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Endlich wieder blau-weiß! (WAZ)

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Endlich wieder blau-weiß!
 
Abmarsch erfolgte erstmals vom Bongard-Boulevard in Höhe des Kuhhirten. GMD Steven Sloane dirigierte den Spielmannszug und Junggesellenhauptmann Stefan Vahldieck holte zum zweiten Mal die Eiche aus dem Bockholt

 

Hau-ruck! Um kurz nach eins am Samstagmittag zogen der Junggesellenhauptmann Stefan Vahldieck und "Graf Engelbert" Thorsten Horn die Maieiche unter den launigen Kommentaren der Schaulustigen aus der Erde. Fotos: Ingo Otto Die BO-Maus und ihre Bande durften natürlich nicht fehlen.Der Roland, Symbolfigur aus der Partnerstadt Nordhausen, inmitten des Festzuges. (WAZ)

Hau-ruck! Um kurz nach eins am Samstagmittag zogen der Junggesellenhauptmann Stefan Vahldieck und "Graf Engelbert" Thorsten Horn die Maieiche unter den launigen Kommentaren der Schaulustigen aus der Erde. Fotos: Ingo Otto Die BO-Maus und ihre Bande durften natürlich nicht fehlen.Der Roland, Symbolfigur aus der Partnerstadt Nordhausen, inmitten des Festzuges.
 
 
Die 620. Auflage des Maiabendfestes am Samstag brachte Altbewährtes (eine Maieiche aus dem Bockholt, zum Beispiel), aber auch allerhand Neues. Ganz so, wie es sich für ein Traditionsfest unter dem wechselnden Mond gehört. Auffälligste Novität war sicher der Abmarsch vom Boulevard. Und wie bei jeder Premiere gelang (noch) nicht alles auf Anhieb.

"Der Rathausplatz ist unser Wohnzimmer!" - Das hatte nicht nur der Vorsitzende der Maiabendgesellschaft, Volker Protzel, in den harten Zeiten des City-Umbaus immer wieder betont. Und sich, wie alle anderen, mit dem engen Dr.-Ruer-Platz arrangiert. 2007 stand der Rathausplatz endlich wieder zur Verfügung - und bekam doch nur mittelmäßige Noten. Durch den riesigen Boulevard rückte der Rathausplatz an die Peripherie desselben, oder anders gesagt: das blau-weiße Treiben unter dem Balkon der Oberbürgermeisterin empfanden viele als zu weit ab vom Schuss.

So verfiel man auf die Idee, den Ausmarsch der fast 3500 Festumzugs-Teilnehmer/innen in diesem Jahr vom Bongard-Boulevard, Höhe Kuhhirten-Denkmal, abrollen zu lassen. Gute Entscheidung: Als der Vorsitzende Punkt 10 Uhr die Anwesenden begrüßte, da war der Boulevard, wie man so schön sagt, "schwarz vor Menschen". Ein wuseliges Gedränge, aber auch ein lebendiges und farbiges Bild.

Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz begrüßte in ihrer bei solchen Anlässen gewohnt überschwänglichen Art "alle unser Gäste in Bochum mit einem herzlichen blau-weiß!"- und das sogar auf Spanisch! Neben ihr strahlten nicht nur die Honoratioren der Gesellschaft sowie der Junggesellenhauptmann Stefan Vahldieck und sein Adjutant Jean-Pascal Lohof, sondern auch der Generalmusikdirektor. US-Boy Steven Sloane, schelmisch grinsend unter der blau-weißen Maischützenmütze, die sie ihm verpasst hatten, meinte, er freue sich sehr bei "dieses wunderbare Fest dabei sein zu durfen". Bekanntlich hatte der Top-Musiker zugesagt, für die Sache der "Bochumer Sinfonie" das Jungenlied zu dirigieren - was er beim Abmarsch dann auch tat. Mit einem ausziehbaren Metall-Taktstock ging Sloane dem Spielmannszug beim Marsch durch die Innenstadt voran. Notiz am Rande: Der Weg führte über den Hellweg/Brüderstraße zum Engelbert-Denkmal und durch die Kortum- und Untere Beckstraße aus Bochum hinaus. Aber entweder war die Strecke zu kurz dimensioniert oder der Abmarsch nicht strukturiert genug. Jedenfalls biss sich der fröhliche "Lindwurm" selbst in den Hintern: Als die ersten bei "Rietkötter" vorbei zogen, gingen am Kuhhirten die letzten gerade erst los. Über die Castroper Straße ging's dann aber zügig und in Reih' und Glied, mit nur kurzer Pause an den Stahlwerken, hinaus nach Harpen. Prima Wetter, nicht zu warm, nicht zu kalt, viele Zuschauer - die Polizei geht von 50 000 Schaulustigen aus - lockere Stimmung. Da machte das Marschieren Spaß! Entlang des 7,5 km langen Weges waren die Häuser geschmückt (vor allem die in der Vöde und in Harpen), und allüberall winkten kleine und große Leute den Maikerls und ihrem Tross mit blau-weißen Fähnchen zu.

So wurde mit etwas Verspätung um kurz nach eins das Bockholt erreicht. Hans Heinrich Albert begrüßte für den BSV Harpen die Maischützen, und keine Viertelstunde später hatte Stefan Vahldieck zum zweiten Mal nach 2007 als Hauptmann die Eiche geholt. Der Musikzug Harpen intonierte das Bochumer Jungenlied, alles sangen mit und pfiffen auf zwei Fingern. Dann hieß es: wegtreten! Zum Erbsensuppe-Fassen im Festzelt.

 

Quelle: WAZ / Lokales Bochum / 27.04.08 / Von Jürgen Boebers-Süßmann