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Das Maischützen - ABC unter Einbeziehung militärhistorischer Geschichtsquellen.

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Graf

Ein Beamter, der wahrscheinlich aus der königlichen Hausherrschaft und Dienstmannschaft hervorgegangen ist und der im Auftrage des Königs bei den Thingversammlungen für die Durchsetzung des dort besprochenen Rechts zu sorgen hatte.

 

Graf Adolf II. von der Mark

Sohn des Grafen Engelberts II. von Mark. Graf Adolf II. regierte die Grafschaft Mark nach dem Tode seines Vaters bis 1346. 1333 heiratete er Margarethe(a) von Cleve; ihr ältester Sohn war Graf Engelbert der III. von der Mark.

 

Graf Engelbert II. von der Mark

Regierte die Grafschaft Mark in der Zeit von 1308 bis 1328. Im Jahr 1321 verlieh Graf Engelbert II. von der Mark auf der Burg Blankenstein Bochum die Stadtrechte.

 

Graf Engelbert III. von der Mark

Ältester Sohn des Grafen Adolf II. von der Mark und seiner Gemahlin Margarethe(a) von Kleve. Das Datum seiner Geburt ist nicht genau überliefert; es liegt wohl in 1333. Im Jahr 1346 folgte er seinem Vater in der Regierung. Die Grafschaft Mark regierte er bis 1391. Graf Engelbert III. von der Mark verstarb am 22. Dezember 1391 auf der Burg Wetter und liegt in der Stiftskirche zu Fröndenberg begraben. Er gilt als der Stifter des Bochumer Maibendfestes im Jahre 1388 nach der "Großen Dortmunder Fehde" (Graf von der Mark und der Erzbischof von Köln erklären der Reichsstadt Dortmund den Krieg und belagern diese ohne Erfolg) und als Schutzpatron der Bochumer Maiabendgesellschaft.

 

 

Graf Engelbert - Denkmal

Dem Stifter des Bochumer Maiabendfestes ein Denkmal zu errichten, war der Wunsch vieler Bochumer Bürger um die Jahrhundertwende. Oberbürgermeister Fritz Graff setzte sich aktiv ein. 1909 bildete sich ein Denkmalsausschuss im damaligen Schützenverein. Alex Soeding übernahm den Vorsitz des Ausschusses. Oberbürgermeister Graff, der alljährlich im Gehrock und Zylinder mit den Schützen nach Harpen zog, schlug als Standort für das Denkmal die Kreuzung der damaligen Friedrichstraße mit der Bahnhofstraße vor. Heute heißen diese Straßen Kortum- und Brüderstraße.
Hier sollte ein Brunnen errichtet werden, den das Standbild des Grafen Engelbert schmücken sollte. Die Stadt war zwar bereit, die Plastik des Grafen aufzustellen, doch die Kosten dafür wollte sie nicht tragen. Eine Umlage unter den Mitgliedern des Schützenvereins ergab nur einen Teilbetrag. Doch nun mussten Groschen und Marken zusammengetragen werden, bis "die Kasse stimmte".
Der Bochumer Bildhauer Markus Wollner schuf ein Brunnenbecken aus Granit; in der Mitte stand eine achteckige Säule mit vier Wasserspeiern. Auf dieser Säule reckte sich Graf Engelbert III. von der Mark in schwerer Rüstung mit geöffnetem Visier. In der rechten Hand hielt er eine Urkundenrolle, Sinnbild für die Stiftung des Maiabendfestes.
Beim Schützenfest im August 1910 wurde das Denkmal feierlich enthüllt. Der Männergesangverein "Schlägel und Eisen" sowie die Städtische Kapelle unter Leitung von Franz Merkert sangen und spielten. Der Vorsitzende des Schützenvereins, Justizrat Otto Hünnebeck, hielt die Festrede.
Vor dem Brunnen versammelten sich jährlich das Junggesellenoffiziercorps und der Vorstand, wenn die jungen Fähnriche vereidigt wurden. Dann schmückte ein Kranz mit blau-weißer Schleife den Grafen Engelbert. Zu seinen Füßen aber ließen kleine Jungen Papierschiffchen schwimmen, und junge Leute kühlten sich an heißen Sommerabenden ihre Füße im Wasser.
Im Jahre 1944 schlug für das Standbild die Abschiedsstunde. Figur und die an den Brunnenwänden eingelassenen Reliefs sollten eingeschmolzen werden. Bis heute blieb ungeklärt, ob sie eingeschmolzen wurden oder auf einem Schrottplatz landeten und stückweise verkauft worden sind. Der Torso des Brunnens mahnte noch nach 1945 an die Bochumer, die in den Kriegsgefangenen-Lagern auf ihre Heimkehr warteten. Doch der Zahn der Zeit nagte an den Steinen. Als der Brunnen zusammenzustürzen drohte, trug man ihn ab. Am 29. April 1964 wurde dann an gleicher Stelle der Zweite "Engelbert" enthüllt und das Maiabendfest erhielt durch diesen Akt wieder seine besondere Bedeutung.


 

Die Grafschaft Mark

Der als "Grafschaft Mark" bezeichnete Teil des westlichen Westfalens stellt keine ursprünglich natürliche, politische oder kirchliche Einheit dar. Eine natürliche Grenze weist er nur im Norden durch die Lippe auf, nach den anderen Himmelsrichtungen sind die Grenzen meist künstlich oder erst im Laufe der Jahrhunderte nach und nach durch Linien festgesetzt. Die Landschaft wies bis um 1900 zwei Teile mit verschiedenem Charakter auf: Im Norden erstreckte sich die getreidereiche Hochebene des Hellwegs zwischen Lippe und Ruhr, während sich südlicher das gebirgige und wasserreiche Süderland mit ausgedehnten Wäldern und mit mehr Viehzucht als Getreideanbau erstreckt. Die Bodenschätze in seinem Gebirge wurden mit Hilfe der Wasserkraft zahlreicher kleiner Zuflüssen der Lenne und Ruhr verarbeitet. Die großen Wälder lieferten das nötige Brennmaterial. Anhaltspunkte für den Verlauf der West- und Südgrenze bildeten die Dialektgrenze. Politisch gehörte das Land, geht man in die Geschichte zurück, zu Sachsen. Als einheitliches Gebiet ist die Grafschaft Mark eine Schöpfung ihres Herrschaftshauses, der Grafen von Altena, einer Nebenlinie des rheinischen Grafen von Berg.
Die Überwältigung der Sachsen durch die Franken unter Karl dem Großen (um 800 n. Chr.) und die Verbreitung des Christentums schufen die Grundlagen für die neuen politischen Territorien, so auch für die spätere Grafschaft Mark. Mittel- und Ausgangspunkt der Christianisierung und der politischen Macht wurde Köln. Zur Zeit Karls des Großen waren die Bewohner unserer Gegend zum Großteil Ackerbauern und Viehzüchter, im bergischen Süderland auch Jäger und Fischer, welche noch nicht den gesamten Boden des Landes in Privatnutzung genommen hatten. Zwischen den Einzelansiedlungen mit den Äckern dehnten sich große Strecken gemeinschaftlich genutzten Wald- und Weidelandes, ja sogar weite Flächen unberührten Waldes und Ödlands, aus. Vereinzelt kam es zu Sonderbetrieben wie der Salzgewinnung aus den Solequellen in und um Soest sowie Eisengewinnung und Eisenverarbeitung im gebirgigen Süderland. Größere geschlossene Einzelsiedlungen scheint es nicht gegeben zu haben, wenn auch Soest schon 836 als " villa" (Dorf oder Königshof) gnannt wurde.

 

 

Die Grafen von Berg

Nachdem Johann-Wilhelm, der letzte Herzog von Berg - Kleve, zugleich Herzog von Jülich, Graf von der Mark und Ravensberg, Bischof von Münster - 1609 gestorben war, wurde sein Erbe gemeinsam von seinen Schwiegersöhnen verwaltet. Beide, der Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg und der Kurfürst von Brandenburg, Johann Sigismund, waren lutherisch. Sie wechselten die Konfession, das Erbe wurde geteilt. Der Brandenburger wurde reformiert und erhielt 1614 Kleve und Mark. Der nun katholische Pfalz-Neuburger bekam Jülich und Berg. Damit neigte sich der eine den Niederländern zu und der andere den Spaniern. Seit 1614 diente das Herzogtum Berg den spanischen Truppen gleichsam als Aufmarschgebiet mit Quartier. Eine Ordnung Brüssel - dem Verwaltungszentrum der südlichen Niederlande - vom 29. November 1614 bestimmte, dass dort, wo Truppen einquartiert würden, der Hausherr die beste Kammer für sich behalten dürfe, die andere aber abgeben müsse. Die Bestimmung rechnete damit, dass Söldner häufig auch von ihren Frauen auf Feldzüge begleitet wurden, gewiss fand man im Tross auch zahlreiche Kinder. Den Einquartierten war zu gestatten, sich am Feuer des Hauses zu wärmen und dort das Essen zu kochen. Falls vorhanden, sollten Söldner auch Schlaflaken bekommen. Anfangs rechnete man damit, dass die Söldner Nahrungsmittel kaufen würden, doch bald verwilderten die Sitten. Die Armut der Bevölkerung nahm zu, die Gegenden verödeten. Es kam zu Plünderungen und Brandschatzungen. Selbst Offiziere der eigenen Truppen des seine Neutralität mühsam wahrenden Pfalzgrafen ließen sich Übergriffe zu Schulden kommen, die allerdings noch geahndet wurden.

 

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