausgemergelter Stamm musste ausgegraben und entsorgt werden. Und die Eiche des 618.Maiabendfestes aus dem Jahr 2006, gewidmet der deutschen BP/Aral, verschwand zunächst hinter einem Bauzaun, wurde vorsorglich vor den Bauarbeiten geschützt und ausgegraben, als nämlich der Eck-Umbau der vormaligen Böhmer-Schuhe zur Volksbank-Filiale samt Schmidtmeier-Bäckerei anstand. Was jetzt in gleicher Weise mit den Eichen innerhalb des Bauzaunes am Kortum-Haus der Fall ist.
Nunmehr präsentiert sich die Eichen-Allee zumindest am Eingang Boulevard/Grabenstraße wieder in städtebaulich-exakter Weise. Rechtzeitlig vor dem diesjährigen Maiabendfest sind dort die Eichen wieder in die Beete gesetzt worden. Ergänzt natürlich um die zu ihnen gehörenden Widmungstafeln.
Inzwischen ist an der Grabenstraße das Platzangebot für weitere Maieichen ausgeschöpft. Gemeinsam mit der Stadt hat jetzt die Maiabendgesellschaft, die nach wie vor dem Brauch folgend, die Junggeselleiche in die Stadt zurückzutragen, nach neuen Eichplätzen Ausschau gehalten, und ist dabei an der Huestraße fündig geworden. Dort soll künftig die neue Eichen-Allee in der City angelegt werden.

Quelle: Ruhr Nachrichten Bochum / Sonderveröffentllichung / Foto: Heinz-Werner Sure