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Neustart auf dem Boulevard (WAZ)

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Neustart auf dem Boulevard

 

Überraschung auf der gut besuchten Jahresversammlung der Bochumer Maiabendgesellschaft: Der Vorstand legte ein dezidiertes Konzept vor, nach dem in den nächsten Jahren das Maiabendfest zu einem viertägigen Stadtfest auf dem Boulevard ausgebaut werden soll.

 

Der Vorschlag, der nun in die organisatorische Ausarbeitung geht, wurde mit übergroßer Mehrheit angenommen.

In monatelanger Vorbereitung hatte der Maiabend-Vorstand mit dem Beirat und der Bochumer Agentur Life Event Service (u.a. Kemnader See in Flammen, Musiksommer) an dem Konzept gefeilt, und es vorab bereits den Kompanie-Hauptleuten vorgelegt. Am Mittwoch nun wurde offiziell über das wie & was informiert.

Großer Einschnitt

Christian Schonefeld (Life Event), der das Konzept präsentierte, schickte voraus, es handele bei der beabsichtigten Umstrukturierung um einen „großen Einschnitt”. Tatsächlich bleibt, wenn die Umsetzung gelingt, beim Maiabendfest kaum etwas, wie es war. Zwar werden die drei Kernpunkte – Brauchtumsabend, Zapfenstreich, Ausmarsch – natürlich nicht angetastet, aber das Drumherum soll sich in komplett verändertem Zuschnitt präsentieren.

Vier Tage Volksfest

Angedacht ist, vom Donnerstag vor bis zum Sonntag nach dem Ausmarsch den Boulevard mit einem Handwerks- und Mittelalter-Markt zu bestücken, eine Bühne aufzubauen, auf der nicht nur Blasmusik, sondern (auch) Pop- und Rock geboten wird, auf der Bochumer Musiker, Schauspieler, Literaten sich produzieren können. Dazu kommen Info-Stände rund ums Maiabendfest und die Kompanien/Gruppierungen; auch die Präsentation der Mittelaltergruppe „1388” ist vorgesehen. Wie einen Mix aus Kuhhirtenfest und Musiksommer mag man sich das Beiprogramm des „neuen” Maiabendfests da vorstellen.

Ausmarsch nach Harpen

Die wichtigste Änderung bezieht sich auf den Ausmarsch nach Harpen: Er soll künftig ohne die Gastvereine erfolgen. Diese sollen vielmehr erst am Nachmittag, beim Rückmarsch des blau-weißen Maikerls aus Harpen, zu der Marschsäule stoßen – um so beim Einmarsch in die Innenstadt zwecks Eichpflanzung und anschließendem Stadtfest ein farbiges Bild und Volksfeststimmung zu vermitteln.

Frage der Finanzierung

Bleibt die Frage nach der Finanzierung. Schonefeld sagte, es seien mit möglichen Sponsoren, aber auch mit BO-Marketing und der Stadt bereits „sehr positive” Gespräche geführt worden. Die Finanzierung – eine fünfstellige Summe würde der Neustart des Maibendfestes wohl kosten – sei anspruchsvoll, aber machbar.

 

WAZ Bochum, 29.01.2010, Jürgen Boebers-Süßmann