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Fertig restaurierte Engelbert-Statue blitzt und blinkt (RN)

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Fertig restaurierte Engelbert-Statue blitzt und blinkt

 

HOFSTEDE Gut sieht er aus, der alte Engelbert. Jugendlich und frisch, mit einem glänzenden Teint. Restauratoren haben Bochums berühmtem 200-Kilo-Grafen eine Schönheitskur verpasst. Jetzt wartet der Bronze-Mann darauf, endlich wieder übers Bermuda3Eck wachen zu dürfen.

Mit der Arbeit der Restauratoren ist der städtische Bauleiter Christian Heskamp rundum zufrieden.
Foto: Walter
Ein paar Wochen muss sich unser Engelbert noch gedulden und in einer dunklen Betriebshof-Halle des Technischen Dienstes ausharren. "Sobald die Baumaßnahmen im Bermuda3Eck abgeschlossen sind, darf er zurück", verspricht Christian Heskamp (31), Bauleiter der Stadt. Zurück auf Bochums Kneipenmeile, zurück auf seinen Sockel im Engelbertbrunnen.

Neuer, alter Brunnen

Heskamp schätzt, dass das allseits bekannte Wasserspiel "etwa ab Mitte Mai" wieder aufgebaut wird. Auf Experimente verzichtet die Stadt dabei. "Der Brunnen wird genauso aussehen wie vorher", sagt der städtische Bauleiter und schmunzelt: "Nur neuer."

100 Stunden Arbeitszeit

Die Hände in die Hüften gestemmt, lässt Heskamp seinen Blick über die vom Scheitel bis zur Sohle überarbeitete Engelbert-Statue schweifen. "Um die 100 Stunden Arbeitszeit haben Profis aus einem Düsseldorfer Atelier in die Restaurierung gesteckt", weiß er. "Und einen wirklich guten Job gemacht."

 
7500 Euro
Nach der Schönheitskur pellt Benjamin Skowronek den Engelbert aus seiner schützenden Verpackung.
RN-Foto: Walter

 Inklusive der Bronzefresken, die künftig wie gehabt den Betonsockel des Brunnens umlaufen werden, hat sich die Stadt die Auffrischung rund 7500 Euro kosten lassen. Grünspan, Vogelkot und andere Ablagerungen sind wegpoliert, die Statue blitzt und blinkt. Und wird endlich wieder einen festen Stand haben. Denn der Engelbert drohte aus den Latschen zu kippen.

 

 

 

 

Feine Risse

"Im Bereich der Fersen haben wir bei der Demontage im November feine Risse festgestellt", erklärt Heskamp. "Dadurch bestand Gefahr, dass die Statue abbricht und umfällt." Auch diese maroden Stellen haben die Restauratoren ausgebessert, im Innern der hohlen Beine Verstärkungen eingegossen. "Da brennt jetzt nichts mehr an", so Heskamp.

Damit Graf Engelbert über die Jahre seinen neuen Glanz nicht allzu schnell wieder verliert, haben ihn die Restauratoren dick mit Wachs eingecremt.

Erinnerung an den Maiabendfest-Stifter

In Erinnerung an Graf Engelbert III. von der Mark (1330-1391) ist der Engelbert-Brunnen im Jahr 1910 im Bermuda3Eck errichtet worden. Der Zweite Weltkrieg ging nicht spurlos an dem prominenten Wasserspiel vorbei: Der Brunnen wurde 1944 zerstört.

Erst 20 Jahre später ist der Engelbert-Brunnen in neuer Form wieder aufgebaut worden. Graf Engelbert III. von der Mark gilt der Überlieferung nach als Stifter des Bochumer Maiabendfestes.

Quelle: Ruhrnachrichten / Lokales Bochum / 23.April 2009 - Von Christoph Walter