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Das Maischützen - ABC unter Einbeziehung militärhistorischer Geschichtsquellen.

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Hauptmann

"Hauptmann" hatte früher die allgemeine Bezeichnung von Anführer, Oberbefehlshaber; das Wort bezeichnet also einen, der wirklich "Haupt-Mann" war und niemand über sich hatte. Das vom deutschen "hauptmann" gebildete Wort Hetmann bezeichnete im ehemaligen Königreich Polen und bei den Kosaken den Oberbefehlshaber des Heeres. Der Oberfeldherr hieß im mdh. - houbetman oder meister. Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg wurde 1411 von dem deutschen König Sigmund zum "Verweser und obristen Hauptmann der Marken" ernannt. "Stadthauptmann" hieß der Befehlshaber zur sämtlicher Stadtverteidigung aufgebotener Bürger. Wallenstein wird 1633 in einer "Instruktion oder Memoriale des Kaisers" als General-Veldt-Hauptmann bezeichnet. Der Titel hat von einer sehr stolzen Höhe auf seine jetzige Stellung hinabsteigen müssen. Bei den Landsknechten stand der Hauptmann an der Spitze des Fähnleins, das er meistens im Auftrag des Obersten selbst angeworben hatte. Nach der Errichtung der stehenden Heere blieb insofern eine Erinnerung daran, als den Hauptleuten die gesamte Verwaltung ihrer Kompanien belassen wurde. Im 17. und 18. Jahrhundert verdrängte der Titel "Kapitän" den "Hauptmann" auf längere Zeit. In die preußische Armee wurde er wieder eingeführt durch König Friedrich Wilhelm IV. (1842). Bei der Vollziehung von Patenten bemerkte er, dass es angemessen sei, den "Kapitän" durch "Hauptmann" zu ersetzen. Die bayrische Armee nannte ihre Hauptleute bei den Stäben "Stabshauptmann". In der Bochumer Maiabendgesellschaft in der Regel Dienstgradbezeichnung der aktiven und ehemaligen Kompanieführer der 1. - 4. Kompanie. Die aktiven Kompaniehauptleute gehören zugleich dem Vorstand der Maiabendgesellschaft an.

 

 

Der Hellweg

Auf dem Hellweg (heute B 1) zogen bereits die Römer zur Eroberung Germaniens nach Osten. Er wurde im 8. Jh. die Hauptverkehrsader nach Osten. Die Landschaft um diesen Hellweg, der "Via regia", der Königsstraße, erfuhr durch Karl den Großen eine erste grundlegende Verwandlung. Königshöfe, Einzelhöfe und Weiler entstanden. Wälder wurden gerodet, Wiesen und Weiden angelegt. Neue Straßen erschlossen das Land; der alte Hellweg wurde ausgebaut und durch die Anlage von Burgen befestigt. Der Hellweg diente auch als Nachschubweg in den Kriegen, die Karl der Große gegen die Sachsen führte. Der Hellweg führte von Mühlheim über Essen, Bochum, Marl, Dortmund, Unna, Soest und Paderborn. Überall dort, wo die West - Ost - Achse von Nord - Süd - Wegen gekreuzt wurde, entstanden die Kerne späterer Städte, aus denen die Knotenpunkte weiterer Entwicklung hervorgingen : Duisburg, Essen, Dortmund und Soest waren die bedeutendsten Orte. Sie wurden Umschlagplätze der Kaufleute und Ballungen städtischer, geistlicher und fürstlicher Macht. Auf dem Hellweg wurden zwischen Magdeburg, Goslar, Paderborn, Soest, Dortmund und Köln Metalle des Harzes nach Westen befördert, flanderische Tuche und Wein nach Osten. Das Salz der Solequellen bei Unna, Werl und Soest war ein begehrter Handelsartikel und begründete den Reichtum in den östlichen Hellwegstädten, vor allem in Soest. Die nördlich und südlich des Hellweges liegenden Städte brachten ihre Güter zur dieser Fernhandelstraße, es kam also zu einem lokalen (örtlich begrenzten) Güteraustausch. Die Bedeutung der Städte des Hellweges zeigte sich auch darin, dass sich ihr Recht, besonders das Soester und das Dortmunder Recht, weit verbreitete. Auch für Hamm wurde in der Gründungsurkunde das Soester Recht festgesetzt. In dieser Zeit beherrschten den Handel in Europa auch viele deutsche Städte, die sich im Hansebund, wie auch Hamm 1469, zusammenschlossen.

 

 

Helm

Das aus dem germanischen Sprachbereich stammende Wort "Helm" (= [Be-]schützer, Schutz "gegen Hiebe") geht über die mhd. und ahd. Verben helm und helan (=bedecken, verbergen, verstecken) auf das gleichbedeutende indogerm. kel zurück. Die Worte hehlen, Hülle, Halle und Hölle sind dieser Sprachwurzel eng verwandt. Auch die Personennamen Wilhelm und Helmut (= der Willenkräftige und der mutige Beschützer) sind in dem Wort enthalten. Graf Engelbert III. von der Mark trug zu seiner Ritterrüstung einen sog. Visierhelm. Während des Ausmarsches nach Harpen trägt unser "Graf Engelbert" ebenfalls einen Helm zu seiner Ritterkutte.

 

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