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Zapfenstreich 2011

Zapfenstreich 2011
 
Die Rede des 1.Vorsitzenden Karl-Heinz Böke:

 


Sehr geehrter Herr Justizminister Kuschaty,
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Dr. Scholz,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Maimädchen und Maikerls,
liebe Freunde des Maiabendfestes,

unter dem Motto „Vertraut den neuen Wegen“ haben wir im letzten Jahr – anlässlich unseres 622. Bochumer Maiabendfestes – Veränderungen vorgenommen, um dieses alte Heimatfest zu einem Volksfest auszubauen.

Diese Veränderung scheint uns, wie sich im Nachhinein gezeigt hat, gelungen zu sein. Darum danke, danke an alle, die uns bei der Umgestaltung des Maiabendfestes unterstützt haben.

Nachdem wir im letzten Jahr diese Wende mit Erfolg auf den Weg gebracht haben, hätte ich nicht gedacht, dass der bürokratische Weg zu einem Volksfest so holprig und steinig sein kann. Einen Ball zum Spielen zu haben ist etwas Schönes, aber als Spielball zwischen zwei Institutionen benutzt zu werden, ist unerfreulich und das gehört sich nicht.

Ich hätte mir deshalb schon lange im Vorhinein ein wenig mehr logistische Unterstützung gewünscht – und damit meine ich nicht nur Geld, auch wenn wir dieses dringend benötigen – nein, organisatorischen Beistand. Wir alle vom Vorstand machen diese Arbeit hier ehrenamtlich, ohne jegliche Bezahlung, und zwar aus Liebe zu unserer Stadt und diesem Fest.
Darum möchte ich an dieser Stelle all meinen Vorstandskollegen danken, die sich mit ihrer Einsatzkraft und ihrem Engagement in dieses Fest eingebracht haben, damit wir es heute zelebrieren
können, danke!

Um ein junges Pflänzchen weiter am Leben zu erhalten und es wirklich zu einem Volksfest erblühen zu lassen, genügen nicht nur Lippenbekenntnisse der Stadt, nein, es müssen auch Taten folgen. Es ist nicht nur ein Fest der Maischützen, sondern sollte ein Fest aller Bochumer sein.

Aus diesem Grunde rufe ich alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf: Macht mit, bringt euch ein bei diesem so einmaligen Heimatfest.

Bochum, als ein wesentliches Zentrum des Ruhrgebiets, beherbergt eine vielfältige Landschaft von Kulturvereinen und Verbänden, an die wir appellieren möchten, sich ebenfalls einzubringen und beispielsweise am Umzug teilzunehmen.

Des Weiteren möchten wir auch insbesondere junge Bochumerinnen und Bochumer für das Brauchtum der Region, in der sie leben, sensibilisieren und sie motivieren, bei uns mitzuwirken.

Mir ist durchaus bekannt, dass die Jugend im urbanen Raum derartige Feste vermehrt als „Volkstümelei“ abtut, die veraltet und unzeitgemäß zu sein scheint. Zudem wird auch die Parade von manchen als „militaristisch“ empfunden.

Dazu gebe ich aber zu bedenken: Das Maiabendfest, als Teil unserer lokalen Kultur, will kein Fest sein, dass nur auf längst vergangene historische Ereignisse zurückblickt, es will vielmehr als das!

Obgleich es in einer spezifischen Tradition steht, ist das Bochumer Maiabendfest in erster Linie ein identitätsstiftender und gemeinschaftsfördernder Brauch.

Feste, wie Geburtstage, Jubiläen oder kirchliche Feiertage sind doch zumeist im privaten Bereich angesiedelt.

Durch das Maiabendfest kann jedoch eine ganze Stadt an einer Feierlichkeit teilhaben, die sich positiv auf das Gemeinschaftsgefühl auswirkt. Mir ist kein anderer Anlass bekannt, der allen Menschen der Stadt eine solche Gelegenheit bietet, zusammen zu kommen.

Wir haben im letzten Jahr gezeigt, dass ein Brauch nichts Starres sein muss, auch er passt sich dem gesellschaftlichen Wandel an. Als eine wiederkehrende, sich neu formierende und dennoch beständige Tradition stellt er eventuell sogar eine Art Gegenbewegung zu den schnelllebigenAnteilen des Lebens dar.

Das Kulturhauptstadtjahr 2010 ist mit großem Erfolg zu Ende gegangen und es hat mal wieder deutlich gemacht, welche Kräfte in der Ruhrmetropole schlummern. Allerdings müssen diese geweckt beziehungsweise aufgerüttelt werden.

Besonders das Stillleben auf der A 40 hat ein ungewöhnliches Echo bei allen Beteiligten ausgelöst.

Ich rufe sie nochmals auf: Beteiligen Sie sich 2011 und bringen Sie sich bei unserem schönen Heimatfest ein. Zeigen Sie anderen Städten, welches Potential hier im Herzen des Ruhrgebiets vorhanden ist.

Zeigen wir, welche lebendige Erinnerungskultur und welchen Gemeinschaftssinn wir haben, damit wir mit Stolz wieder sagen können: „Bochum, Schaufenster des Reviers.

Blau - Weiß