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Maiabendgesellschaft revolutioniert ihr Fest (RN)

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Mit Christian Schoenefeld als Organisator will die Bochumer Maiabendgesellschaft neue Wege gehen - ohne dabei die Tradition aus dem Blick zu verlieren.

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Die Köpfe des neuen Maiabendfestes: Michael Schüren (v.l.), Karl-Heinz Böke und Organisator Christian Schoenefeld.
Foto: Reichel
"Alle gemeinsam haben wir entschieden: Wir machen einen Neuanfang." Christian Schoenefeld redet voll Eifer. Er will das Maiabendfest in die Moderne führen. Umkrempeln. Ohne die Tradition zu verlieren.

Neues Profil

Schoenefeld hat sich schon mehrerer in die Jahre gekommener Bochumer Volksfeste angenommen. Die Straßenfeste der Werbegemeinschaft Alter Bahnhof in Langendreer, das Hafenfest am Kemnader See. Recht erfolgreich hat er ihnen ein neues Profil verpasst.

Sein größtes Projekt ist das Maiabendfest. "Wir müssen die Sympathiewerte der Maiabendgesellschaft verbessern", sagt er. Im Klartext: Weg vom Image trunkener Schützen. Das Maiabendfest am letzen Aprilwochenende soll eine Herzenssache werden.

Mittelaltermarkt

Ein Fest von Bochumern für Bochumer: Mit Mittelaltermarkt auf dem Boulevard, einer 80 Quadratmeter großen Bühne am Kuhhirtenplatz, Lichtinstallationen, die die Bochumer Geschichte präsentieren, dazu Musik, Bier- und Bratwurststände, ein Feuerwerk am Samstagabend.

"Und natürlich wird die Eiche geholt", betonen Karl-Heinz Böke und Michael Schüren von der Maiabendgesellschaft. Nur anders.

Ausmarsch nach Harpen

Den Ausmarsch nach Harpen treten die Maischützen allein an. Unterstützer, Vereine und Freunde versammeln sich nachmittags auf dem Kirmesplatz an der Castroper Straße, nehmen dort die Maischützen mit Baum in Empfang und marschieren gemeinsam in die Stadt.

"Wir werden den Bochumern ein schönes Bild bieten", verspricht Schoenefeld, der auf viele Gäste am Straßenrand hofft. Nur dass sie 2010 einen Einmarsch und keinen Ausmarsch erleben.

"Harpen ist wichtig"

Den Harpenern schmeckt dies bekanntlich wenig. Sie fühlen sich um ihr Maiabendfest in Harpen betrogen. Das ist nicht das Ansinnen der Maiabendgesellschaft. "Harpen ist uns wichtig", sagt Schüren. "Wir wollen sie mitnehmen." Das müssen sie auch, denn gefeiert wird in der Innenstadt. Mit allen Stadtteilen zusammen.


Quelle: Ruhrnachrichten / Lokales Bochum /von Benedikt Reichel am 18. März 2010