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Presseberichte 2013


WAZ Foto: Archiv, Fischer

 Hattingen.   Auf Burg Blankenstein wird eine Geschoss-Schleuder aufgebaut - und eingesetzt. Fest für die ganze Familie mit Attraktionen, Händlern, Spielen, Köstlichkeiten.

Weil das Wasser so verkeimt, das Bier wenigstens einmal aufgekocht war, wurde im Mittelalter mehr Bier getrunken: Das sagt Stefan Vahldieck. Er gehört zur Bochumer Stadtwache – die ihr Lager am Wochenende beim fünften Fest auf Burg Blankenstein aufschlagen wird. Wo es natürlich auch Bier gibt. Und eine schussfähige Geschoss-Schleuder.

Mit ihr lässt die Stadtwache mit Wasser gefüllte Säcke über die Burgmauern fliegen. Kleine Ritter können sich an der Armbrust und beim Bogenschießen üben. Gaukler, Handwerker, Händler, Spielleute, Minnesänger beleben den Markt. Es gibt Führungen.

Mit dem Gastronomen Detlef Müller rief die Stadtwache das Fest vor fünf Jahren ins Leben. „Wir wollten etwas für die Belebung der Burg tun“, so Vahldieck, der mit etwa 25 Mannen (und Frauen und Kindern) sein Lager aufschlagen wird. „Der Markt ist groß, da müssen wir uns ein wenig einschränken.“ Nächtigen werden sie auf der Burg, sich selbst versorgen und fürs Mittelalter typische Eintöpfe kochen. „Wir bauen auch einen Pranger auf, an den sich die Besucher stellen können, um mal zu sehen, wie das war.“ Kinder können Rüstungen und Helme anprobieren

Die Stadtwache gehört zur Bochumer Maiabendgesellschaft 1388. „Vor fünf Jahren gründeten wir die Stadtwache, legten die Schützenuniformen ab, zogen Mittelalterkleidung an, weil wir die Gesellschaft attraktiver machen wollten.“ Auch Hattinger und Interessierte aus umliegenden Städten sind Mitglied. „Jeder kann mitmachen, wir bieten eine Probezeit an.“ Denn: Jede Mittelalter-Gruppe hat andere Regeln. „Manche wollen sogar die Kleidernähte so, wie sie früher waren.“ Als Kostümgruppe sieht Vahldieck die Gruppe nicht. Geschichtswissen – auch in Schulen – zu vermitteln, ist ein Ziel der Stadtwache, die sich freut, auf der Burg, die in Bochumer Besitz ist aber auf Hattinger Grund liegt, dabei zu sein. „Hier wurden Bochum die Stadtrechte verliehen.“ Absolute Mittelaltertreue fordert die Stadtwache nicht ein: „Sonst müssten wir als Unterhose ja auch eine kratzende Bruche tragen“, gibt Vahldieck zu bedenken.

„Wie früher“ werde auf der Burg am Wochenende gelebt – und auch gegessen, so Müller. Er serviert u.a. Schweinshaxe und Krautfleckerln. „Aber es gibt auch Bratwurst. Das essen die Kinder lieber.“ Weil es ein Familienfest sei, setze er auf niedrige Preise. Der Eintritt kostet drei Euro, aber Kinder unter Schwertlänge kommen umsonst rein. „Da gibt’s schon Gaudi an der Kasse“, weiß er. Von Samstag, 13 bis 21 Uhr, bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr, dauert das Fest. Und Fußballfans dürfen ihr Bier getrost auf der Burg trinken und das Mittelalter Mittelalter sein lassen: Das Champions League-Spiel wird hier gezeigt.

Der Westen 23.05.13 - Liliane Zuuring

Damen Gruppe Blücher
Sechs Damen vom Grill: Das 25-jährige Bestehen feierte die Damengruppe Blücher um Gründungsmitglied Heike Nett (3.v.l.) mit Bratwurst und Pils.
Foto: Klaus Pollkläsener

Hamme.  Weil sie nicht länger im Schatten der Männer der Maiabendgesellschaft stehen wollten, gründeten die Frauen im Jahr 1988 ihre eigene Gruppe. Der Ehrentag wurde im Haus Breucker zünftig gefeiert

„Seit 25 Jahren gibt es unsere Damengruppe. Das ist eine Ära, die gefeiert werden muss.“ Dies betonte Hauptmann Willi Rüskamp von der 2. Kompanie, als er das Jubiläumsfest der Damengruppe Blücher in der 2. Kompanie der Bochumer Maiabendgesellschaft eröffnete. Rüskamp bedankte sich bei den Jubilarinnen für die lange und gute Zusammenarbeit, die nicht erst mit der Gründung der Frauengruppe nach dem 600. Maiabendfest 1988 begonnen habe. „Eigentlich seid ihr schon seit über 80 Jahren als Frauen und Freundinnen bei uns, wenn wir Feste vorbereiten oder nach Harpen ausmarschieren“, so Rüskamp. So lange gibt es schon die Herrengruppe Blücher in der Kompanie, aus der die Damen mit ihrer Gründung ausschieden.

„Das war am 4. Juni 1988“, erinnerte sich Schriftführerin Heike Nett. „Im Gruppenlokal Haus Döll haben wir uns gegründet.“ Heike Nett ist das einzige verbliebene Gründungsmitglied der Gruppe. Warum das so war, erklärte sie so: „Wir wollten nicht ständig im Schatten der Männer stehen und trotzdem die ganze Arbeit mitmachen.“

Gesagt, getan. Beim 600. Maiabendfest trat die Gruppe zum ersten Mal auf. Fünf Wochen später wurde es offiziell. Laut Gründungsprotokoll waren Elisabeth Baldamus, Marion Becker, Carola Dieckmann, Gabi Hantsche, Angela Klör (Filipak), Ute Kuphal, Gerti Peitz und Heike Nett anwesend.

Eigene Strukturen

Eigene Strukturen bildeten sich heraus, ohne die Gemeinschaftsaufgaben in der Kompanie und der Maiabendgesellschaft zu vernachlässigen. „Wir wirken immer bei allen Veranstaltungen rund um das Maiabendfest mit wie etwa in Fröndenberg, dem Schützenbiwak und natürlich dem Ausmarsch zum Harpener Bockholt“, erklärte Vorsitzende Ursula Stobbe.

Sonne, Schnee, Starkregen

Letzterer war für die Damengruppe, die alsbald auf fast 20 Frauen anwuchs, oft ein besonderes Erlebnis. Stobbe: „Sonne, Schnee, Starkregen. Alles, was es an Wetter gibt, haben wir dabei erlebt.“ Denn: Die Damen ziehen nicht nur zu Fuß nach Harpen. Sie marschieren bis heute auch das ganze Stück zurück.

Monatliche Treffen

Zu den eigenen Aktivitäten zählen u.a. die monatlichen Treffen, die im Traditionslokal Haus Breuker an der Herner Straße 91 stattfinden. Zwölf Mal im Jahr gehen die Damen schießen (Luftgewehr und Kleinkaliber im Wechsel). Ausflüge runden das bunte Miteinander ab.

Tradition ist wichtig

Die Tradition bleibt. „Unsere Höhepunkte im Jahr sind das Mai­abendfest und die Fahrt nach Fröndenberg ans Grab von Graf Engelbert III., dem Stifter des Maiabendfestes“, erklärte Claudia Rüskamp, die die Gruppe im Team mit Ursula Stobbe leitet.

Aktuell neun Frauen

Die Damengruppe Blücher besteht heute aus neun Frauen. „Die Gemeinschaft ist toll. Ich habe immer viel Spaß mit den Frauen“, freute sich Elke Nonnewitz. Vor vier Monaten kam sie dazu.

Festabend beginnt mit „Bochumer Jungenlied“

Dann hieß es „Blau-Weiß!“ Mit dem „Bochumer Jungenlied“ startete der gemütliche Festabend mit zahlreichen Gästen.

Info: Verschiedene befreundete Gruppen gratulierten den Jubilarinnen. Unter anderem waren das der Damenschießclub Diana, die Blau-Weißen Jungs, natürlich die Herrengruppe Blücher, die Gruppe Alt-Speckschweiz in der 2. Kompanie und das Fanfarencorps der Bochumer Maiabendgesellschaft.

Die Damengruppe Blücher würde sich sehr über weitere Frauen freuen, die Interesse am blau-weißen Vereinsleben haben und aktiv mitmischen wollen. Nähere Informationen gibt es bei Ursula Stobbe unter  02323 98 79 236 oder bei Claudia Rüskamp unter  89 399 190.

Der Westen 16.08.13 - Wicho Herrmann

BOCHUM Die ganze Stadt war am Wochenende im Ausnahmezustand. Und der Himmel strahlte pünktlich zum 625. Maiabendfest ebenso blau-weiß, wie die Marschierenden, die ausgezogen waren, um sich aus dem Bockholt ihre Eiche zu holen.

Der USB übernahm die Eiche natürlich persönlich. Geschäftsführer Dr. Thorsten Zisowski grub diese zusammen mit dem Jungessellenhauptmann und dem Grafen Engelbert ein. (Foto: Halten)

Los ging es am Freitagabend mit dem großen Zapfenstreich, am Samstag zog man schließlich um kurz nach 10 Uhr geschlossen nach Harpen. Zuvor hatten sich die Maikerls an der Rathaus-Glocke versammelt. Hier gab es anspornende Grußworte von Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz und von Karl-Heinz Böke, Vorsitzendem der Maiabendgesellschaft.

Entschädigung ausgedacht

Mehrere Tausend Marschierende hatten sich beim Jubiläumsmarsch nach Harpen um den diesjährigen Junggesellenhauptmann Dominik Braun gesammelt. Gemeinsam kamen sie umjubelt am Steffenhorst an, wo sie sich bei heißer Erbsensuppe erholten.

Anschließend wurde der Tross von den Harpener Bürger-Schützen begrüßt – wie immer hatten die sich etwas Besonderes für die Eichausgrabung ausgedacht. „Da wir es euch immer so schwer machen, haben wir uns heute mal etwas als Entschädigung überlegt,“ sagte Vorstand Hans-Heinrich Albert schmunzelnd.

Efeu aus Dortmund

Diese Entschädigung entpuppte sich als unter der Wurzel verbuddelte Urkunde für ein Acht-Liter-Fässchen Fiege-Pils, das der Junggesellenhauptmann als Entschädigung mit zurück nach Bochum nehmen darf. Eine kleine Spitze konnten sich die Harpener aber nicht verkneifen: Sie schmückten Böke mit einem Efeukranz aus Dortmund. Angeblich, weil den Harpenern der Bochumer Efeu ausgegangen war. So ganz wollte das niemand glauben, sind die Gemüter doch des Friedensvertrags mit Dortmund wegen immer noch erzürnt. Böke nahm’s gelassen, appellierte aber an die Freundschaft zu den Harpenern, die „auch durch die Freundschaft mit Dortmund nicht getrübt werden sollte“.

Blau-weiße Fahnen

Anschließend ging es mit Efeu und Eiche zurück gen Bochum. Auf dem Weg wurde der Tross von Tausenden Bochumer umjubelt, die den Straßenrand mit blau-weißen Fahnen schmückten. „Das gibt Kraft“, verriet ein Marschierender gut gelaunt. „Blau-weiß“, tönte es von überall her, umso lauter, je näher sich der stolze Tross der Innenstadt näherte.

An der Bühne am Kuhhirten angekommen wurden alle Marschierenden begrüßt. Der Höhepunkt war die Übergabe des Eichbaums an den USB Bochum, der ihn in diesem Jahr sponsorte. Geschäftsführer Dr. Thorsten Zisowski nahm den Baum nicht nur stolz entgegen, sondern buddelte ihn – wie die Tradition es vorgibt – gemeinsam mit Dominik Braun ein. Der Tag war aber lange nicht vorbei: Es gab Livemusik am Abend und ein Höhenfeuerwerk zu später Stunde.

Ruhr Nachrichten 28.04.2012 - von Verena Halten

Monika Thünken (Erich-Kästner-Schule) war im April 2013 der "Gewaltfrei"-Preis der Maiabendgesellschaft erstmals übergeben worden. Sie bekam ihn von Karl-Heinz Böke (re.), Vorsitzender der Maiabendgesellschaft.
Foto: Manfred Sander

 

Bochum.  Die Bochumer Maiabendgesellschaft vergibt wieder einen Preis für das gewaltfreie Lösen eines Konfliktes. Das Preisgeld beträgt 1000 Euro. Bewerbungen sind ab sofort möglich.

 

Bochumer Jungen regeln Fehden mit Finesse statt mit Fäusten. Der Maiabendgesellschaft ist diese Tugend 1000 Euro wert. Im Jubiläumsjahr vergab der Brauchtumsverein erstmals den „Preis für gewaltfreie Konfliktlösung“. Im nächsten Frühjahr gibt es eine Neuauflage. Bewerbungen sind ab sofort möglich.

Die Geschichte ist überliefert: Im Mittelalter gehörte Bochum zur Grafschaft Mark, in der von 1347 bis 1391 Graf Engelbert III. regierte. Wegen eines Spottgedichtes sagte er der freien Reichsstadt Dortmund den Streit an. Die Bochumer Junggesellen leisteten tatkräftige Hilfe. Sie eroberten eine wertvolle Herde Vieh, die die Dortmunder fortgetrieben hatten, wieder zurück.

Aus Dankbarkeit durften die Jünglinge ab 1388 alljährlich am Vorabend des 1. Mai in den gräflichen Waldungen im Bockholt (heute: Harpen) einen Eichbaum abholzen. Dieser musste vor Sonnenuntergang auf den Schultern der Junggesellen durch die Beckporte nach Bochum gebracht werden: der Ursprung des Maiabendfestes, das im nächsten Jahr zum 626. Mal gefeiert wird.

Schule wurde für das Projekt „Fahr fair“ geehrt

„Anno 1388 wurde gezeigt, wie man Fehden ohne Gewalt löst. An diesen historischen Kontext knüpfen wir mit unserem Preis an“, ruft der Vorsitzende der Maiabendgesellschaft, Karl-Heinz Böke, erneut dazu auf, Einzelpersonen oder Gruppen vorzuschlagen, die „durch ihr couragiertes Eingreifen Konflikte abwenden, entschärfen und zu einer gewaltfreien Lösung führen“. Eine Jury u.a. mit OB Ottilie Scholz, Polizeipräsidentin Diana Ewert, Richterin Isabell Hoffmann und Feuerwehrchef Dirk Hagebölling wird wie in diesem Jahr die Nominierungen sichten.

Sieger 2013 wurde die Erich-Kästner Schule . Seit 2001 nimmt die Gesamtschule an der Markstraße am Projekt „Fahr fair“ teil. Schüler der Jahrgangsstufe 8 werden von der Bogestra und der Polizei zu „Fahrzeugbegleitern“ ausgebildet. Jährlich sind 20 Jungen und Mädchen dabei.

In Bussen und Bahnen sollen sie auf Kinder und Jugendliche einwirken, die drängeln, Türen blockieren, Schüler bedrohen oder die Einrichtung verschmutzen und beschädigen. Dabei setzen sie nicht ihre Fäuste, sondern ihren Verstand und ihre Überzeugungskraft ein. Wie, erlernen sie bei einem Deeskalations- und Kommunikationstraining und in Rollenspielen.

Im Rahmen des Maiabendfestes im April 2014 auf dem Boulevard wird der Preis zum zweiten Mal verliehen. Erneut gibt es 1000 Euro und einen Pokal. Infos und Bewerbungen auf www.bochumer-maiabendgesellschaft.de.

Der Westen 27.12.13 - Jürgen Stahl

Monika Thünken (Erich-Kästner-Schule) war im April 2013 der "Gewaltfrei"-Preis der Maiabendgesellschaft erstmals übergeben worden. Sie bekam ihn von Karl-Heinz Böke (re.), Vorsitzender der Maiabendgesellschaft.Foto: Manfred Sander

Bochum.  Die Bochumer Maiabendgesellschaft vergibt wieder einen Preis für das gewaltfreie Lösen eines Konfliktes. Das Preisgeld beträgt 1000 Euro. Bewerbungen sind ab sofort möglich.

Bochumer Jungen regeln Fehden mit Finesse statt mit Fäusten. Der Maiabendgesellschaft ist diese Tugend 1000 Euro wert. Im Jubiläumsjahr vergab der Brauchtumsverein erstmals den „Preis für gewaltfreie Konfliktlösung“. Im nächsten Frühjahr gibt es eine Neuauflage. Bewerbungen sind ab sofort möglic

Die Geschichte ist überliefert: Im Mittelalter gehörte Bochum zur Grafschaft Mark, in der von 1347 bis 1391 Graf Engelbert III. regierte. Wegen eines Spottgedichtes sagte er der freien Reichsstadt Dortmund den Streit an. Die Bochumer Junggesellen leisteten tatkräftige Hilfe. Sie eroberten eine wertvolle Herde Vieh, die die Dortmunder fortgetrieben hatten, wieder zurück.

Aus Dankbarkeit durften die Jünglinge ab 1388 alljährlich am Vorabend des 1. Mai in den gräflichen Waldungen im Bockholt (heute: Harpen) einen Eichbaum abholzen. Dieser musste vor Sonnenuntergang auf den Schultern der Junggesellen durch die Beckporte nach Bochum gebracht werden: der Ursprung des Maiabendfestes, das im nächsten Jahr zum 626. Mal gefeie

Schule wurde für das Projekt „Fahr fair“ geehrt

„Anno 1388 wurde gezeigt, wie man Fehden ohne Gewalt löst. An diesen historischen Kontext knüpfen wir mit unserem Preis an“, ruft der Vorsitzende der Maiabendgesellschaft, Karl-Heinz Böke, erneut dazu auf, Einzelpersonen oder Gruppen vorzuschlagen, die „durch ihr couragiertes Eingreifen Konflikte abwenden, entschärfen und zu einer gewaltfreien Lösung führen“. Eine Jury u.a. mit OB Ottilie Scholz, Polizeipräsidentin Diana Ewert, Richterin Isabell Hoffmann und Feuerwehrchef Dirk Hagebölling wird wie in diesem Jahr die Nominierungen sichten.

Sieger 2013 wurde die Erich-Kästner-Schule . Seit 2001 nimmt die Gesamtschule an der Markstraße am Projekt „Fahr fair“ teil. Schüler der Jahrgangsstufe 8 werden von der Bogestra und der Polizei zu „Fahrzeugbegleitern“ ausgebildet. Jährlich sind 20 Jungen und Mädchen dabei.

In Bussen und Bahnen sollen sie auf Kinder und Jugendliche einwirken, die drängeln, Türen blockieren, Schüler bedrohen oder die Einrichtung verschmutzen und beschädigen. Dabei setzen sie nicht ihre Fäuste, sondern ihren Verstand und ihre Überzeugungskraft ein. Wie, erlernen sie bei einem Deeskalations- und Kommunikationstraining und in Rollenspielen.

Im Rahmen des Maiabendfestes im April 2014 auf dem Boulevard wird der Preis zum zweiten Mal verliehen. Erneut gibt es 1000 Euro und einen Pokal. Infos und Bewerbungen auf www.bochumer-maiabendgesellschaft.de.

Jürgen Stahl

Bochum. Von blau-weiß bis grau-schwarz: Die Maischützen waren bei ihrem Jubiläum den Launen des April-Wetters ausgesetzt. Entsprechend durchwachsen fällt die Bilanz des 625. Maiabendfestes aus, das am Sonntag mit dem Kindertag auf dem Boulevard zu Ende ging. „Wir sind zufrieden“, lautet die erste Bilanz von Karl-Heinz Böke, der seine Zukunft als Vorsitzender des Brauchtumsvereins offen lässt.

Sonne satt hatte die Maiabendgesellschaft in den Vorjahren verwöhnt. T-Shirt-Temperaturen herrschten auch beim Traumstart am Donnerstag. Doch fortan ging´s berab. Am total verregneten Freitag war Sänger Michael Wurst auf der Bühne ein armes Würstchen. Selbst beim ökumenischen Gottesdienst in der Propsteikirche blieben am Abend Plätze frei.

Die Blau-Weißen bangten: Wird auch der Festmarsch ins Wasser fallen? Zum Glück nicht. Am Samstag war’s kühl, aber immerhin trocken. Wie angekündigt, zogen 100 Gruppen mit 2500 Teilnehmern am Nachmittag von Harpen in die Innenstadt, wo sie von mehreren hundert jubelnden Menschen empfangen wurden. Erstmals hoch zu Ross: Junggesellenhauptmann Dominik Braun. Mit seinem triumphierenden Gefolge hievte er den im Bockholt entrissenen Eichbaum durch die erst am Donnerstag eingeweihte Beckporte-Nachbildung an der Großen Beckstraße.

Coverband "Fresh Live Music" litt unter schlechtem Wetter

„Schade“, war am Samstagabend zu hören. Zwar hatten rund 300 Tapfere die Wintermäntel wieder aus dem Schrank und Keller geholt. Zwar kletterte das Stimmungsbarometer minütlich. Zwar füllte sich der Platz am Kuhhirten stetig. Doch „Fresh Live Music“ hätte Tausende Besucher verdient gehabt. Großartig, was die Düsseldorfer Coverband mit ihren fünf (!) Sängerinnen und Sängern auf die Bühne zauberte. Aktueller Soul, Pop und Funk vom Allerfeinsten: Wer dabei war, hat’s trotz gefühlter Minuswerte nicht bereut.

Versöhnliches am Sonntag: Dem Kindertag war frühlingshaftes Wetter vergönnt. Zur Freude von Karl-Heinz Böke, der sich vereinsinterner Gegner erwehren muss. Vor dem Jubiläumsfest übte die Bürgergilde scharfe Kritik am Friedensvertrag mit Dortmund. Die Tradition werde verwässert; der Vorsitzende habe sich die Zeremonie im Alleingang ausgedacht. Aus den Reihen der Gilde wurde auch während der Festes Protest gegen den Führungsstil und der Wunsch nach Ablösung laut.

Im Gespräch mit der WAZ zeigte sich der 2012 für weitere drei Jahre gewählte Schützen-Chef „gesprächsbereit“. Ob er seine volle Amtszeit ableisten wird? „Dazu will ich mich nicht äußern.“

WAZ 28.04.2013 / Lokales Bochum / von Jügen Stahl