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Presseberichte 2004

Country statt Jungenlied

 

Cowboyhüte und Maischützenmützen passen offenbar zusammen: Mit der Countryband "Truck Stop" als Attraktion feierte die 2. Kompanie der Maischützen am Samstag Abend im RuhrCongress ihr 175-jähriges Bestehen.

Die Trucker hatten die Maischützen und ihre Gäste schnell auf ihrer Seite: Tanzend und mitklatschend fanden sich neben einigen ganz harten Fans der Countryband aus Hamburg auch Mitglieder der Maischützen vor der Bühne ein. Und spätestens bei "Ich will so gern Dave Dudley hören", dem bekanntesten Lied der Hamburger, klatschen auch jene Gäste mit, die noch an ihren Tischen sitzen geblieben waren. Zweimal jeweils eine Stunde spielte Truck Stop, dazwischen unterhielt die Big Band Peter Knoche mit der Sängerin Anna Belle die Maischützen und ihre Gäste mit Swing und Tanzmusik. Gekommen war auch eine Abordnung der befreundeten "Geharnischten" aus Thorgau " allerdings ohne Kostüme.

Die Geschichte der 2. Kompanie der Maischützen ist eng mit der Geschichte des Aufstiegs Bochums von der ländlichen Kleinstadt zur großen Industriestadt verbunden: Das einsetzende Wachstum der Stadt gab 1829 den Anstoß für die Gründung der neuen Unterabteilung der Maiabendgesellschaft. Das vorher einzige Bataillon des schon damals mit der Junggesellenkompanie verbundenen Bürgerschützenvereins wurde zu klein für alle Interessenten und musste aufgeteilt werden. Seitdem ist die Kompanie bei jedem Ausmarsch nach Harpen dabei, außerdem richtet sie seit 1988 das Schützenbiwak in der Innenstadt am Vorabend des Ausmarsches aus. Beliebt ist die 2. Kompanie auf dem Zug selbst nicht zuletzt für ihren Marketenderwagen, eine rollende Biertheke.

Der Festabend im RuhrCongress war nur der Höhepunkt eines ganzen Feierwochenendes, mit dem der 175. Geburtstag gefeiert wurde. Begonnen hatte es am Freitag Abend mit einer Oldienight im RuhrCongress, zu dem vor allem Mitglieder, Freunde und Gönner eingeladen waren. Am Samstag ging es am Sonntag Morgen mit einem Frühschoppenkonzert am Bismarckturm weiter.

Hier versuchte der Musikzug des befreundeten Schützenvereins Fröndenberg die Müdigkeit der seit Freitag Feiernden zu vertreiben, bevor die Kompanie am Nachmittag zu einem Umzug durch "ihren" Bereich rund um den Stadtpark und die Innenstadt aufbrach. Mit einem gemütlichen Beisammensein ließen die Maischützen der 2. Kompanie ihre Jubiläumsfeier schließlich ausklingen. cas

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)

Fanfare, Festabend und Frühschoppen

 

175 Jahre " wenn das kein Grund zum Feiern ist! Die zweite Kompanie des Bochumer Schützenvereins begeht am kommenden Wochenende, 2. bis 4. Juli, dieses Jubiläum. Schon seit jeher lockt die Maiabendgesellschaft 1388 e.V. die Menschen an, wenn es heißt: "Drum auf, ihr Junggesellen, und haltet nichts vom Hohn, lasst uns die Eiche fällen, aus alter Tradition."

Mit dem Aufstreben der Stadt Bochum stieg auch die Mitgliederzahl des Bürger-Schützenvereins. So wurde durch und durch blau - weiß am 17. August 1829 die zweite Kompanie ins Leben gerufen.

Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges zogen die Kameraden im Jahr 1946 noch ohne offizielle Genehmigung der Besatzungsmächte los, um in alter Tradition eine junge Eiche aus Harpen zu holen und in den Bochumer Stadtpark zu pflanzen. Erst zwei Jahre später kam das OK der britischen Besatzungsmacht. Endlich wieder frei beteiligten sich etliche an dem Marsch nach Harpen. Statt Uniform wurde damals angezogen, was der Kleiderschrank hergab. Aber alle Kameraden hatten sich ein blau-weißes Band um die Mütze gebunden.

Am Wochenende nun feiert die zweite Kompanie der Maiabendgesellschaft die 175-jährige Tradition. Im RuhrCongress Bochum läutet am Freitag ein Oldie Abend ab 19 Uhr die ereignissreichen Tage ein. Am Jubiläumsfestabend, 3.Juli, sorgen die Band Truck Stop, Sängerin AnnaBelle und das Orchester Peter Knoche für gute Unterhaltung. Karten sind im BO-Marketing in der Huestraße 9 oder unter der Rufnummer 0234/9630244 erhältlich.

Am Sonntag, 4.Juli, gibt der Musikzug Fröndenberg ab 11 Uhr ein Frühschoppenkonzert in der Stadtparkgastronomie. Ab 14.30 Uhr marschiert der Festumzug der zweiten Kompanie vorbei am Bergbau Museum, durch die Kortumstraße zurück zum Stadtpark. Ein Wochenende voll Erinnerungen, Tradition und vor allem Grund zum Feiern.

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)

Keine Gesellschaft der Fehde mehr

 

Mit Verwunderung hatten einige registriert, dass die Junggesellen-Eiche in diesem Jahr an die Brauerei Brinkhoff übergehen sollte " die Fiege-Brauerei nahm deswegen sogar ihre Wagen aus dem Zug der Ausmarschierer.

Bei der Pflanzung gestern in der Grabenstraße allerdings bewies Brinkhoffs-Geschäftsführer Erich Wulff, dass die Auswahl des Baumpaten auch in diesem Jahr mit der für das Traditionsfest üblichen Sorgfalt geschehen war. "Wir empfinden das als wirkliche Ehre", dankte Wulff in Richtung der Maiabendgesellschaft, "Bier braucht Heimat. Dies ist unsere Heimat." Und er hat ja Recht: Etwa ein Drittel der Firmenanlagen steht auf Bochumer Gebiet, die Brauerei ist Rechtsnachfolgerin der Bochumer Schlegel-Brauerei und der "Erfinder" des Brinkhoff-Bieres, Fritz Brinkhoff, wurde sogar in Harpen geboren " wer noch mehr Bezug zu Bochum braucht, muss sich schon den Vorwurf der Engstirnigkeit gefallen lassen.

"Meine Vorgänger haben Bochum vernachlässigt", hatte Wulff selbstkritisch am Samstag nach dem Auszug gesagt. In seinen Augen ein Fehler: "Tradition heißt nicht, die Asche zu bewahren, sondern die Glut zu schüren." So will das langjährige Mitglied des Beirats der Maiabendgesellschaft sich nun noch stärker für das Fest der Bochumer engagieren. Was Wulff an den Ahnen der Dortmunder Verfolger sichtlich beeindruckte: "Die Maiabendgesellschaft ist keine Gesellschaft der Fehde, sondern der Geradlinigkeit und Treue."

Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber fand einen zusätzlichen, guten Grund für die Brinkhoff-Beteiligung: "Bier ist eine Medizin und ein Nahrungsmittel", stellte er bündig fest " gegen solche Hilfe beim zehrenden Marsch nach Harpen kann doch kein Maikerl etwas haben. Auch Hauptmann Thorsten Horn freute sich über diese Einbindung: "Ich bin doch froh, dass zwei Brauereien hinter dem Maiabendfest stehen."PvD

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)

Aufhören, wenn´s am schönsten ist

Unter den Bildern des Maiabendfestes war in den vergangenen Jahren immer auch dieses: Der Junggesellenhauptmann und der Oberbürgermeister Seit´ an Seit´. Nun geben Thorsten Horn (r.) und Ernst-Otto Stüber (l.) beide ihre Ämter weiter, in deren Ausübung sie das Gesicht des Bochumer Traditionsfests maßgeblich geprägt haben. Volker Protzel, der Vorsitzende der Maiabendgesellschaft, würdigte schon vor dem diesjährigen Auszug Stübers Einsatz für das Maiabendfest. Er erinnerte an die "Regenschlachten", zu denen der Maiabend in den vergangenen Jahren oft genug ausgeartet war und daran, dass Stüber unverdrossen stets ohne Mantel oder Schirm mitgelaufen war und dabei manches Mal derart durchnässt wurde, dass vor dem Einzug in die Stadt erst einmal Umziehen angesagt war. Diese Leistung war der Gesellschaft den "Ehrentambourstab wert", mit dem Stüber am Samstag ausgezeichnet wurde. "Ein wundeschönes Geschenk", fand der OB.

Reich beschenkt sieht sich auch Thorsten Horn, der nach der Devise handelt, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist. "Das war heute mein Maiabendfest", sagte er stolz nach der Rückkehr in die Stadt. Diese tolle Atmosphäre könne nur schwer noch übertroffen werden. Aber auch, um andere nicht zu übertreffen, steigt er aus dem Sattel: "Willi Hölting und Heinz-Jürgen in der Beck, die vor mir fünf Mal Hauptmann waren, haben so viel geleistet. Ich möchte ihren Rekord nicht brechen." Noch im Abgang erweist er sich so seines Amtes würdig.PvD

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)

Maiabendfest eröffnet

 

Das Warten hat ein Ende. Am Samstag ist das 616. Bochumer Maiabendfest mit einem Biwak auf dem Dr. Ruer-Platz offiziell eröffnet worden. Zum Auftakt wurde beim Kuhhirten der Hauptmann vorgestellt.

Vor mehreren hundert Jahren, so erklärt der Vorsitzende der Bochumer Maiabendgesellschaft, Volker Protzel, sei das Maiabendfest kurz vor Beginn dreimal täglich mit Trommeln und Rufen angesagt worden. Heute mache man zwar nur einmal Krach, "dann aber richtig!". Heute wie damals sollen die Veranstaltungen im Vorfeld des Ausmarsches nach Harpen in der Bevölkerung für das traditionelle Fest werben.

Bei dieser Werbung geben sich die Maischützen alle Mühe. Schon um 10 Uhr am Samstagmorgen hatten die Kompanien an verschiedenen Punkten in der Innenstadt Lager bezogen und sorgten für Musik und das leibliche Wohl. Sogar der Himmel strahlte blau-weiß " ganz im Sinne der Maikerls. Das Werben zeigte Wirkung: Mehr als 100 Schaulustige fanden sich zur Hauptmannsvorstellung um 10.30 Uhr am Kuhhirten ein.

"Bataillon stillgestanden!", befiehlt Junggesellenadjutant Klaus Liermann den Maischützen, die auf dem Platz stramm stehen. Kurz danach reitet der Junggesellenhauptmann Thorsten Horn majestätisch auf einer dunklen Stute ein.

Bereits zum fünften Mal in Folge amtiert Thorsten Horn als Hauptmann. Der Vorsitzende Volker Protzel lobte den erfahrenen Hauptmann. Thorsten Horns Bekanntheit garantiere, dass jeder wisse, hinter wem er her zu marschieren habe, damit niemand am nächsten Samstag statt nach Harpen irrtümlich nach Gerthe läuft, flachste der Vorsitzende.

Auch Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber " ganz in blau-weiß gekleidet " zeigte sich sichtlich angesteckt von den Feierlichkeiten. Er stellte stolz fest, es gebe viele Schützen- und Bürgerfeste in Deutschland, aber eben nur ein Bochumer Maiabendfest. Aufgrund dieser Einzigartigkeit forderte Stüber die Bochumer Bürger auf, sich aktiv am Maiabendfest zu beteiligen.

Nach einem kurzen, aber lautstarken Umzug durch die Bochumer Innenstadt fanden sich die Maischützen auf dem Dr. Ruer-Platz zum Biwak ein. Graf Engelbert III. von der Mark alias Markus Koch verlas dort das Legat und übergab es dem Hauptmann. Das nächste Wochenende ist also gerettet. Das so genannte Legat, die Stiftungsurkunde, bevollmächtigt die "jongen Gesellen Bokhems" schließlich, die Eiche aus dem Harpener Bockholt zu holen.

Beim Junggesellenhauptmann macht sich indes keine Routine breit. Obwohl er schon zum fünften Mal als Hauptmann dabei ist, lautet sein knapper Kommentar: "Jedes Jahr aufregend!"

Peter Herrlich

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)