Drucken

Für die Tradition (WAZ)

am .

Für die Tradition (WAZ) 

Junggesellenhauptmann Stefan Vahldieck

Seit zwei Jahren ist der 24-Jährige im Junggesellen Offizier Corps vertreten. Der Kontakt zu den Maischützen entstand über das Internet. "Ausmarsch für Privatleute öffnen"

DAS MONTAGSGESPRÄCH: HEUTE MIT JUNGGESELLENHAUPTMANN STEFAN VAHLDIECK In fünf Wochen, am 28./29. April, steigt das 619. Maiabendfest, und es wird nach dem zweijährigen Interregium von Klaus Liermann jun. einen neuen Junggesllenhauptmann im Mittelpunkt sehen. Stefan Vahldieck heißt er, ist 24 Jahre jung und seit zwei Jahren im Junggesellen Offizier Corps (IOC) vertreten. Mit dem selbstständigen Versicherungskaufmann sprach WAZ-Redakteur Jürgen Boebers-Süßmann.

Ein Traditionsveranstaltung wie das Maiabendfest, und Sie mittendrin in der Hauptrolle. Wie kam es zu Ihrer Berufung zum Hauptmann?

Stefan Vahldieck: Nachdem mein Vorgänger Klaus Liermann nicht mehr zur Verfügung stand, habe ich mich - ich war im letzten Jahr schon Ehrendamen-Offizier - für den "Job" beworben. Und bin damit durchgekommen.

Sie sind überhaupt erst seit drei Jahren Mitglied der Maiabendgesellschaft. Da kann man wohl von einer Blitzkarriere sprechen.

Vahldieck: Ja, das ging alles überraschend schnell.

Wie sind Sie zu den Blau-Weißen gekommen?

Vahldieck: Ich habe übers Internet Kontakt aufgenommen. . .

Normalerweise läuft es so, dass man familiär vorbelastet ist, dass der Vater oder Onkel schon ein Maischütze war.

Vahldieck: Das war bei mir nicht so. Ich wusste zwar seit der Grundschule, dass es das Maiabendfest und die Maiabendgesellschaft gibt, aber ich hatte weiter keinen Kontakt dazu.

Bis Sie von sich aus aktiv geworden sind.

Vahldieck: Ja. Ich wollte mich als Bochumer Junge für die Bochumer Tradition engagieren.

Welcher Kompanie der Maiabendgesellschaft gehören Sie an?

Vahldieck: Ich bin in der 1. Kompanie eingetreten, bin aber im letzten Jahr zur Bochumer Bürger Gilde gewechselt, die sich aus weiteren ehemaligen Mitgliedern der Ersten zusammensetzt.

Was verbinden Sie mit ihrem persönlichen Engagement für die blau-weiße Sache?

Vahldieck: Ich würde gern den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft stärken und dafür sorgen, dass die über 600-jährige Tradition des Maiabendfestes fortgesetzt wird.

Als Hauptmann können Sie Wünsche äußern und Vorgaben machen. Steht da was an?

Vahldieck: Es liegt mir sehr am Herzen, dass in diesem Jahr auch junge Leute im Festzug mitlaufen dürfen, die nicht Mitglieder der Maiabendgesellschaft sind.

Der Ausmarsch soll für Privatleute geöffnet werden?

Vahldieck: Ja. Nur so können wir auf die Breitenwirkung hoffen, die das Fest braucht, um zukunftsfähig zu sein.

So einen neuen Ansatz müsste man aber bewerben.

Vahldieck: Wir sind dabei. Es läuft viel über Mundpropaganda. Ich bin selbst gespannt, wie es wird.

Wie sieht der Terminkalender in den nächsten Wochen aus?

Vahldieck: Noch geht es, aber die Zahl der Auftritte und Termine nimmt natürlich zu. Nach Ostern fängt die heiße Phase an. Als Hauptmann bin ich ja auch "der Louie" für alles und für jeden. . . Das ist schon sehr zeitraubend.

Wie steht´s um Ihre Sattelfestigkeit beim Ausritt?

Vahldieck: Ich nehme gerade Reitunterricht bei der Bochumer Reiterschaft. Damit ich am 28. April fest im Sattel sitze.um zukunftsfähig zu sein"
 
Quelle: Jürgen Boebers-Süßmann WAZ
Foto: Michael Korte