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630. Maiabendfest 2018

Sonntag, 25. März 2018 - Fähnrichsverpflichtung

Sonntag, 22. April 2018 - Kranzniederlegung in Fröndenberg

Donnerstag, 26. April 2018 - Eröffnung des Maiabendfestes und Westfälischer Brauchtumsabend auf dem Bongard-Boulevard

Freitag, 27. April 2018 - Ökumenischer Gottesdienst,  Marsch durch die Innenstadt, Großer Zapfenstreich

Samstag, 28. April 2018 - Ausmarsch nach Harpen, gr. Festumzug und Einmarsch in die Innenstadt anschl. Maiabendfest

Sonntag, 29. April 2018 - Kindertag

Rede zum Zapfenstreich
630. Maiabendfest 2018

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Freundinnen und Freunde des Maiabendfestes,

im Namen der Bochumer Maiabendgesellschaft begrüße ich Sie herzlich und freue mich, dass Sie gekommen sind, um gemeinschaftlich das 630. Maiabendfest in unserer Stadt zu feiern.
Da unsere Maiabendtradition seit 2016 als eines der ältesten Heimatfeste Deutschlands als immaterielles Kulturerbe des Landes NRW und somit als Kulturträger gilt, ist es lohnenswert, einen tieferen Blick auf die alte Legende um den Grafen Engelbert III. von der Mark und die Bochumer Junggesellen zu wagen.
Engelbert stiftete den Bochumer Junggesellen aus Dank das Maiabendfest, da sie ihn bei der Großen Dortmunder Fehde im Jahr 1388 unterstützt hatten und das von bewaffneten Dortmundern geraubte Vieh den rechtmäßigen Besitzern, nämlich Harpener Bauern, durch eine kluge List zurückbringen konnten.
Wenn wir Geschichten um Grafen, Fehden und geraubtes Vieh vernehmen, stellen wir möglicherweise die Frage, wie diese Überlieferung aus ferner Vergangenheit uns in unserer heutigen Lebenswirklichkeit erreichen und tangieren kann.
Für die Gegenwart gewinnt der Maiabendbrauch seine Bedeutung vor allem aufgrund der Werte, die wir mit dem Tradieren der Geschichte hochleben lassen: Zusammenhalt, Solidarität, Widerstand ohne Gewalt, Hilfsbereitschaft und nicht zuletzt Gerechtigkeit.

Seit einigen Monaten will mir eine Aussage nicht aus dem Kopf:
„Gerechtigkeit schafft Frieden.“
Dieser Spruch wurde auf eine Glocke graviert, die anlässlich des Katholikentages 1947 gegossen wurde. Nach den Jahren des Krieges und einer Herrschaft des Unrechts hatte dieser Satz eine ganz besondere Aussagekraft. Und auch heute entfaltet diese Aussage ihre Wirkung, wenn wir die soziale Gerechtigkeit in Deutschland bedenken:

Ist es gerecht, dass Bürgerinnen und Bürger unseres Staates, die für den Wiederaufbau und den heutigen sozialen Wohlstand nach dem Krieg gesorgt haben, teilweise ein Einkommen haben das  unter bzw. etwas über dem Existenzminimum liegt?

Ist es gerecht, dass Bürgerinnen und Bürger unseres Staates, die voll arbeiten gehen und eventuell sogar mehrere Tätigkeiten ausüben, nur ein Einkommen knapp über dem Existenzminimum erwirtschaften?

Ist es gerecht, dass in einem Sozialstaat Menschen an Tafeln stehen, um mit Nahrung versorgt zu sein, weil sie sich Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können?

Ist es gerecht, dass Frauen bei gleicher Arbeitsleistung weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen?

Ist es gerecht, dass Bürgerinnen und Bürger unseres Staates, für einen Mindestlohn von 8 € bzw. 12 € pro Stunde arbeiten, aber Vorstandsvorsit¬zende von Unternehmen 58,000,00 € pro Tag verdienen?

Ist es gerecht, wenn wir als reiche Industrienation, die Bodenschätze und Fischbestände armer Staaten ausbeuten beziehungsweise abfischen und Lebensgrundlagen entziehen, aber den Flüchtlingen aus diesen Regionen die Aufnahme in unser Land verweigern?
Ist es gerecht, dass Bundespolitiker nach ein bis zwei Legislaturperioden schon einen höheren Anspruch auf Rentenbezüge haben, als Menschen, die über 40 Jahre lang gearbeitet haben?

Diese Liste mit Anfragen ließe sich beliebig fortsetzen. Wenn wir soziale Kälte, fehlende Solidarität, höheres Aggressionspotential gar Gewaltbereitschaft oder Rücksichtslosigkeit in unserer Gesellschaft wahrnehmen und beklagen, dann scheint es häufig so, dass diese von Menschen ausgeübt werden, die sich selbst ungerecht behandelt fühlen. Das soll keine Rechtfertigung, eher eine Erklärung sein.
Deshalb appelliere ich besonders an unsere Bundespolitiker, macht bei Wahlen keine Versprechungen die im nachhinein  nicht gehalten werden, denkt nicht an euren festen Sitz im Bundestag, sondern hört besser hin was das Volk auf der Straße bewegt, damit auch in Zukunft der soziale Frieden erhalten bleibt.

Gerechtigkeit und Frieden gehen Hand in Hand und können nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wo wir uns für gerechte Verhältnisse engagieren, dort wird sich Frieden entwickeln und bestehen.
Immaterielles Kulturerbe wird auch „lebendiges Kulturerbe“ genannt, da es Menschen, Gruppen, Vereine braucht, um dieses Erbe zu tragen. Ich freue mich, in einer Brauchtumstradition zu stehen, deren Eckpfeiler Gemeinschaftssinn und Gerechtigkeit sind.
Auf lokaler Ebene können wir hier der Politik dazu einen Anstoß geben, in dem wir zelebrieren, was es bedeutet ein Bochumer Junge oder Mädel zu sein und welchen Werten und Idealen wir uns verbunden fühlen und in unserer Mitte leben möchten.
Ich wünsche uns und Ihnen allen ein freudiges und schönes Maiabendfest und lade Sie ein, zu feiern mit einem dreifach kräftigen:

Blau – Weiß, Blau – Weiß, Blau – Weiß

630. Maiabendfest 2018

Programm - Marschwege - Marschaufstellung

Donnerstag, 26. April 2018 - Eröffnung des Maiabendfestes und Westfälischer Brauchtumsabend auf dem Bongard-Boulevard
Freitag, 27. April 2018 - Ökumenischer Gottesdienst,  Marsch durch die Innenstadt, Großer Zapfenstreich
Samstag, 28. April 2018 - Ausmarsch nach Harpen, gr. Festumzug und Einmarsch in die Innenstadt anschl. Maiabendfest
Sonntag, 29. April 2018 - Kindertag

Programm zum 630. Bochumer Maiabendfest 2018

Donnerstag, 26. April 2018
Eröffnung des Maiabendfestes und Westfälischer Brauchtumsabend auf dem Bongard-Boulevard


Freitag, 27. April 2018
Ökumenischer Gottesdienst,  Marsch durch die Innenstadt, Großer Zapfenstreich


Samstag, 28. April 2018
Ausmarsch nach Harpen, gr. Festumzug und Einmarsch in die Innenstadt anschl. Maiabendfest


Sonntag, 29. April 2018
Bochumer Historientag für alle Generationen einschließlich Kindertag

 

Marschwege zum 630. Bochumer Maiabendfest 2018

Zapfenstreich 27. April 2018
von 20:30 Uhr – 21:00 Uhr
Antreten Untere Marktstraße Propsteikirche Richtung Bleichstraße - rechts in die Bleichstraße – links in die Massenbergstraße – rechts in den Hellweg – Luisenstr. überqueren des Südring – Brüderstraße – rechts in die Kortumstraße – rechts in die Huestraße – links über den Dr.-Ruer-Platz in die Grabenstraße - rechts in die Bongardstraße –
bis zur gr. Bühne.

Ausmarsch 28. April 2018
Aufmarschende 9.35 Uhr Abmarsch 10.00 Uhr
Marschweg: links in die Hans-Böckler-Str – rechts in die Brückstr. – links in die Große Beckstraße – Castroper Straße – Harpener Hellweg –
Maischützenstraße.
Fahrzeuge nehmen Aufstellung nach Zugnummer in der Viktoriastraße

Festmarsch 28. April 2018
Abmarsch 13:30 Uhr ab Harpen
Maischützenstraße - Harpener Hellweg - Castroper Str. - links in den
Gersteinring - Aufmarsch auf dem Kirmesplatz an der Castroper Str.
Fahrzeuge nehmen Aufstellung nach Zugnummer in der Maischützenstr.

Abmarsch 15:45 Uhr ab Kirmesplatz
Schützenvereine die ab Kirmesplatz mitmarschieren reihen sich gemäß ihrer zugeteilten Zugnummer ein.
Castroper Str. – Große Beckstr. - rechts in die Brückstr. – links in die Hans-Böckler-Str., weiter Viktoriastr. – links in die Kerkwege – links in die Brüderstr. – überqueren des Südrings, Luisenstr., Dr.-Ruer-Platz, Grabenstr. – rechts in die Bongardstr.
Schwere Fahrzeuge mit Kennzeichnung fahren ab Südring/Luisenstr. Rechts, weiter über Ostring, links in die Bleichstr. Und reihen sich dort an Ihrer Position wieder in den Zug ein.
Vorbeimarsch und Abnahme der Parade an der Hauptbühne!
Marschspitze geht an der Bühne vorbei bis zur Stadtbad Galerie !
Dort auflösen des Zuges.

 

Aufstellung Stand: 24. 04. 2018 - 06:00Uhr

Rathausplatz - Abmarsch: 10.00 Uhr

1 Polizeifahrzeug / THW + Zugleitung Kommunikation / Abschnittsleiter
2 Fähnchenträger + Fahrzeug
3 Spielmannszug der BMG 1388 e.V.
4 Fanfarencorps Landsknechte Halver
5 Vorstand B.M.G. mit Oberbürgermeister
6 Beirat der Bochumer Maiabendgesellschaft
7 Engelbert-Gruppe
8 Fahne JOC
9 Junggesellenhauptmann + Adjutant
10 Ehrendamen-Kutsche
11 Stadtwache Bochum „1388“
12 (1. Gruppe Rotes Kreuz)
13 4. Alterskompanie
14 Gruppe Haus Schulze
15 Fanfaren-Corps 1974 Dortmund-Wickede
16 Doppeldecker Bus 1.Kompanie
17 1. Alterskompanie
18 Gruppe Westend
19 (2. Gruppe Rot Kreuz + Zugleitung Kommunikation / Abschnittsleiter)
20 Leiterwagen
21 3. Alterskompanie
22 Gruppe Brücktor
23 Fanfarenzug Blau-Weiß Bochum-Hamme 1984 e.V.
24 FZ BW Bo-Hamme - Kutsche
25 2. Alterskompanie
26 Herren-, und Damengruppe Blücher
27 Gruppe Blau-Weiße Jung´s
28 Gruppe Watemeyer
29 Gruppe Alt-Speckschweiz
30 BSV Essen-Freisenbruch
31 Marketenderwagen
32 Fahrzeug Gruppe Wartemeyer
33 Oldtimer 1X (Alt-Speckschweiz)
34 Altherrenkutsche
35 (3. Gruppe Rotes Kreuz)
36 (4. Gruppe Rotes Kreuz + Zugleitung Kommunikation / Abschnittsleiter)
37 BSV Bochum-Gerthe 1899 e.V.
38 2 x Fahrzeug BSV Bochum-Gerthe 1899 e.V.
39 Bochumer Roll & Eissportverein
40 Blau-Weiße Freunde und Block A
41 Rotes Kreuz
42 Rot Kreuz Fahrzeuge
43 Polizeifahrzeuge / THW
44 USB

Aufstellung Harpen
Aufstellung 13.30 Uhr - Abmarsch: 13.45 Uhr


Aufstellung bis Amtshaus Harpen:
Junggesellenhauptmann
Ehrendamenkutsche
Stadtwache Bochum 1388
Engelbertgruppe
Oberbürgermeister und Rat der Stadt
Vorstand und Beirat der
Bochumer Maiabendgesellschaft
BSV Harpen
Hot Pott Sound Orchestra
SV Adler Hohenheide e.V.
BSV Bochum Weitmar-Mark & Neuling
1896 e.V.
BSV Freischütz Hiltrop 1912 e.V.
Treue Kameradschaft Bochum-Laer
1951 e.V.
Förderverein Harpen e.V.
T.U.S. Harpen
Guggemusik Ruhrpott-Guggis Duisburg


weiter ab Nummer 11


Aufstellung ab Amtshaus Harpen:
1 Polizeifahrzeug / THW + Zugleitung Kommunikation / Abschnittsleiter
2 Fähnchenträger + Fahrzeug
3 ---
4 Vorstand B.M.G. mit Oberbürgermeister
5 Beirat der Bochumer Maiabendgesellschaft
6 Engelbert-Gruppe
7 Fahne JOC
8 Junggesellenhauptmann + Adjutant
9 Ehrendamen-Kutsche
10 Stadtwache Bochum „1388“
11 (1. Gruppe Rotes Kreuz)
12 4. Alterskompanie
13 Gruppe Haus Schulze
14 Fanfarenzug der Ruhrlandbühne
15 Doppeldecker Bus 1.Kompanie
16 1. Alterskompanie
17 Gruppe Westend
18 (2. Gruppe Rot Kreuz + Zugleitung Kommunikation / Abschnittsleiter)
19 Leiterwagen
20 3. Alterskompanie
21 Gruppe Brücktor
22 Fanfarenzug Blau-Weiß
Bochum-Hamme 1984 e.V.
23 FZ BW Bo-Hamme - Kutsche
24 2. Alterskompanie
25 Herren-, und Damengruppe Blücher
26 Gruppe Blau-Weiße Jung´s
27 Gruppe Watemeyer
28 Gruppe Alt-Speckschweiz
29 BSV Essen-Freisenbruch
30 Marketenderwagen
31 Fahrzeug Gruppe Wartemeyer
32 Oldtimer 1X (Alt-Speckschweiz)
33 Altherrenkutsche
34 (3. Gruppe Rotes Kreuz)
35 (4. Gruppe Rotes Kreuz + Zugleitung Kommunikation / Abschnittsleiter)
36 Knappenverein Werne
37 Bochumer Roll & Eissportverein
38 Blau-Weiße Freunde und Block A
39 Rotes Kreuz
40 Rot Kreuz Fahrzeuge
41 Polizeifahrzeuge / THW
42 USB

Aufstellung Kirmesplatz - Abmarsch: 15.45 Uhr

Reihe A
1 Polizeifahrzeug / THW + Zugleitung Kommunikation / Abschnittsleiter
2 Fähnchenträger + Fahrzeug
3 Spielmannszug der BMG 1388 e.V.
4 KTW
5 Berittener Fanfarenzug
6 KTW
7 Vorstand B.M.G. mit Oberbürgermeister
8 Beirat der Bochumer Maiabendgesellschaft
9 Rat der Stadt Bochum, Ehrengäste
10 Fürstentreff - Bad Pyrmont
11 Engelbert-Gruppe
12 Fahne JOC
13 Junggesellenhauptmann + Adjutant
14 Ehrendamen-Kutsche
15 Stadtwache Bochum „1388“
16 (1. Gruppe Rotes Kreuz)
17 4. Alterskompanie
18 Gruppe Haus Schulze
19 Fanfarenzug der Ruhrlandbühne
20 Doppeldecker Bus 1.Kompanie
21 1. Alterskompanie
22 Gruppe Westend
23 Kindergruppe der 1. Kompanie
24 Historischer Trecker
25 Schulgruppen
26 (2. Gruppe Rot Kreuz + Zugleitung Kommunikation /
Abschnittsleiter)
27 Leiterwagen
28 3. Alterskompanie
29 Gruppe Brücktor
30 Fröndenberger Schützenbund e.V. 1927

Reihe B
31 Fanfarenzug Blau-Weiß Bochum-Hamme 1984 e.V.
32 FZ BW Bo-Hamme - Kutsche
33 2. Alterskompanie
34 Herren-, und Damengruppe Blücher
35 Gruppe Blau-Weiße Jung´s
36 Gruppe Watemeyer
37 Gruppe Alt-Speckschweiz
38 BSV Fröndenberg
39 BSV Essen-Freisenbruch
40 Marketenderwagen
41 Fahrzeug Gruppe Wartemeyer
42 Oldtimer 1X (Alt-Speckschweiz)
43 Altherrenkutsche
44 (3. Gruppe Rotes Kreuz)
44a Fanfarencorps Dortmund West 1971 e.V.
45 Bochumer Bürger-Gilde
Bezirk Süd
46 BSV Bochum Stiepel, Kompanie Mittelstiepel
47 Fiege Opel Blitz
48 Brenscheder Bauern e.V.
49 Spielmannszug Musikkorps Herne
50 BSV Bochum-Brenschede 1797 e.V.
Bezirk Mitte
51 Spielleute Herne 08
52 ABSV Hofstede-Riemke 1913 e.V.
53 KGV-Bochum-Riemke
54 Hattinger Fanfarenzug Rot-Weiß 1956 e.V.
55 BSV Bochum-Hamme e.V. 1881

Reihe C
56 (4. Gruppe Rotes Kreuz + Zugleitung Kommunikation / Abschnittsleiter)
57 euco Einkaufs-Center GmbH+Co Anlagen KG
58 euco Einkaufs-Center GmbH+Co Anlagen KG
59 VFL Bochum
60 Stiftung Bahnsozialwerk (BSW)
61 Ostpreußen Stammtisch
Bezirk Nord
62 Spielmannszug „Knappenverein Glück-Auf 1867 Dortmund“
63 BKV GlückAuf Gerthe 1891 e.V. / SW Knappenring
64 Bochumer Roll & Eissportverein
65 (5. Gruppe Rotes Kreuz)
Bezirk Südwest
66 Musikkorps Blau Weiß Bochum 1956 e.V.
Bezirk Ost
67 Knappenverein Werne
68 Schlappe Lappen Bochum e.V.
69 Blau-Weiße Freunde und Block A
Wattenscheid
70 Gansereiterclub Höntrop
71 Gansereiterclub Höntrop
72 Gansereiterclub Höntrop
73 Rotes Kreuz
74 Rot Kreuz Fahrzeuge
75 Polizeifahrzeuge / THW
76 USB

Änderungen vorbehlaten.

 

Rede zum Gedenken des Grafen Engelbert III. von der Mark
Stiftskirche Fröndenberg 2018

Zum 630. Mal jährt sich die Tradition des Bochumer Maiabendfestes, die auf den Grafen Engelbert von der Mark zurückgeht. Wenn wir seiner hier in Fröndenberg, Engelberts letzter Ruhestätte, gedenken, erinnern wir uns an ein bewegtes Leben. Bei näherer Betrachtung seiner Biographie kommt man nicht umhin zu bemerken: ruhige Zeiten hat Engelbert nie lange erleben dürfen. Von Beginn an seiner Herrschaft als junger Graf wurde seine Position durch territoriale Interessen, Ränke- und Machtspiele der Kirche und anderer Häuser bedroht, gegenüber denen er sich zu behaupten hatte. Kriegerische Auseinandersetzungen mit Gegnern, die Suche nach Verbündeten und die Ausweitung des eigenen Einflussbereiches prägten fortan sein Leben. Friedenszeiten waren kurz. Die Lebensgeschichte des Grafen und die Überlieferung um die Entstehung des Maiabendbrauches laden uns ein, den „Frieden“ als eines der höchsten ethischen Güter in unserer Kultur zu reflektieren.

In der abendländischen Geschichte wird Frieden weithin als die mehr oder weniger kurzfristige Unterbrechung des Krieges, als Normalzustand, empfunden. Als Beispiele aus unserem Sprachgebrauch seien hier der „Westfälische Friede“ oder der „Frieden von Versailles“ genannt, womit die Beendigung kriegerischer Handlungen, nicht ein positiver Friedenszustand gemeint ist.
Wenn wir den Begriff des Friedens auf Basis unseres jüdisch-christlichen Erbes bedenken, erschließt sich uns ein ungeahnter Bedeutungshorizont. Der hebräische, alttestamentliche Begriff „Shalom“, den wir gewöhnlicherweise mit Frieden übersetzen, umfasst weitaus mehr als die Abwesenheit von Kampf und Gewalt. Zum Frieden gehören ebenfalls die Sicherheit des Volkes, eine soziale Ordnung, die den Schutz der Schwachen einschließt und das Wohlergehen des Einzelnen. Zudem ist das Verhältnis zwischen Mensch und Natur für den Frieden relevant, das Fehlen von Missernten und Katastrophen und das Aufhören der Feindschaft zwischen Mensch und Tier. Frieden bezeichnet ergo den Zustand allseitigen, allumfassenden Wohlergehens. Diesen Zustand herzustellen, vermag der Mensch nicht allein aus eigenem Vermögen heraus, denn mit dem Frieden verhält es sich wie mit unserem Fest: er muss gestiftet werden!
Gott ist der Stifter des Friedens der Welt, allerdings ist das Verhalten der Menschen nicht gleichgültig. Sie sollen einhalten, was als recht und gerecht gilt und ein tätiges Sozialverhalten beweisen.
Der Religion, Recht, Politik und Natur umfassende alte Friedensbegriff bietet keine Lösung heutiger Probleme, regt uns jedoch an – unter Berücksichtigung der grundlegenden Unterschiede zwischen der Welt des Alten Orients und unserer hiesigen Gegenwart – die Komplexität und den hohen Anspruch zu erfassen, der mit der Aufgabe des Friedenschaffens und Friedenstiftens verbunden ist.
Niemand käme wohl ernsthaft auf den Gedanken, die Zeit Engelberts und seine spätmittelalterliche Lebenswelt unserer heutigen Spätmoderne vorzuziehen. Aus heutiger Perspektive lebte er in einer für uns düsteren Welt, die von Fremdbestimmung, Ungleichheit, Rechtsunsicherheit und Seuchen geprägt war – Graf Engelbert selbst starb auf Burg Wetter an der Pest.
Wenn wir uns heute im hochfortschrittlichen Deutschland auch im Frieden wähnen und in sicheren Zeiten gegenüber damals, konfrontieren uns noch ältere altorientalische Vorstellungen mit einem Maß, an dem wir uns messen lassen müssen:
Wie steht es um unsere soziale Ordnung und den Schutz der Schwachen?
Wie steht es um das Wohlergehen des Einzelnen?
Wie steht es um das Verhältnis von Mensch und Natur?
Und im Besonderen: wie steht es um das Verhältnis vom Mensch zum Tier?
Vielleicht werden wir vom Frieden sehr viel behutsamer und weniger vollmundig sprechen, wenn wir diese Anfragen bedenken.

Zu diesen Ausführungen hat mich der Gedenktag angeregt. Die Legende um den Grafen ist selbst in regionalhistorischer Betrachtung kaum eine Randnotiz oder Fußnote der Geschichte. Viel wesentlicher ist, was augenscheinlich unbedeutende Biographien und Ereignisse in Gang setzen, dass wir mehr als ein halbes Jahrtausend später uns versammeln, ihrer erinnern und sie an Aktualität gewinnen lassen.