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Das Maischützen - ABC unter Einbeziehung militärhistorischer Geschichtsquellen.

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Ehrendamen

Der Überlieferung nach handelt es sich bei den Ehrendamen um die 7 Töchter des Bürgermeisters der Stadt Bochum. Aus dieser Tradition heraus gehören sie zum Junggesellenoffizier - unter Führung eines Ehrendamenoffiziers -. Die maximal 7 Ehrendamen tragen bei offiziellen Anlässen die "Blau-Weißen-Farben" und fahren zum Ausmarsch unter Führung des Ehrendamenoffiziers in Kutschen nach Harpen.


Ehrengericht

Der Grundgedanke der Ehrengerichte lehnt sich an die altgermanische Rechtsanschauung an, dass der freie Mann nur von seinesgleichen abgeurteilt werden solle. Bereits Gustav Adolf setzte für seine Offiziere Regiments-Ehrengerichte ein, die über Beleidigungen befanden. In Preußen wurden zum ersten Male in dem 1784 ausgearbeiteten Entwurf eines Gesetzbuches des Allgemeinen Landsrechts Ehrengerichte zur Verminderung und Regelung der Zweikämpfe vorgeschlagen; doch kam dieser Gedanke Friedrichs des Großen, der ein Gegner des Zweikampfes war, nicht zur Ausführung, da sein Nachfolger hierüber anders dachte. Erst in der "Verordnung über die Bestrafung der Offiziere" vom 03.08.1808 erging zuerst eine gesetzliche Bestimmung über Einführung der Ehrengerichte bei dem Offizierskorps des stehenden Heeres; darin wir zum ersten Male das dienstliche und außerdienstliche Verhalten eines Offiziers der entscheidenden Beurteilung der Kameraden unterstellt und das dabei zu beobachtende Verfahren als "Ehrengericht" bezeichnet. In der Landwehrordnung vom 21.11.1815 wurden die Vorschriften über die Bildung von Ehrengerichten bei den Landwehr-Bataillonen gegeben. Das österreichische Heer führte 1867 Ehrengerichte ein. In der deutschen Armee bestanden sie bis 1919. Reichswehr und Wehrmacht verfügten in Ehrensachen der Offiziere über einen den Kommandeuren unterstellten Ehrenrat.
Das Junggesellenoffizier-Corps verfügt über die Institution des Ehrengerichtes.


Eichbaum-Silbertaler

Diese wurden zum ersten Mal 1996 beim 608. Maiabendfest öffentlich versteigert. Der Erlös aus dieser jungen Tradition kommt jährlich einer Bochumer Jugendorganisation zugute, vor dem Hintergrund der Jugendberufshilfe (Jugendarbeitslosigkeit, Beschäftigungsförderung und Berufsqualifizierung).
Die 3 Eichbaum-Taler, eine althandwerkliche Einzelausfertigung, sind aus 999er Feinsilber, haben Einzelgewicht von 35 Gramm bei 45 Millimeter Durchmesser und zeigen Motive des Bochumer Maiabendfestes.
Bewacht vom Junggesellen-Offizier-Corps und dem Grafen Engelbert mit seinen Mannen werden die Silbertaler ab Harpen an die Junggeselleneiche gebunden und somit vor Sonnenuntergang durch das Becktor in die Stadt gebracht. Die öffentliche Einzel- Versteigerung wird auf dem Husemann-Platz durchgeführt wobei der Ersteigerer neben seinem Silbertaler eine durch den Bochumer Oberbürgermeister und den Junggesellenhauptmann unterzeichnete Echtheitsurkunde erhält.


Exerzieren

Exerzieren heißt entsprechend dem lateinischen exercere "üben". Das Exerzieren war ursprünglich u.a. die Ausbildung in der Bewegung geschlossener Abteilungen, eine der damaligen Zeit angemessenen Gefechtsausbildung. Mit der fortschreitenden Entwicklung moderner Armeen verlor das Exerzieren an Bedeutung. Im ursprünglichen Wesen des Exzerzierens im Sinne von "üben" hat es in der militärischen Ausbildung seinen Wert behalten.
Einmal im Jahr - kurz vor dem Maiabendfest - "exerzieren" die Maischützen anlässlich des Exerzierabends.

 

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