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Presseberichte 2012

 

Maiabendfest

 

Bochum. „Die Tradition lebt“: Die Maiabendgesellschaft will dem ältesten Bochumer Stadtfest neue Impulse verleihen.

„Wir dürfen uns nicht ausruhen, sondern müssen das Brauchtum in der heute so schnelllebigen Zeit den Wünschen der Bevölkerung anpassen“, gibt der Vorsitzende Karl-Heinz Böke die Marschrichtung der Maischützen vor.

 

Zwar haben es die Blau-Weißen geschafft, das Stadtfest vor dem drohenden Aus zu bewahren. Die Umkehr des Festmarsches von Harpen in die Innenstadt wurde unter anfangs heftigem Beschuss 2010 durchgesetzt. Mit 2500 Teilnehmern knüpfte die Parade im Frühjahr 2011 an alte Zeiten an. Die Partymeile auf dem Boulevard (u.a. mit der famosen Robbie-Williams-Coverband „Supreme“) lockte Zehntausende an. Doch die Maischützen wollen mehr. Viel mehr. Ähnlich wie das Oktoberfest, so der blau-weiße Traum, soll das Maiabendfest in fünf, zehn Jahren nicht nur die Bochumer und Nachbarstädter , sondern Touristen aus ganz Deutschland anlocken.

Fest für ganz Bochum

Am Programm für das 624. Maiabendfest wird derzeit eifrig gestrickt. Los geht’s am Donnerstag, 26. April, wieder mit einem Westfälischen Brauchtumsabend auf dem für Autos und Busse gesperrten Boulevard. Der ökumenische Gottesdienst und Zapfenstreich folgen am Freitag, 27. April. Höhepunkt ist der Ausmarsch (der eigentlich ein Einmarsch in die Innenstadt ist) am Samstag, 28. April. Empfänger der Eiche ist diesmal das Einkaufscenter Hannibal.

Mit dem neuen Junggesellenhauptmann Thorsten Schorn (als Nachfolger von Jean-Pascal Lohof) wollen die Maischützen einen weiteren Schritt auf dem Weg zum „Fest für ganz Bochum“ gehen. Die ganz große Sause steht dann 2013 zum 625. Jubiläum an.

 

WAZ Bochum, 13.02.2012, Jürgen Stahl

BOCHUM Tradition bewahren, Neues wagen, Bürger begeistern: Seit zwei Jahren ist die Maiabendgesellschaft auf dem Weg, das Maiabendfest zukunftsfest zu machen. Wie weit die Verantwortlichen dabei voran gekommen sind, soll am nächsten Wochenende deutlich werden.

 

Mit einem festlichen Umzug durch die Innenstadt begehen die Maischützen stets das Maiabendfest. (Foto: Laouari)

Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr wird es auch beim 624. Maiabendfest an allen vier Tagen einen historischen Mittelaltermarkt mit verschiedensten Angeboten geben. So finden sich bei den Marktleuten ein Seiler und ein Töpfer mit „allerlei Zierrat für die eigenen Gemächer“.

Gaukler und Jonglage

Ein buntes Programm bietet Niels der Gaukler mit Klamauk und Jonglage. Für musikalische Unterhaltung sorgen der Spielmann Michel von der Völkelweyde und Fafnir. Eine Rittergruppe kreuzt Klingen, Äxte und Keulen. Bei so viel Unterhaltung sollen Tradition und Geschichte aber nicht völlig in den Hintergrund gedrängt werden. Deshalb bietet die Maiabendgesellschaft spannende Führungen an. Kostenlos übrigens. Für Freitag, 27. April, haben sich zahlreiche Schulklassen angemeldet, die mehr über die Geschichte ihrer Stadt erfahren wollen.

Auf interessante Antworten zur Historie können sich Familien freuen, die am Sonntag an Stadtführungen teilnehmen. Mit diesen beiden Angeboten macht die Maiabendgesellschaft deutlich, dass das Maiabendfest viel mehr sein soll als ein unterhaltsames Fest. Es will auch den Blick auf die Geschichte der Stadt richten.

Mitmachaktion Münzprägung

Dazu gehört, dass es in diesem Jahr zum ersten Mal ein Nachspiel der historischen Zinstalerauszahlung gibt. Dazu wird extra eine Spindelpresse aus Stuttgart „angekarrt“. Und wenn die Maiabendgesellschaft extra eine Stanze anfertigen lässt, bietet sich an, aus der Münzprägung eine Mitmachaktion zu machen.

Zentrales Element der Großveranstaltung bleibt jedoch der Ausmarsch nach Harpen und das Einholen der Eiche. Allerdings gibt es auch hier eine Neuerung. Wer sich schon auf die rund 7,5 Kilometer lange Strecke nach Harpen macht, soll bei seiner Ankunft auch gleich belohnt werden.

Eiche ausgraben

„Erst gibt es die Erbsensuppe, danach wird die Eiche ausgegraben“, sagt der 1. Vorsitzende Karl-Heinz Böke, der gleich auf die nächste Veränderung hinweist. Im Jubiläumsjahr 2013 mit dem 625. Maiabendfest wird der Baum zum letzten Mal in der Innenstadt eingepflanzt. Danach entscheidet aus Platzgründen der Spender über den Standort. Am Kuhhirten wird ein Schild an sein Engagement erinnern.

Jetzt konzentrieren sich die Verantwortlichen der Maiabendgesellschaft erst einmal auf das diesjährige Fest vom 26. bis 29. April. Über die erwarteten Besucherzahlen will sich Christian Schonefeld von der Dortmunder gate communication group GmbH nicht weiter auslassen („Alles Kaffeesatzleserei“).

Geschäfte geöffnet

„Luft nach oben“ habe das Fest beim Brauchtumsabend. „Mit Sicherheit noch Platz gibt es am Freitag.“ Der Sonntag sei bereits im vergangenen Jahr sehr gut besucht gewesen. Da in diesem Jahr auch zugleich die Geschäfte geöffnet haben, dürften die Massen in die Stadt strömen. Die Maiabendgesellschaft hofft, dass sie nicht nur die Geschäfte stürmen. Dann wäre der Verein bei der Sicherung des Festes einen großen Schritt voran gekommen.

 

Ruhr Nachrichten 17.04.2012 - Thomas Aschwer

Tradition auf dem Vormarsch

 

 

Bochum. 7,5 Kilometer hin, 7,5 Kilometer zurück: Der Ein- und Ausmarsch von und nach Harpen war wieder einer der Höhepunkt des Maiabendfestes. WAZ-Redakteur Jürgen Stahl marschierte mit.

 

Die Sonne knallt auf den Asphalt. Der Schweiß rinnt. Die Füße schmerzen. Endlich: Das Stadion ist in Sicht. Bald ist er geschafft, der Einmarsch von Harpen in die Innenstadt.

 

Hatten am Donnerstag und Freitag noch Regenschauer und kühlere Temperaturen den Blau-Weißen und ihren Gästen zugesetzt, strahlen am Samstag alle: die Sonne, die Maischützen, die Gastvereine und -gruppen und die vielen hundert Harpener, die ab dem Vormittag die blau-weiß geschmückten Straßen, Fenster und Balkone säumen. Biertische und Grill-Leckereien in Vorgärten und auf Garagenhöfen. Selbst der Himmel hat farblich passend geflaggt.

 

Brauchtum auf dem Rückmarsch? Nicht in Harpen, nicht beim örtlichen Schützenverein. Zwar hat manch einer noch nicht verwunden, dass Harpen nicht mehr Ziel, sondern Start des Traditionsmarsches ist. Doch trotz der Querelen der Vorjahre werden die 500 Maischützen und Begleiter, die am Morgen gen Nordosten aufgebrochen sind, mittags herzlich im Festzelt im Bockholt empfangen. Harpen setzt auf 2013. Dann, so der kühne Plan, sollen alle Vereine und Gruppen ohne Zwischenstation an der Castroper Straße im Bockholt aufbrechen: als opulenter Zug wie einst.

 

Nach der Erbsensuppe muss der Lange ran. Thorsten Horn (33), zum sechsten Mal Junggesellenhauptmann, darf den Harpenern traditionsgemäß die Eiche entreißen. Keine einfache Aufgabe selbst für den 2,04-Meter-Hünen. Das Wurzelwerk sitzt tief, die BSV-Harpen-Mannen ziehen sich am Hornschen Kraftakt hoch: „Na, auf Öl gestoßen?“ Minuten später ist die Eiche in Maischützen-Hand. Der Hauptmann muss nochmal buddeln, um die gewohnt spitzfindige Zugabe einzuheimsen: einen Handstaubsauger – weil der Lange so viel Staub aufwirbelt.

 

Der Fanfarenzug Halver formiert sich an der Spitze des Festumzuges, der sich um 14.30 Uhr in Richtung Innenstadt in Bewegung setzt. „Blau-Weiß!“, ertönt es fröhlich links und rechts der Maischützenstraße. Rumtata, Kamelle, Blümchen: De Zoch kütt. Ein Stück Karneval im warmen Frühling. Die OB ist nicht mehr dabei. Verständlich: Der 7,5-Kilometer-Hinmarsch war bei den schwülen Temperaturen allzu anstrengend. Zurück lässt sich (nicht nur) Ottilie Scholz fahren.

 

Der Redakteur marschiert mit. Vor ihm die Trommler und Posaunisten des Fanfarencorps Haltern. Hinter ihm eine rollende Abordnung aus der Speckschweiz. Auf dem Harpener Hellweg lichtet sich das Fest-Spalier. Fortan ist kaum noch ein Passant zu sehen. Ein Marsch durchs Nichts. Gut gelaunte Mitmenschen schwingen erst wieder auf der Castroper Straße die blau-weißen Fähnchen. Der Redakteur ächzt und schwitzt, versorgt sich an einem Kiosk mit Kaltgetränken. „Nimm ‘ne Kappe mit“, hatte ihm die Liebste geraten. Jetzt ist die Glatze verbrannt.

 

Auf dem Kirmesplatz reihen sich weitere Schützen-, Musik- und Sportvereine ein. Der VfL Bochum wollte ursprünglich einige Kicker entsenden. Doch Trainer Bergmann, so heißt es, hat kurzfristig sein Veto eingelegt. Man habe derzeit andere Sorgen...

 

Der Lindwurm mit nun über 2500 Mitmarschierern ist komplett und zieht zur feierlichen Abnahme auf den Boulevard, wo seit 2010 das Herz des Maiabendfestes schlägt. Der Redakteur biegt gen Zuhause ab. Füße kühlen. Kraft tanken. Der Abend bei den Maischützen wird noch lang.

 

Eiche wird in Hamme gepflanzt

 

Spender des Eichbaums ist in diesem Jahr die Euco-Unternehmensgruppe, Inhaber des Hannibal-Einkaufszentrums. Hier (und nicht wie sonst in der Innenstadt) erhält der Baum auch seinen Platz. Die Einpflanzung am Kreisverkehr Riemker Straße erfolgt am 11. Mai um 17 Uhr. Mit dabei ist der Fanfarenzug des BSV Hamme.

 

Der Westen 29.04.12 - Jürgen Stahl

Maischützen stellen ihre Besucher an den Pranger

 

 

Bochum. Ein originalgetreuer Nachbau eines Prangers zählt zu den Attraktionen des Mittelaltermarktes, der das Bochumer Maiabendfest auf dem Boulevard umrahmt.

 

Das Bespucken, Beschimpfen und Beschmeißen mit verfaultem Obst waren nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht: Im Mittelalter wurden Diebe, Ehe- und andere Gesetzesbrecher auf dem Marktplatz bei Wasser und Brot tagelang an den Pranger gestellt

 

Die Stadtwache Bochum 1388 hat den einstigen Schandpfahl originalgetreu nachgebaut. Seit Donnerstag zählt der Pranger zu den Attraktionen des Mittelaltermarktes, der das Maiabendfest auf dem Boulevard umrahmt. Auch wenn manchem Bochumer manche Kandidaten für das öffentliche Bußetun einfallen würden: Das Strafgestell in der Innenstadt dient nur der historischen Belustigung. Ebenfalls dabei: eine 500-kg- Münzpresse, Gaukler, Wahrsager und „allerley Treyben“.

 

Prima Party-Bedingungen

 

Seit dem Start am Donnerstag hat der Boulevard blau-weiß geflaggt. Auf und an der Bühne am Kuhhirten hat die Maiabendgesellschaft einige Neuerungen vorgenommen: Ein 18-Meter-Schirm überdacht die Freifläche. In Pagodenzelten serviert der Strätlingshof erstmals rustikale Leckereien. Eine LED-Wand informiert über das Programm.

 

Das hat es vor allem am Samstagabend in sich. Die Wetterfrösche verheißen prima Party-Bedingungen, wenn um 18 Uhr Lokalmatador Michael Wurst und The Tweens loslegen. Höhepunkt ist um 21 Uhr der Auftritt von „Supreme“. Die Robbie-Williams-Coverband war bereits in den letzten zwei Jahren der Abräumer.

Verkaufsoffener Sonntag

Zuvor wird marschiert. Um 10.30 Uhr setzen sich die Maischützen gen Harpen in Bewegung. Nach dem traditionellen Einholen der Eiche im Bockholt geht’s um 14 Uhr zurück in die Innenstadt. Die Maiabendgesellschaft rechnet dabei mit 2500 Mitläufern; 100 Vereine und Gruppen haben ihre Teilnahme angekündigt.

Der verkaufsoffene Sonntag am 29. April ist vor allem den Familien vorbehalten. Ab 11 Uhr warten die Maischützen mit Kinderaktionen und dem Mitmachzirkus RatzFatz auf.

 

Der Westen 29.04.12 - Jürgen Stahl

 

 
Bochum.  Diese Nachricht kommt gerade recht zum Maiabendfest: Bochum erhält ein Brauchtumsmuseum.
 
Die Federführung übernimmt die Maiabendgesellschaft, die dafür Räume der Propstei St. Peter und Paul an der Großen Beckstraße angemietet hat.„
 
"Neue Heimat"
 
Das Bochumer Brauchtum braucht eine Heimat!“, marschieren die Maischützen bei der Traditionspflege vorneweg. Innerhalb eines Jahres soll in dem Museum die Geschichte der 1388 gegründeten Maiabendgesellschaft in einer Dauerausstellung dokumentiert werden.
 
Die Eröffnung ist im Frühjahr 2013 geplant: passend zum 625. Jubiläumsfest. Fortan sollen die Räume auch anderen Bochumer Vereinen zur Verfügung gestellt werden. Schützen-, Sport-, Heimat-, Kultur- oder Karnevalsvereine: Brauchtum aller Art soll im Museum ein Zuhause finden.
 
Wie lebendig das blau-weiße Heimatbewusstsein ist, wollen die Maischützen ab dem heutigen Donnerstag zeigen. Mit einem Westfälischen Abend wird das 624. Maiabendfest auf dem Boulevard eingeläutet. Zur Eröffnung um 18 Uhr wird auf der Bühne am Kuhhirten das erste Fass angestochen. Das Musikcorps Blau-Weiß Bochum spielt auf. Nach der Verlesung des Legates greift von 19.35 bis 22 Uhr die Band „Fab 5“ in die Saiten.
 
Mittelaltermarkt in der Innenstadt
 
Wie im Vorjahr lockt an allen vier Feier-Tagen ein Mittelaltermarkt mit historischem Handwerk, Märchen, Gaukelei und Ritterkämpfen in die Innenstadt. Als „kulinarischen Ritterschlag“ bewerten die Maischützen, dass der Strätlingshof erstmals bei dem Traditionsfest auftischt. Die Fleischerei Dönninghaus serviert derweil exklusiv die Currywurst „Echter Jung“.
 
Musikalisch geht’s am Freitag, 27. April, um 18 Uhr mit „Push-Up“ weiter. Zudem gibt’s einen Ökumenischen Gottesdienst in der Propsteikirche (19.30 Uhr), einen Festumzug mit Lichterinszenierung (20.30 Uhr) und den Großen Zapfenstreich (21 Uhr).
 
Verkaufsoffener Sonntag
 
Das Museum kommt, die Tradition lebt fort: „Junge, do kass di drop verloten.“ Das Maiabendfest auf dem Boulevard umrahmt den ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres in der Innenstadt.
 
„Über 300 Geschäfte werden am 29. April von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein“, kündigt BO-Marketing an. Die Maischützen ziehen einen Familientag auf. Die meisten Parkhäuser in der Innenstadt können am Sonntag bis 24 Uhr genutzt werden.
 
Der Westen 25.04.12 - Jürgen Stahl