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Horn nähert sich Rekord-Amtszeit (RN)

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Horn nähert sich Rekord-Amtszeit

Die Lautsprecher-Anlage des alten Opel Blitz dröhnte derart, dass der mächtige Rappe nervös anfing zu tänzeln. Doch obschon er im vergangenen Jahr ausnahmsweise zu Fuß ins Bockholt marschieren musste, beruhigte Thorsten Horn das große Tier mit leichter Hand. Bochum bereitet sich auf sein 614. Maiabendfest vor, an dessen Beginn stets das Biwak mit der Proklamation des Junggesellenhauptmanns steht. Am Samstag war es vor dem Kuhhirtendenkmal wieder so weit: Zum dritten Mal bereits zogen die Offiziere der Kompanien ihre Degen zum Salut für Thorsten Horn, der damit einem besonderen Rekord in der Geschichte der Maiabendgesellschaft entgegengeht, pardon: -reitet. Denn eine so lange Amtszeit haben nur ganz wenige in der Liste der Hauptmänner notiert.

Voller Stolz präsentierte denn auch der Vorsitzende der Maiabendgesellschaft, Volker Protzel, den alten und neuen Erfüller des Engelbert`schen Legats. Man habe den hünenhaften Horn erneut gewählt, "um allen zu zeigen, wie er gewachsen ist", frotzelte Protzel und setzte nach kleiner Kunstpause schelmisch hinzu: "An seinen Aufgaben." Hier werde er nun allen gezeigt, "damit man weiß, wem man wohin hinterherlaufen muss." Früher besorgte das ein Ausrufer, der drei Tage durch die Stadt ging, wie Kortum es beschrieb. Den hat man abgeschafft, heute geht das mit "einmal Krach und das richtig", wie Protzel eine der seltenen Änderungen der Maiabendtradition beschrieb.

Trotz aller Flachserei: Horn ließ keinen Zweifel daran, dass er es wieder wahr machen und den Eichbaum vor Sonnenuntergang über die Stadtgrenze schaffen wird. "Lasst unsere Stadt blau-weiß erstrahlen!", rief er der Menge zu. Dann wolle er mit Adjutant Marc Nopens und den Junggesellen der "historischen Verpflichtung gerecht werden."

Starke Worte, die beim anschließenden Biwak auf dem Dr.-Ruer-Platz für gute Stimmung unter einem rechtzeitig blau-weiß gefleckten Himmel sorgten. Kein Zweifel: Der Ausmarsch nach Harpen wird wieder ein Riesenfest. PvD

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)