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Kranzniederlegung 2007

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Kranzniederlegung in der Stiftskirche zu Fröndenberg 2007 
 


Am 22. April 2007 machte sich die Bochumer Maiabendgesellschaft 1388 e.V. nach Föndenberg auf, um Graf Engelbert III. von der Mark in der Stiftskirche zu gedenken, wie es schon lange Tradition ist.

Die Begrüßungsrede des Junggesellenhauptmanns Stefan Vahldieck:
Der Dichterfürst Goethe sagte einst: "Das sicherste Mittel ein freundschaftliches Verhältnis zu hegen und zu erhalten finde ich darin, daß man sich wechselseitig mitteilte, was man tut. Denn die Menschen treffen viel mehr zusammen in den, was sie tun, als in dem, was sie denken."

Genau das tun wir doch, richtig ? Wir unterstützen uns gegenseitig bei unseren Traditionen, in dem wir zusammen unser Maiabendfest und Euer Schützenfest feiern. Wir seit 1388 und Ihr seit 1830. Und seit 1927 feiern wir gemeinsam, zum 70.Male legen wir einen Kranz am Grabe des Grafe Engelbert III. von der Mark, genannt der Streitbare, Marschall von Westfalen nieder, und das auch noch im 777 Jahr seit der Erbauung der Stiftskirche. Da sind einige Freundschaften entstanden und es werden auch immer neue entstehen. Ein gutes Beispiel dafür war der Besuch Eurer Jungschützen bei unserem Fußballturnier - man verstand sich von Anfang an und ich freue mich darauf, die Jungs wiederzusehen.
Ich selbst bin erst zum 3.Mal hier, und so als Neuling spürt man diese Freundschaftsbänder. Man sieht sich nicht so oft, dann aber herzlich. Meiner Meinung nach sollten diese freundschaftlichen Bänder zu allen Städten und Gemeinden der alten Grafschaft Mark geknüpft werden, so dass man später einmal sagt: "Bochum unf Fröndenberg, die waren die ersten - ein Musterbeispiel". Daher plädiere ich dafür Bochum und Fröndenberg offiziell als Freundschaftsstädte zu deklarieren.
Freundschaften sind wichtig - Blut sollte dicker sein als Liebe, leider ist dies in unser heutigen Zeit nicht mehr an der Tagesordnung. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass das Blut immer weiter fließt.
Ich bedanke mich für die herzliche Aufnahme, die ich in eurem Kreise erfahren durfte und für die Freundschaften zwischen unseren Traditionsvereinen und unseren Städten. Möge sie weiter wachsen und noch lange erhalten bleiben, dass sollten wir uns auf unsere Fahnen schreiben.
Ich freue mich, Euch in der nächsten Woche an unserem Ausmarsch nach Harpen wieder begrüßen zu dürfen und lade Euch somit herzlich zum 619.Bochumer Maiabendfest ein.
Blau Weiß !


Kranzniederlegung  Sarkophag  Graf Engelbert (Thorsten Horn)


Die Rede des Vorsitzenden Volker Protzel in der Stiftskirche:
Das Bochumer Maiabendfest ist nicht nur das älteste überlieferte Heimatfest in Westfalen, vielmehr ist sein geschichtlich überlieferter Brauch in Deutschland einzigartig. Das Fest hat eine besondere Atmosphäre und Blau-Weiß ist ein einzigartiger Bochumer Gruß, den man gerade zum Maiabendfest tausendfach entgegen nehmen kann und mit Freude tausendfach zurückentbietet.
Hinzu kommt die Hymne des Bochumer Jungenliedes, dessen Text sogar in Kriegszeiten den gefangenen Söhnen Bochums als Gruß aus der Heimat zugeleitet wurde, oder immer noch von "ehemaligen" Bochumern aus ganz Deutschland und der Welt angefordert wird.
Schier endlose Geschichten ranken sich um die jährlichen Ausmärsche nach Harpen. Die Wetterkapriolen - egal ob es regnet, die Sonne vom Himmel scheint, Hagel vom Himmel prasselt, oder späte Schneeeinbrüche durch die Straßen fegen, es wird marschiert.
Die "appe Sohle" manches Marschierenden, die mitzuführenden Esslöffel für die Erbsensuppe, die auf dem Rückentornister gebundenen Fleischwürste als Wegzehrung, die Tausende die am Wegesrand stehen und den Marschierenden und einem jährlich neu zu bestimmenden Junggesellenhauptmann hoch zu Ross mit blau-weißen Fähnchen zuwinken.
Das heute gefeierte auf das Legat des in dieser Kirche bestatteten Grafen Engelbert III. von der Mark zurückzuführende Fest ist ein jährliches Volks- und Heimatfest, an dem die ganze Region teilnimmt. Es ist ein Fest der Lebensfreude in einer Stadt, in der sich zu Leben lohnt. Es sind die gerade im Maiabendfest zusammen rücken und wie ein Mann hinter ihrem Fest stehen.
Das Bochumer Maiabendfest ist ein Teil der Identität Bochums, ein Fest der freien Bürger, die Stolz auf ihre Stadt und ihre Traditionen und Bräuche sind.

Westfälische Beharrlichkeit und starkes Heimatbewußtsein hat das Erbe der Vorväter seit 619 Jahren bewahrt. Und immer wieder das Engagement der Jugend, die die Trdition fortschreiben und lebendig erhalten muss.
2010 wird die Ruhr Kulturhauptstadt Europas sein. Die ganze Welt wird auf uns sehen, auf uns, die Menschen im Revier, auf die Städte an der Ruhr. Ich würde mir wünschen, dss unsere Traditionen und unsere Brauchtumspflege an der Ruhr in der Programmgestaltung stärker berücksichtigt werden, denn sie sind ein Teil unserer Kultur und unserer Identität. Traditionen und Brauchtumspflege haben einen nicht unerheblichen Anteil daran, die Identität einer Stadt und ihrer Bürger erlebbar zu machen.
Die Welt zu Gast bei wem ? Dies wird man sich fragen, wenn es nicht gelingt unsere Traditionen, unsere überkommenden Werte, unser Heimatbewußtsein und unser Zusammengehörigkeitsgefühl an der Ruhr für die Welt mit all ihrer Kulturvielfalt erlebbar zu machen. Nur wer weiß, bei "wem" man zu Gast ist, der kommt gerne.

Heute sind Bochumer Maischützen zu Gast in Fröndenberg und wir kennen und schätzen uns schon seit langer Zeit. Wir verstehen uns, denn unsere Freundschaft hat gemeinsame Wurzeln: Graf Engelbert und das Maiabendfest.
Das Fest des Grafen stiftet bis in die heutige Zeit Freude und Freundschaft. Es ist Teil der Geschichte unserer Städte und Vereine und es stärkt die märkisch westfälische Verbundenheit.
Es belebt uns immer wieder selbst, damit wir für andere erlebbar werden. Es ist Teil unserer Identität und stärkt unser Profil.
Wir wollen uns mit der Kranzniederlegung bei Graf Engelbert für seine Weitsicht bedanken.