Drucken

Graf Engelbert zieht mit Maischützen ein (WR)

am .

Graf Engelbert zieht mit Maischützen ein (WR)
 
Fröndenberg. (mei) Ein beeindruckendes Bild bot sich am Sonntag den Fröndenbergern:
Die Bochumer Maiabendgesellschaft zog vom alten Sportplatz zur Stiftskirche. 
 
Kranzniederlegung 2006Vorweg ging Graf Engelbert mit seiner Garde im historischen Kostüm, danach in Blau und Weiß die Maiabendgesellschaft, und schließlich in Grün und Weiß die Fröndenberger Schützen. Von den Spielmannszügen begleitet, zogen sie so zum Grab ihres Stifters.
Die Tradition des Maifestes in Bochum reicht 618 Jahre zurück. Damals wurde dem Grafen Engelbert von der Mark eine Herde Kühe von den Dortmundern gestohlen. Zwischen den beiden Städten herrschte zu dieser Zeit sowieso eine angespannte Situation, die hätte leicht eskalieren können. Doch Graf Engelbert wollte keinen Streit - er ließ seine Junggesellen ausziehen, um ihm die Herde zurückzubringen. Zum Dank durften sie einen Baum aus dem gräflichen Wald für das Maifest schlagen.
Graf Engelbert von der Mark liegt in der Stiftskirche begraben. Seit 70 Jahren ist die Kranzniederlegung in der Stiftskirche daher fester Brauch bei den Bochumern geworden. Bochums Bürgermeisterin Gabriele Schäfer: "Dieser Brauch existiert seit 25 Generationen, und ich bin mir sicher, er bleibt auch für weitere 25 Generationen bestehen", sprach die den Bochumern und Fröndenbergern aus dem Herzen. "Diese Tradition ist wichtig. Sie zeigt, wie man Werte vermitteln und dabei sehr viel Spaß haben kann."
Mittlerweile ist der Besuch der Maiabendschützen auch für die Fröndenberger zu einem festen Termin geworden, auf dem man sich freut: "Uns verbindet eine langjährige Kameradschaft", sagte Bürgermeister Egon Krause in seiner Begrüßungsrede. Der Präsident der Maiabendgesellschaft, Volker Protzel, stimmte ihm zu: "Die Kranzniederlegung ist alljährlich ein schöner Grund, nach Fröndenberg zu fahren."
Doch bei den starken freundschaftlichen Banden, die zwischen den Städten geknüpft wurden, ist das schon lange nicht mehr der einzige Grund. In den Fröndenberger Schulen wird das Bochumer Singspiel aufgeführt, in dem die Geschichte von den tapferen Jungen erzählt wird, und die Fröndenberger fahren zum Maifest - aus dem alten Brauch entstehen noch viele neue Freundschaften.