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615. Maiabendfest 2003

615. Bochumer Maiabendfest
Eicheinpflanzung 2003 
 
Eicheinpflanzung

 
Den ersten Schluck aus der Bügelflasche
Und endlich, da war er doch noch, der blau-weiße Himmel, den die Maikerls beim Auszug nach Harpen schmerzlich vermissten. Zumindest die Pflanzung des Eichbaums am Sonntag wurde kurz überwölbt von den Stadtfarben Bochums.

Seit 1877 wird statt des dicken Trumms eine junge Eiche geholt und in der Stadt gepflanzt, bis 1996 fand sie ihre neue Heimat im Stadtpark. Seither aber zieren die Bäume die Grabenstraße, auch die 615. Eiche, erworben von der Fiege-Brauerei, verschönert dort seit gestern das Stadtbild. Man sei stolz, den Baum den Gebrüdern Hugo und Jürgen Fiege zu übergeben, so Volker Protzel. In den 125 Jahren ihres Bestehens habe sich die Brauerei stets als "verlässlicher Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor" erwiesen.

Artig bedankten sich die Brüder, auch im Namen der Belegschaft, die seit dem 600. Maiabendfest in schöner Regelmäßigkeit den Marsch begleitet. Man wolle nun alles daran setzen, dass die Eiche groß und stark werde, versprachen die Brauer-Brüder.

Und dennoch brach das Brüder-Paar prompt mit einer Tradition: Den ersten Schluck des eigenen Gerstensaftes, mit dem die Eiche üblicherweise "gewässert" wird, erhielt der Schößling nicht aus dem eigentlich dafür vorgesehenen Birkenmeier, sondern aus einer Fiege-Bügelflasche. Aber ernsthaft: Wem, wenn nicht den Fieges, könnte man diese
kleine Blasphemie nachsehen?

Schließlich wurde am übrigen Ritus nicht gerüttelt. Zu den Versen: "Baum, der heute Du gepflanzet. . .", richtete Junggesellenhauptmann Thosten Horn mit kräftigem Ruck seine Beute aus dem Bockholt an ihrem neuen Standort auf.
Da steht sie nun, blau-weiß bekränzt, und kündet von einem weiteren erfolgreichen Auszug der Maischützen. PvD

Quelle: Ruhr Nachrichten

 615. Bochumer Maiabendfest 2003

Pünktlich um 10.10 Uhr begrüßte der Vorsitzende der Bochumer Maiabendgesellschaft Volker Protzel auf dem Dr.Ruer-Platz die heute anwesenden Maikerls und Maimädels sowie die vielen befreundeten Vereine. Auch Oberbürgermeister Stüber richtete ein paar Grußworte an die Anwesenden. Danach rief Junggesellenhauptmann Thorsten Horn die Anwesenden dazu auf, mit ihm nach Harpen zu ziehen, um das Legat des Grafen Engelbert einzulösen.
Tausende von Zuschauern applaudierten den Maikerls und den Maimädels trotz des nicht sehr guten Wetters.
An dem farbenprächtigen Ausmarsch nach Harpen nahmen auch in diesem Jahr wieder viele Gäste teil: die Rolandgruppe aus unserer Partnerstadt Nordhausen, der Torgauer Geharnischten Verein, der Alcalde von unserer Partnerstadt Oviedo nebst einer Kapelle.
Pünktlich um 12.15 traf der Zug an der Ortsgrenze von Harpen ein. Dort wurden wir vom Vorsitzenden des BSV Bochum-Harpen begrüßt und zogen dann gemeinsam in den Bockholt ein.
Da das Wetter wieder einmal das Protokoll diktierte, wurde die Zeremonie des Eichbaumpflanzen stark verkürzt vollzogen und das Überreichen der Ehrenkränze in das Festzelt verlegt.
Pünktlich um 15.00 Uhr machten sich die Maikerls und Maimädels wieder auf den Weg nach Bochum, um die Junggeselleneiche vor Sonnenuntergang innerhalb der Stadttore von Bochum zu bringen.
Der Tag endete mit der Zinstalerauszahlung auf dem Dr.Ruer-Platz.

Kranzniederlegung am Sarkophag in Fröndenberg 2003 
 

Am 13. April 2003 versammelten sich die vier Kompanien am Kirmesplatz an der Castroper Strasse, um gemeinsam zur Kranzniederlegung nach Fröndenberg zu fahren. Es ist schon lange Tradition geworden, vor dem Ausmarsch nach Harpen am Grabe des Grafen Engelbert in der Stiftskirche zu Fröndenberg einen Kranz nieder zu legen. Gemeinsam mit den Fröndenberger Schützenvereinen marschierte die Bochumer Maiabendgesellschaft zur Stiftskirche. Dort wurden die Maimädels und Maikerls von Bürgermeister Krause begrüßt. Oberbürgermeister Ernst Otto Stüber verwies auf viele Gemeinsamkeiten, die Fröndenberg und Bochum miteinander haben. Mit einer Schweigeminute wurde des verstorbenen Ehrenvorsitzenden der Bochumer Maiabendgesellschaft Klaus Liermann gedacht. Beim anschließenden Gedenkgottesdienst in der Stiftskirche wurden dann die Kränze am Grabe niedergelegt. Im Anschluss daran verbrachte die Bochumer Maiabendgesellschaft mit den Fröndenbergern noch ein paar schöne Stunden.


Die Rede des 1. Vorsitzenden Volker Protzel in der Stiftskirche:

" It´s the greatest, it´s the best: Das Bochumer Maiabendfest!" In dem kindgerechten Theaterstück der Bochumer Maischützenschule rund um die Geschichte des Bochumer Maiabendfestes hat dieser Slogan eine zentrale Bedeutung. Es ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema - selbst wenn der Ursprung des Festes auf eine kriegerische Handlung ("Kloppe mit den Dortmundern") zurück geht. Das Theaterstück befasst sich in Rückblicken mit der Entstehung des Bochumer Maiabendfestes: Die Fehde des Grafen Engelbert mit den Dortmundern, der Raub einer Viehherde der Harpener Bauern durch Dortmunder Söldner, das Zurhilfeeilen der Bochumer Junggesellen, die den Dortmundern diese Viehherde wieder abjagden, die Freude des Grafen Engelbert hierüber und als Belohnung für die Tat das Legat an die Junggesellen, alljährlich einen Eichbaum aus den gräflichen Waldungen des Bockholtes zu holen, um aus dem Erlös das Bochumer Maiabendfest zu feiern. Die Lehren, die aus dieser historische überlieferten Begebenheit zu ziehen sind, werden in die Neuzeit transferiert und führen dazu, das sogar Dortmunder an dem Fest in der Gegenwart teilhaben. Das Maiabendfest wird im Theaterstück der Kinder letztendlich zum Schmelztiegel im Ruhrgebiet, ungeachtet der Differenzen, die Städte oder auch Fußballclubs untereinander haben. Die Theaterkinder sehen im Maiabendfest ein Fest der Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft, ein Fest der Freude und ein Fest der Versöhnung. Eine in ferner Vergangenheit liegende Begebenheit wird nicht als Selbstzweck zum Feiern angesehen, sondern das Fest als solches wird als Chance des Zusammenlebens und Zusammenfeierns in der Gegenwart und in der Zukunft erachtet. Die Konfliktbewältigung und Konfliktvermeidung stellt das zentrale Thema im Theaterstück dar. Zum Schluss liegen sich Dortmunder und Bochumer beim Maiabendfest in den Armen und feiern gemeinsam. Das Theaterstück der Kinder beeindruckt durch seine Konsequenz in der Bewältigung von Konfliktsituationen. Das Maiabendfest ist kein Fest des alljährlichen Gedenkens einer kriegerischen Handlung, denn sonst hätte es keine 615 Jahre überlebt. Es ist und war immer ein Fest des Gemeinsinns und der Freude- ein Fest des Sich aufeinander verlassenen Könnens, des Zusammenrückens. Es findet seinen Höhepunkt in dem Eichbaum, der eine starke blühende Zukunft symbolisiert. Das Maiabendfest vereinigt in sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ein Vermächtnis wird jedes Jahr aufs Neue gelebt und erlebt und findet seinen Höhepunkt in einer Eiche, die Zukunft, Neue Blüte und Beständigkeit symbolisiert. Welches andere Fest kann dies schon von sich behaupten ? Nur so konnte das Bochumer Maiabendfest 615 Jahre überleben. Bochumer Bürger dachten im Maiabendfest immer an eine schöne und bessere Zukunft als an eine kriegerische Auseinandersetzung im Mittelalter. Das Maiabendfest hat in der Tat gerade in schwierigen Zeiten die Bochumer in den vergangenen Jahrhunderten in einem Band zusammengeschweißt. Im besonderen nach Kriegs- und Notzeiten diente das Maiabendfest zur Bewältigung und zur Normalisierung des harten alltäglichen Lebens und galt als Aufbruchsignal in eine neue bessere Zukunft. Es diente und dient noch heute stets dem Gemeinwohl. Fernab jeglichen politischen Interesses ließ sich das Maiabendfest auch niemals für die eine oder andere politische Entwicklung vereinnahmen. Es ist und war immer ein Fest der Bochumer Bürger zu ihrem Gemeinwohl, eine Insel im Sturm der Geschichte und gesellschaftlichen Entwicklung, die Bestand hatte und worauf man sich verlassen konnte. Und hieran haben viele Generationen Bochumer Bürger vor uns gearbeitet. Denn das Maiabendfest repräsentiert einen Wert, gewissermaßen ein ethisches Vermächtnis unseres Grafen Engelbert: Jede Handlung zum Gemeinwohl - und sei sie auch noch so klein - hat Auswirkung und Bestand für alle Zukunft. Mit dem Eichbaum, der seit 1388 den Bochumer Junggesellen seitdem rechtmäßig zum Feiern des Maiabendfestes jedes Jahr zusteht, hat Graf Engelbert der damaligen Beistandhaltung Zukunft und Perspektive gegeben. Nicht, auf dass ihrer jedes Jahr gedacht würde und damit weitere Konflikte vorprogrammiert gewesen wären. Nein, der Lohn für eine einmalige Hilfeleistung: das durch den Eichbaum ermöglichte Fest am Vorabend des 1.Mai auf das sich die Bochumer jedes Jahr wieder freuen können, steht seit 1388 im Mittelpunkt. Und Feste zu feiern ist dem Menschen allemal lieber als über Konflikte nachzudenken. Ich würde mir wünschen, dass jeder Konflikt der vergangenen Jahrhunderte zur Konfliktvermeidung, Versöhnung und zum Ausbau des Miteinanders geführt hätte. Wir lebten heute in einer sicheren und friedlicheren Welt. In der Hoffnung auf eine solche lassen Sie uns nun den Kranz am Grabe des Grafen niederlegen.

 Zapfenstreich 2003

 Am 25.April 2003 wurde das 615.Bochumer Maiabendfest mit dem ökumenischen Gottesdienst in der Propsteikirche eröffnet. Um 19.30 Uhr marschierte der Vorstand der Bochumer Maiabendgesellschaft mit unserem Oberbürgermeister Ernst Otto Stüber in die Propsteikirche ein. Viele befreundete Vereine marschierten mit Ihren Fahnen danach ein und gaben damit ein festliches Bild ab. Nach Beendigung des Gottesdienstes marschierte das Bataillon dann über die Brückstrasse, Kortumstr., Huestr. Hellweg, Brüderstrasse , vorbei am Engelbertbrunnen, der Kortumstr., Harmoniestr auf den Dr.-Ruer-Platz, wo der Zapfenstreich abgehalten wurde. Hierbei wurde auch der in diesem Jahr verstorbenen Kameraden gedacht. Der Vorsitzende der Bochumer Maiabendgesellschaft Volker Protzel wies in seiner Rede auf die Verdienste des in diesem Monat verstorbenen Ehrenvorsitzenden Klaus Liermann für das Maiabendfest hin. Mit dem großen Zapfenstreich und dem Absingen des Bochumer Jungenliedes endete diese Veranstaltung.

Vorstellung des Junggesellenhauptmanns 2003
 
Junggesellenhauptmann Thorsten Horn

Der Junggesellenhauptmann Thorsten Horn hoch zu Roß.  
Am 12. April 2003 veranstaltete die Bochumer Maiabendgesellschaft ihr diesjähriges Schützenbiwak. Dabei wurde traditionell der diesjährige Junggesellenhauptmann Thorsten Horn vom Vorsitzenden der Bochumer Maiabendgesellschaft, Volker Protzel, den Bochumer Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Dieser wird in diesem Jahr zum vierten Male die Maimädels und Maikerle am 26.04.2003 mit seinem Adjutanten Marc Nopens nach Harpen führen. Oberbürgermeister Ernst Otto Stüber begrüßte die Anwesenden bei blau-weißem Wetter und wünschte allen einen schönen Tag. Zum anschließenden Werbemarsch führte der Junggesellenhauptmann die Blau-Weißen über die Große Beckstr, Kortumstr., am Engelbert-Brunnen vorbei, Brüderstr., Luisenstr, Hellweg, Huestr. zum Dr.Ruer-Platz, wo das Biwak dann eröffnet wurde. Hier verlas Graf Engelbert sein Legat an die Bochumer Junggesellen, welches diesen gestattete, am Abend vor dem Maiabendfest eine Eiche aus den gräflichen Waldungen im Bockholt zu holen und vor Sonnenuntergang in die Stadt zu bringen um von dem Erlös ein Maiabendfest zu feiern. Im Anschluss stellten sich die vier Kompanien am Husemannplatz (1.Kompanie), Harmoniestrasse (2.Kompanie), Bongardstrasse (3.Kompanie) und Bongardboulevard (4.Kompanie) sowie die Engelbertgruppe auf dem Dr.Ruer-Platz den Bochumern vor.