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Tagesbefehl heißt: "Auf nach Harpen" (RN)

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 Tagesbefehl heißt: "Auf nach Harpen" (RN)

Tagesbefehl heißt: "Auf nach Harpen"

Stefan Vahldieck ist neuer Junggesellenhauptmann


Jean Pascal Lohof und Stefan Vahldieck
Nichts ist beständiger als der Wechsel.
Was Ludwig Börne vor über 180 Jahren als natürlichste Erkenntnis des Daseins formulierte, gilt allemal für die Bochumer Maiabendgesellschaft und deren Wechsel an der Spitze ihrer Maikerls. Denn - "Blau-Weiß" hat wieder einen neuen Junggesellenhauptmann: Stefan Vahldieck, 28.Junggesellenhauptmann seit 1948. Und er ist mit 24 Jahren einer ihrer Jüngsten, zudem einer, dem die "blau-weiße Sache" echt am Herzen liegt.
Tief schürft der neue Junggesellenhauptmann zurück in der Literatur, wenn er die Tradition der Maiabendgesellschaft beleuchtet und die historischen Ereignisse würdigt. Und wird bei Voltaire fündig und dessen Diktum: "Gewohnheit, Sitte und Brauch sind stärker als die Wahrheit".
Meinte Voltaire damit, so hinterfragt der neue Junggesellenhauptmann, dass die meisten Traditionen Hirngespinste sind oder etwa, dass Traditionen meist keinen geschichtlichen Hintergrund aufweisen können? Möglich, meint Stefan Vahldieck. Aber - hat Voltaire das Bochumer Maiabendfest gekannt? Wohl kaum. Denn , so interpretiert der neue Junggesellenhauptmann weiter, die Blau-Weißen haben immerhin eine Tradition, die sich mit historischen Ereignissen belegen lässt.

Tradition bewahren

Und das schon seit 619 Jahren. Seither holen die Bochumer Jungen ihre Eiche aus dem Bockholt. Und genau so lange setzen sich die Bürger dafür ein, dieses in Westfalen einzigartige Brauchtum zu hegen und zu pflegen. Sei es in voller Uniform, in mittelalterlichen Gewändern, in Kostümen oder im Anzug. Hauptsache ist ihnen, das dieses Fest erhalten bleibt.
Womit der neue Junggesellenhauptmann weit nach vorne blickt. Dass es diese Bürger gibt, ist ihm wichtig, weil sonst die schönen Traditionen und die Bräuche in seiner Heimatstadt Bochum verloren gehen könnten.
Und das ist auch der Grund, warum er sich selbst in den Dienst der "blau-weißen Tradition" gestellt hat. Es wäre zu Schade, sagt Stefan Vahldieck, wenn die ganzen Mühen der Väter und Vorväter umsonst gewesen wären. Ihre Traditionen zu bewahren, ist auch das Ziel, das er sich gesetzt hat.
Und das schon seit drei Jahren, seit er bei den Blau-Weißen mitmacht. Der Weg zu ihnen ging eigentlich wie bei jungen Leuten heute üblich - über das Internet: Anklicken bei der Maiabendgesellschaft und anmelden. Denn das Maiabendfest ist ihm seit Grundschultagen bekannt, jetzt wollte er als Bochumer Junge auch mitmachen und sich für die Tradition engagieren. Das hat er bereits im Vorjahr bewiesen: Als Ehrendamen-Offizier.
Getreu den Ansprüchen der blau-weißen will Stefan Vahldieck gemeinsam mit seinem Adjutanten Jean-Pascal Lohof die Gemeinschaft der Blau-Weißen nach Harpen führen, um das Legat ihres Stifters, des Grafen Engelbert III., zu erfüllen.

Harmonisches Fest

Aber auch das ist dem neuen Junggesellenhauptmann und seinem Adjutanten wichtig: Sie möchten den Bochumer Jungen die Möglichkeit geben, sich ihnen anzuschließen; mit ihnen das 619.Maiabendfest zu feiern. Weil jeder seinen Beitrag dazu leisten kann, das Traditionsfest zu bewahren - auch wenn es nur an diesem einen Tag im Jahr ist - der alle Herzen höher schlagen lässt.
Stefan Vahldieck freut sich auf die neue Aufgabe. er nennt es eine Ehre, alle Menschen, die sich für das Fest einsetzen und mitmachen, auf dem Zug nach Harpen anzuführen. Und das meint der neue Junggesellenhauptmann ehrlich. Er wünscht sich ein harmonisches Fest und gibt als "Tagesbefehl" heraus: Auf nach Harpen.

Quelle: Ruhr Nachrichten / Sonderveröffentllichung / Foto: Sure