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Mit Mittelalter die Zukunft sichern (RN)

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Mit Mittelalter die Zukunft sichern
 

Bochum Bald schmücken sich Bochums Straßen blau-weiß, die Menschen jubeln und die Bochumer Maiabendgesellschaft marschiert nach Harpen. Trotz des Jubels der Bürger - der Verein hat schon mehr Zuspruch gefunden.

Erstmalig in der Geschichte der Gesellschaft habe sich kein Fähnrichsaspirant gefunden, erklärt Junggesellenhauptmann Stefan Vahldieck, der zum zweiten Mal den Tross nach Harpen anführen wird. Auch der diesjährige Ehrendamenoffizier Felix Biesenkamp sieht sich mit fehlendem Interesse konfrontiert, kann er sich doch nur um zwei Damen kümmern.

"Wir müssen den Menschen unter 30 mehr bieten", erklärt der Junggesellenhauptmann und hat einen Plan geschmiedet. Im Sommer kam ihm die Idee zum "Projekt 1388", das seit einigen Wochen konkrete Formen annimmt. "Wir versuchen, das Leben von 1388 lebendig darzustellen", so Vahldieck. Dazu hat er Interessierte um sich geschart, die das Maiabendfest mit mittelalterlichem Flair anreichern - dazu gehören originalgetreue Kostüme und ein mittelalterliches Zelt. Das lässt sich beim heutigen Biwak erstmals bewundern, ebenso, wie eine mittelalterliche Gerichtsverhandlung.

"Wir wollen auch auf Mittelaltermärkten das Maiabendfest vorstellen", blickt Vahldieck in die Zukunft und hofft neue Interessenten zu finden. Das neue Projekte so etwas bewirken können, zeigte sich zuletzt mit der Bochumer Bürgergilde, bei der der engagierte Hauptmann ebenfalls seine Finger im Spiel hatte. Der Grund für sein Engagement: "Das ist eine einzigartige Tradition, die darf nicht sterben!" sr

 

Quelle: Ruhrnachrichten / 18.04.2008 /Sebastian Ritscher