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Maiabendgesellschaft verteidigt Neuerungen (RN)

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Maiabendgesellschaft verteidigt Neuerungen


Die Entscheidung der Maiabendgesellschaft, ihr 622. Maiabendfest schwerpunktmäßig von Harpen in die Innenstadt zu verlegen, hatte im Bochumer Norden für böses Blut gesorgt. Karl-Heinz Böke, Vorsitzender der Maiabendgesellschaft, ging nun am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms in die Offensive.

"Wir machen, was wir machen müssen. Und nehmen den Harpenern nicht das Maiabendfest weg. Es wird immer so bleiben, dass wir in Harpen die Eiche holen. Wir holen die Tradition nur nach Bochum zurück, wo sie hingehört", sagte Böke und fuhr fort. "Ich find's beschämend, was im Vorfeld gelaufen ist, dass man uns wirtschaftliche Interessen vorwirft. Wir haben keinen Verdienst daran."

Runder Tisch soll Unstimmigkeiten lösen
Schon bald soll es einen großen, runden Tisch geben, um Dissonanzen aus dem Weg zu räumen. Bis dahin hofft Böke aber, dass Harpener und Gerther das 622. Maiabendfest vom 22. bis 25. April auf dem Bongard-Boulevard besuchen werden.

Die Vorteile für den veränderten Umzug lägen auf der Hand. Michael Schüren, Sprecher Maiabendgesellschaft, führt aus: "Die Stärke des Zuges nach dem Ausmarsch aus der Stadt hat sich in den vergangenen Jahren bereits in Höhe des Kirmesplatzes an der Castroper Straße erheblich dezimiert. Wir denken, dass der Festzug am Samstag, der diesmal nach Bochum einziehen wird, annähernd die Größe des bisherigen Ausmarsches haben wird." Außerdem käme so kein Häufchen ermüdeter Wanderer nach 18 Kilometer Fußmarsch in der Innenstadt an, um dort nur noch ein "bedauernswertes Bild" abzugeben.

600 Marschierer erwartet
Zur Abholung der Eiche in Harpen rechnet die Maiabendgesellschaft mit rund 600 Marschierern. Für den Einmarsch vom Kirmesplatz in die City und den dortigen Umzug mit rund 2500. Das Bundesligaspiel des VfL Bochum gegen den VfB Stuttgart hat die Deutsche Fußballliga des Maiabendfestes zuliebe von Samstag auf Freitag vorverlegt.

Baum wird auf Bühne eingepflanzt
Der Eichbaum wird diesmal auf der Bühne am Kuhhirten dem Erwerber übergeben und symbolisch eingepflanzt. Anschließend wird auf dem Boulevard gefeiert. "So wird der ursprüngliche Gedanke des Maiabendfestes wieder in den Vordergrund gerückt, nämlich das Feiern in Bochum mit seinen Bürgern, Gästen und Freunden", so Schüren.

Hoffen auf mehr Gäste
Netter Nebeneffekt: Die Zentralisierung des Festes soll mehr Auswärtige anlocken. Was angesichts schwindender Mitgliederzahlen bei der Maiabendgesellschaft und nachlassendem Interesses der Bochumer Bevölkerung dringend nötig wäre. "Sonst laufen wir Gefahr, dass sich das Maiabendfest irgendwann verläuft", betont Karl-HeinzBöke.


Quelle: Ruhrnachrichten / Lokales Bochum / von Christoph Witte am 7. April 2010