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Ausmarsch der Maikerls nach Harpen bei Kaiserwetter (WAZ)

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Ausmarsch der Maikerls nach Harpen bei Kaiserwetter

 

Bochum. Zehntausende Zuschauer an den Straßen, 3500 Aktive, die im Zug mitmarschierten. Dazu blau-weißes Wetter und ein frühlingsfrischer Wind: Der äußere Rahmen für den Auszug nach Harpen war am Samstag 1 +. Der 621. Ausmarsch war einer erfreulichsten in den Annalen der Maiabendgesellschaft.
 
 Für viele Bochumer ist das der schönste Moment des Maiabendfestes: Unter der blühenden Kastanie am Brauhaus Rietkötter zu stehen, im Kreis von blau-weiß gestimmten Gleichgesinnten, die Propsteikirche und den alten Markt im Blick - und dann die Tschinellen und Trommeln und Fanfaren zu hören, die den Zug ankündigen. Und wenn dann, nur einige Minuten später, die lange Marschkolonne mit all den Fahnen, Kostümen und Verkleidungen wie ein bunter Lindwurm durch die an dieser Stelle schmale Große Beckstraße marschiert, dann denkt jeder eigentlich nur eines: Bochumer Herz, was willst Du mehr!

Überall Stimmung, Fähnchen und "Blau-weiß"

Das mag ein bisschen übertrieben klingen, aber genauso haben viele empfunden, die am hellen Samstagvormittag vor Rietkötter auf den Vorbeimarsch der Maischützen warteten. Oder vorm Planetarium. Oder an den Stahlwerken. In der Vöde. Entlang der Maischützenstraße in Harpen. Überall aufgeräumte Stimmung, und überall Fähnchen und Wimpel und der Ruf des Tages: "Blau-weiß!". Zwar mag die rege Beteiligung auch dem Kaiserwetter geschuldet gewesen sein, aber die Begeisterung entlang des Marschweges war auf jeden Fall echt.

Der Ablauf selbst war ebenfalls problemlos. Um 10.25 Uhr hatte Junggesellenhauptmann Jean Pascal Lohof (21) die Teilnehmer in Marsch gesetzt. Neben Bundestagspräsident Norbert Lammert und OB Ottilie Scholz gingen nicht nur die Ratsvertreter, sondern über 3000 Teilnehmer mit - von den Kompanien und Gruppen der Maiabendgesellschaft über die Roland-Gruppe aus der Partnerstadt Nordhausen und die mittelalterlich gewandete „Stadtwache Bochum 1388” bis zu den immer munteren „Zwergen” , der Karnevalsgruppe der Pfarrei Christ König.

Der Hauptmann grub die Eiche aus

An der Ortsgrenze Harpen nahm „der Schürenhöfer” Hans Heinrich Albert die Parade ab, und dann ging es endlich ins Bockholt, wo Hauptmann Lohof um viertel vor zwei die Eiche ausgrub. Nach dem Absingen des Bochumer Jungenliedes ging es zum Erbsensuppen-Fassen ins Festzelt, wo die niedliche Bo-Maus-Bande der Maischützenschule ihr Musical aufführte.

Und dann ging es, bei weiterhin sonnigem Wetter, auf den langen, acht Kilometer weiten Weg zurück. Da tropfte der Schweiß, aber natürlich war für „Kühlwasser” und Wegzehrung auf jedem Wagen gesorgt. Um 16.30 Uhr wurde der Maibaum - eine Spende des Bochumer Vereins - in der Huestraße gepflanzt. Mit dabei: Bürgermeisterin Gaby Schäfer. Es gab Applaus für die Maikerls, und noch einmal das Jungenlied. Denn einmal mehr war mit dem Herbeischaffen des Maibaums „in die Stadtmauern vor Sonnenuntergang” das uralte Legat des Grafen Engelbert erfüllt. Da waren alle froh. Vor allem der Hauptmann: Nach einem Tag im harten Sattel hoch zu Ross, konnte sich nun auch Jean Pascal Lohof endlich wieder die Beine vertreten.

Blau-weiß

Quelle: WAZ 27.04.2009 / Lokales / von Jürgen Boebers-Süßmann