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Bis zum Schluss gebibbert (WAZ)

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 Bis zum Schluss gebibbert (WAZ)
 
618. Maiabendfest ging ohne Störungen und Zwischenfälle über die Bühne, aber das kalte April-Wetter setzte den Maikerls und Maimädels kräftig zu. Eichbaumpflanzung erfolgte bei 3° Celsius.
 
 
 
Ausgrabung des Eichbaums 2006
Man durfte Mitleid haben! Als die Maikerls am Samstag Nachmittag mit dem Baum aus Harpen zurückkamen, da waren sie kaputt, patschnass und sowas von durchgefroren, dass man ihnen am liebsten einen dieser Heizöfen zugestellt hätte, mit denen sie im Bermuda Dreieck die Außensitze wärmen. Während des Rückmarsches, an dem immerhin noch 600 Getreue teilnahmen, hatte das vormittags noch günstig scheinende Aprilwetter richtig Ernst gemacht. Es schüttete vom Himmel, was die Wolken hergaben. Und Junggesellenhauptmann Klaus Lierman war beim Einstielen der Eiche an der Grabenstraße derart unterkühlt, dass er zitterte wie das schwache Laub des jungen Bäumchens im schneidenden Wind.

Einmal mehr zeigte diese unterkühlte Szene vom Abschluss des 618. Maiabendfestes, wieviel bei Bochums Traditionsfest vom Wetter abhängt. Tatsächlich hängen das Aufklaren des Himmels und das Aufhellen der Stimmung eng zusammen. Das war morgens zu spüren, als es unter dicken weißen Wolkenpaketen vom Rathausplatz über die Große Beck- und die Castroper Straße auf nach Harpen ging. 3300 Aktive aus 103 Gruppen bildeten den Festumzug, an die 60 000 Bochumer/innen sollen es gewesen sein, die die Straßen säumten und die Kompanien, Gruppen, Vereine, die Politiker/innen aus dem Rat und die Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz mit dem Ruf des Tages, "Blauweiß!", begrüßten. Bis zum Rastplatz bei den Stahlwerken ging noch alles gut mit dem Wetter; beim Halt gab´s Bratwurst und Pils, ärgerlich war nur, dass diesmal dort keine Toilettenwagen aufgestellt waren. Viele Marschierer/innen stürmten die gegenüber liegende Gaststätte, um sich zu erleichtern, andere schlugen sich direkt ins Gebüsch; schön war beides nicht.
 
 
 
 
Als der Zug das wieder mal vorbildlich geschmückte Harpen erreichte, ging der Regen los. Ob´s am Wetter lag oder an den zwangsweise eingelegten Pinkelpausen (siehe oben) - jedenfalls war der Zug, der doch einheitlich die Ehrentribüne passieren sollte, auf einmal ziemlich auseinander gerissen, was dem Empfangskomittee auf der Tribüne lange "Standzeiten" bescherte. Im Bockholt angekommen, dräuten schon wieder dunkle Wolken, und man kann sich kaum erinnern, dass ein Maibaum mal so schnell ausgegraben worden ist, wie an diesem kalten Samstag. Sobald die Eiche entwurzelt war, stürmten die Mannen das Festzelt, wo der "Schürenhöfer", Hans-Heinrich Albert, Vorsitzender des BSV Harpen, die Begrüßung und die Ehrungen nachholte. Schließlich der Rückmarsch, der, wie gesagt, voll ins Wasser fiel. Die Eiche wurde von BP/Aral gespendet, und es war Vorstand Uwe Franke persönlich, der mit Klaus Liermann erst den Baum ins Beet setzte und ihn dann mit einem kräftigen Schluck aus dem "Birkemeier" wässerte. Der Rest war - Bibbern. Ein heißes Bad wird das mindeste gewesen sein, was sich der Hauptmann an diesem Abend zum Warmwerden gegönnt hat...
 
Quelle: Jürgen Boebers-Süßmann WAZ