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Heimatbegriff ändert sich (RN)

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Heimatbegriff ändert sich

 

"Mit Menschenrechten Europa vollenden". Das war das Motto des diesjährigen Tages der Heimat, der am Sonntag in der Aula der Verwaltungs- und Wirtschaftakademie vom Bund der Vertriebenen (BdV) feierlich begangen wurde.

Alles begann mit dem traditionellen Einmarsch der Garde. Anton Schmied, der 1. Vorsitzende des BdV, sprach die Begrüßungsworte und bezog sich auch auf den Patenschaftsvertrag zwischen Neidenburg und Bochum, der am vergangenen Wochenende seinen 50. Geburtstag feierte.

Dieser Vertrag habe nicht zuletzt deshalb so lange Zeit unbeschadet überstanden, weil der Rat ihn tatkräftig unterstützt hätte. Auch der Maiabendgesellschaft dankte er ausdrücklich für den "Schulterschluss" in all der Zeit. Anschließend entschuldigte er Bürgermeisterin Gabi Schäfer, die zwar anwesend war, aber krankheitsbedingt nicht zu den Versammelten sprechen konnte.

Die Festansprache hielt Günter Reichert, der Landesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft NRW. Er habe bei der Vorbereitung seiner Rede das "Heil in den neuen Informationstechnologien", gesucht. Ganze 1470 Treffer habe das Suchwort "Tag der Heimat" ergeben. Vieles über die Entstehung und Geschichte des Verbandes habe er gefunden, aber auch Widerstand.

Und er wunderte sich ein wenig, warum sich gegen die "große Friedensbewegung" der Heimatvertrieben Widerstand regen könne. Wies aber gleichzeitig auf die Möglichkeiten des Mediums für die Bewahrung der Geschichte und Tradition. Denn die Archive könnten "Anstoß für die Jüngeren sein, sich mit der Geschichte zu befassen", stellte er fest.

Denn mit den Generationenwechseln stelle sich unweigerlich auch eine Änderung des Heimatbegriffs ein. Er beschloss seine Ansprache mit den politischen Forderungen des Verbandes: "Politische Lösungen können nicht nur unter den Regierungen getroffen werden". Dies könne nur sinnvoll in Absprache mit allen Beteiligten geschehen. Weiter forderte er die totale Ächtung jeglicher Vertreibung. Hier sei auch der vermittelnde Einsatz der Heimatvertriebenen weltweit eine Aufgabe.

Und, so führte er weiter aus, wenn im kommenden Mai Polen und Tschechien der Europäischen Union beiträten, dann sei dies noch lange nicht gleichbedeutend damit, dass alle die gleichen Rechte hätten: "Hier ist noch viel Arbeit von Nöten."jost

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)