Das Maischützen - ABC unter Einbeziehung militärhistorischer Geschichtsquellen.

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Sarkophag

Durch einen Sarkophag sollte die Mumie sowohl körperlich, als auch auf magische Art und Weise geschützt sein. Der Sarkophag war für die Toten eine Art Wohnung, durch die sie auch aus- und eingehen konnten. Also malte man früher auf der Seite des Sarges große Augen, aus denen der Tote in die diesseitige Welt herausschauen konnte. Im und auf dem Sarg schrieb man Zaubersprüche, die vor dem zweiten Tod im Jenseits schützen sollten, denn das wäre dann der endgültige Tod gewesen. Manchmal malte man auch eine Landkarte der Unterwelt auf die Innenseite, damit sich der Tote dort zurechtfinden konnte. Sarkophage in menschlicher Form entwickelten sich erst im Laufe des Mittleren Reiches. Ab der Zeit bürgerte sich auch die Sitte ein, eine Totenmaske über Kopf und Schultern zu legen. Vielleicht bekam man es doch mit der Angst zu tun, dass der Ka seinen Körper nicht mehr wieder erkennt, weshalb man sich für eine menschliche Darstellung des Sarkophages und eine Totenmaske entschied. Immerhin konnte man trotz sehr weit fortgeschrittener Mumifizierungstechnik die Verwesung des Körpers nicht ganz aufhalten. Bis Ende der 2. Zwischenzeit wurden die Sarkophage aus Kartonage (gipsverstärkte Leinen) oder Papyrus hergestellt. Danach bürgerten sich vermehrt bemalte Holzsärge ein. Im Neuen Reich wurde man dann schon großzügiger. Die Könige wurden nun in mehreren ineinander verschachtelten Särgen bestattet, die, wie wir z.B. von Tutanchamun wissen, bestimmt auch oft vergoldet waren. In der 19. und 20. Dynastie leisteten sich auch bürgerliche den Luxus von mehreren Sarkophagen. Im Neuen Reich waren sie besonders schön verziert: Die Innenseiten waren voll bemalt mit Göttern, Unterweltsszenen und Schutzamuletten. Die Außenseiten zeigen uns Szenen von dem Verstorbenen, z.B. wie er Götter verehrt, die Fahrt der Barke des Sonnengottes und die Gerichtshalle des Osiris. Neben diesen reichlich verzierten und oft auch überladenen Stücken gab es auch einfarbige Sarkophage aus wertvollem Granit, Basalt oder anderen harten Steinsorten. Graf Engelbert III. von der Mark, der als Stifter des Bochumer Maiabendfestes gilt, ist in einem Stein-Sarkophag in der Stiftskirche zu Fröndenberg beigesetzt. Alljährlich, am 3. Sonntag im April, findet die traditionelle Kranzniederlegung der Maiabendgesellschaft am Sarkophag des Stifters statt.

 

Schärpe

Die Schärpe ist aus der zum ritterlichen Anzuge gehörenden Feldbinde entstanden. Mehr oder weniger reich in Stoff, wurde sie zu ehren der erwählten Dame und daher in deren Farben angelegt. Meist war sie eine selbstgefertigte Arbeit und Gabe dieser Dame. Sie wurde um den Leib gebunden (Fähnriche) oder über die rechte Schulter (übrige Offiziere) nach der linken Hüfte getragen. Zur Zeit der Reformation, vor Einführung der Uniformen, beginnen die Feldbinden als Erkennungszeichen für Freund und Feind zu dienen; eine gleiche Farbe wird daher angestrebt. So finden sich im Schmalkaldischen Kriege 1546/47 - bei den Protestanten gelbe, bei den Kaiserlichen rote Feldbinden. Mit der Errichtung stehender Heere wurde die Schärpe (Feldbinde) ein Abzeichen aller Offiziere. Das Wort Schärpe ist im 17. Jahrhundert dem französischen - escarpe - entlehnt. In der Bochumer Maiabendgesellschaft wird, wie historisch beschrieben, die "Blau-Weiße" Schärpe von Offizieren ( von rechts nach der linken Hüfte; blau nach innen) und von den Ehrendamen (links nach der rechten Hüfte; blau nach innen) getragen.

 

Standarte

Die Quelle des Wortes liegt vermutlich in dem altfränkischen standord (=Aufstellungsort). Die bereits im Mittelhochdeutschen bezeugte Form "Standarte" ist dann aus dem altfranzösichen estandart entlehnt und bezeichnete den Sammelplatz der Soldaten, auch Fähnlein oder Flagge. Nach einer anderen Erklärung ist das Wort von dem mhd. stanthart (=ein "Steh fest"; hart bedeutet im Mhd. auch "fest") abgeleitet und benennt einen hohen Mastbaum, der mit einer figürlichen Darstellung auf einem vierrädrigen Ochsenkarren befestigt war. So wird das Wort schon in einer mittelalterlichen lateinischen Quelle gedeutet: "Solange das Feldzeichen aufgerichtet bleibt, weiß das Volk gewiss, dass es eine Zufluchtsstelle hat. Hierher werden die Kranken, die Verwundeten, die in der Schlacht gefallenen erlauchten Soldaten gebracht. Und weil es so festgefügt als Wahrzeichen steht, darum heißt es "Standarte". In der Bochumer Maiabendgesellschaft führen z.B. der Spielmannszug und die Kindergruppe "Gruppe Blücher" eine Standarte, ihr festgefügtes Wahrzeichen, mit.

 

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