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Ein Maibaum reicht da nicht mehr aus (WR)

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Ein Maibaum reicht da nicht mehr aus


Der Graf, der in der Stiftskirche begraben liegt, hatte 1388 Bochumer Junggesellen aus Dankbarkeit für die Hilfe in einer Fehde mit der Nachbarstadt Dortmund erlaubt, einmal im Jahr aus seinen Wäldern einen Baum zu schlagen und diesen zur Finanzierung eines Volksfestes zu nutzen. Einmal im Jahr gedenkt die Bochumer Maiabendgesellschaft dieser Schenkung und legt am Grab "ihres" Grafen in Fröndenberg einen Kranz nieder.

In diesem Rahmen wird zu den drei Fröndenberger Schützenvereinen des Fröndenberger Stadtgebietes sowie den Warmener Ruhrtalschützen eine intensive Freundschaft gepflegt, wie Vertreter beider Seiten betonten. Pfarrer Achim Heckel in seiner Begrüßung: "Dazu gehört auch, anderen Menschen ein erfülltes Leben zu ermöglichen". Ein Vertreter der Maiabend-Schützen ging im Anschluss noch weiter auf die Geschichte des Maiabendfest ein, nicht ohne auch von schweren Zeiten in den 30er-Jahren und der großen Unterstützung der Stadt Bochum zu berichten.

Nichtsdestotrotz seien es schwere Zeiten. Eine Unmenge an Bürokratie mache die Organisation des Maiabendfestes - eines gemeinnützigen, nicht kommerziellen Volksfestes - nicht einfacher: "Nur ein Maibaum reicht da zur Finanzierung längst nicht mehr aus."

Begeleitet von Orgel- und Fanfarenklängen machten sich die Schützen, angeführt von Junggesellenhauptmann Stefan Vahldieck, auf zum Grab Engelberts III., um dort für ihren Stifter einen Kranz nieder zu legen. Der traditionelle Gegenbesuch der Fröndenberger Schützen in Bochum mit dem Ausmarsch nach Harpen und dem Besuch des Maiabendfestes steht am kommenden Samstag auf dem Programm.

 Quelle: Westfälische Rundschau / Lokalausgabe Föndenberg 21.04.2008