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Blau-weiß auf dem Boulevard (WAZ)

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Blau-weiß auf dem Boulevard

Die Maischützen rüsten sich für das 621. Maiabendfest, das mit dem Ausmarsch nach Harpen am Samstag, 25. April, seinen Höhepunkt erreicht. Das Traditionsfest präsentiert sich wie gewohnt, aber ein paar Neuerungen gibt es doch: „Am Auffälligsten wird sein, dass der Abmarsch wieder vom Rathausplatz erfolgt", erläutert Vorstand Karl-Heinz Böke. Im letzten Jahr war man vom (engen) Boulevard gestartet, was zu Gedränge und Verzögerungen geführt hatte. „Wir haben daraus gelernt und uns wieder für unseren angestammten Platz vorm Rathaus entschieden", so Böke. Das gilt allerdings nur für den Ausmarschtag; die weiteren wesentlichen Bestandteile eines jeden Maibendfestes finden wie gewohnt an der Bühne am Kuhhirten statt: der Brauchtumsabend (früher Dämmerschoppen) am Donnerstag, 23. April, und der Zapfenstreich am Freitag, 24. April (21 Uhr).


Organisatorisch gestemmt wird das von der Maiabendgesellschaft veranstaltete Fest in Kooperation mit BO-Marketing. Beim Brauchtumsabend stehen nicht nur die Vorstellung des Junggesellenhauptmannes, die Beförderung der Offiziere und ein Höhenfeuerwerk an, vielmehr soll es auch Musik und Kabarett-Vorführungen geben. Das gilt auch für den Samstag, den Ausmarschtag. Immer wieder wurde beklagt, dass nach dem Abmarsch der rund 4000 Zugteilnehmer nach Harpen die Innenstadt „verwaist" sei, bis die Maikerls mit dem Maibaum nachmittags zurückkehren. Um diesem Vakuum vorzubeugen, wurde für den 25. April ein nachmittägliches Bühnenprogramm mit Musik, Unterhaltung, aber auch mit Würstchenständen und Bierbuden rundum aufgezogen – hier können sich die Bochumer, die nicht mitmarschieren, die Zeit bis zur Rückkehr der Eiche vertreiben (Stifter des Baumes ist diesmal der Bochumer Verein für Verkehrstechnik). Nach der Eichpflanzung an der Huestraße gibt es auf der Bühne am Kuhhirten ein abendliches Musikprogramm, neben anderen ist Schlagersänger Michael Kern gebucht.

Dass die Tradition des 621 Jahre alten Festes in Zukunft weiter lebe, wünschen sich alle, die eine blau-weiße Bochumer Seele in sich spüren. Dass das Fest sich ändern muss, um interessant zu bleiben, ist aber auch klar. Und, dass die Maiabendgesellschaft an der Grenze ihrer Kapazitäten angelegt ist. „Wenn wir das Maiabendfest zu einem richtigen, großen Stadtfest machen wollen, wird es ohne die Hilfe der Stadt und der Geschäftsleute nicht gehen", stellt Böke klar.

Quelle: WAZ / 01.04.2009 / Lokales / von Jürgen Boebers-Süßmann