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624. Maiabendfest 2012

624.Maiabendfest 2012

 

 

Traditionelles Maiabendfest zeigt sich 2012 jung wie nie

 

Ein mit historischen Bannern geschmückter Platz, ein tolles Bühnenprogramm, bunte Marktstände, mittelalterliche Attraktionen und köstliche Leckereien – das historische Maiabendfest hat sich zu einem großen bunten Volksfest entwickelt. Drei Tage lang wird die „Bochumer Meile“ zum zentralen Festplatz und alle strömen hin ...

 

Ob waschechte Bochumer oder Zugezogene, Junge oder Alte, Familien oder Junggesellen – das Maiabendfest bietet für jeden etwas und ist ein absolutes Muss: Von Donnerstag, den 26. April bis Sonntag, den 29. April, trägt Bochum wieder „Blau-Weiß“ und erfreut sich an seiner langen Geschichte. Auch die Kooperation der Maiabendgesellschaft mit der Sparkasse Bochum zeigt: Herkunft und Historie zählen!

 


Aus Liebe zu Bochum

 

Die Sparkasse Bochum macht sich mit Spenden und Sponsoring für ehrenamtliches Engagement in Kultur, Sport und Gesellschaft stark und leistet damit einen wichtigen Beitrag für ein lebens- und liebenswertes Bochum. Jürgen Dieberg, Sparkasse Bochum: „Das Maiabendfest ist mehr als nur ein Fest. Es ist „Gut“ für Bochum. Deshalb steht die Sparkasse Bochum gerne der Maiabendgesellschaft bei der Aufrechterhaltung dieser Jahrhunderte alten Tradition zur Seite.“

 

Festmarsch in die Innenstadt!

 

Auch in diesem Jahr freuen sich Vereine und Verbände, Gruppen und Gemeinschaften, Teams und Trupps, Clubs und Chöre wieder besonders auf den Festsamstag. Von Harpen aus startet der große Einmarsch aller Beteiligten (Gastvereine und Gruppierungen) durch die Beckporte zurück in die Innenstadt (Start über den Parkplatz Castroper Straße.) In geschmückten Fenstern, auf beflaggten Balkonen und natürlich überall auf den Bürgersteigen und Straßen säumen die Bochumer den Weg, fangen Bonbons und schwenken ihre Fahnen. Man könnte meinen, ganz Bochum sei auf den Beinen... 

 

 

Stadtgeschichte zum Anfassen

 

An allen Tagen wird auf der großen Bühne Kunst & Kultur geboten, mittelalterliche Stände mit  Töpfern und einer Seilerei lassen die alte Handwerkskunst aufleben, historische Stadtführungen erlauben einen spannungsreichen Blick zurück, das 1388-Brot wird zur Verköstigung und zum Verkauf angeboten. Sage da mal einer, Geschichte sei langweilig.

 

Auch die Kleinen werden an die Hand genommen und die blau-weiße Familienfreundlichkeit wird mit prallem Leben gefüllt : Ein Highlight ist hier sicher der Bochumer Kinderzirkus RatzFatz, der am Sonntag von 15:00 bis 16:30 Uhr alle kleinen wie großen Zirkusfans in seinen Bann zieht. Dazu ist am Sonntag traditionell Familientag: Alle Attraktionen des Marktes – außer Speis und Trank – sind für die kleinen Besucher kostenlos!

 

 

Historische Markttreyberey zu Bockem!

 

Zum 624. Bochumer Maiabendfest wird nach dem grandiosen Erfolg im letzten Jahr erneut ein historischer Mittelaltermarkt seine Tore öffnen. Vier Tage lang werden interessierte Besucher „allerley mittelalterliches Treyben“ erleben können.

 

Am Donnerstag wird der Stadtschreiber den Markt mit einem Rundgang eröffnen und die Marktleute vorstellen. Begleitet wird er dabei von der Bochumer Stadtwache, die den Besuchern die Besonderheiten der mittelalterlichen Stadtverteidigung zeigen wird. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist der Nachbau eines „Prangers“, welcher fest installiert auf dem Marktplatz in Bochum stand.

 

Bei den Marktleuten finden sich ein Seiler und einen Töpfer mit „allerley Zierrat für die eigenen Gemächer“. Ein Bogner bietet alles für den eigenen Bogen, eine Märchenhexe hat für die kleinen Stadtbürger Geschichten und Sagen parat, eine Wahrsagerin weist den Weg in die Zukunft. Alte Handwerkskunst wie Münzprägen oder Zinngießen kann bestaunt und gelernt werden und kleine Ritter können ihre persönliche Ausrüstung vervollständigen.

Ein buntes Programm bietet Niels der Gaukler mit allerhand Klamauk und Jonglage, für musikalische Unterhaltung sorgen der Spielmann Michel von der Völkelweyde und Fafnir.Eine Rittertruppe – professionellen Stuntmen der Firma Constunt –lässt den Atem stillstehen und kreuzt zum Vergnügen der Zuschauer die Klingen, Äxte und Keulen. Das wilde Spektakel begeistert Groß und Klein. Bei eigens für die kleinen Gäste stattfindenden Kinderritterturnieren können die Jüngsten Bochumer zeigen, dass die ganz großes leisten können

 

 

Fassadenbauer gesucht!

 

Ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen Marktes und weiteres kostenlose Angebot für Kinder ist die maßstabsgetreue Nachbildung der historischen Marktfassaden rund um den alten Markt. In Zusammenarbeit mit der Bochumer Maischützenschule werden auf dem Platz am Kuhhirten Kulissen aufgestellt, welche die Umrisse der historischen Fassaden der Gebäude um den alten Markt verdeutlichen. Alle Kinder sind eingeladen, diese Kulissen mit Leben zu füllen.

 

Die Spielzeiten für die Fassadenbauer:

Freitag, 27.04.2012 von 11:00 bis 18:00 Uhr

Samstag, 28.04.2012 von 11:00 bis 15:00 Uhr (Verlängerung möglich)

Sonntag, 29.04.2012 von 11:00 bis 19:00 Uhr

 

Eichbaumplanzung im Hannibal Center

Bei trockenem Wetter wurde am Freitag, 11. Mai 2012 um 17.00 Uhr im Hannibal Center, Dorstener Str. die diesjährige Eiche eingepflanzt.

Eine Abordnung des Bataillons marschierte, angeführt vom Fanfarencorps des BSV  Bochum-Harpen, durch „Hannibal City“ zum dortigem Kreisverkehr. Nach einer kleinen Ansprache durch unseren Vorsitzenden Karl-Heinz Böke und Geschäftsführer vom Hannibal Center Herrn Uhle wurde Sie feierlich, mit dem Bochumer Jungenlied, vom Junggesellenhauptmann Thorsten Horn und Herrn Uhle eingepflanzt.

Kranzniederlegung am Sarkophag Graf Engelbert III. in Fröndenberg

 

 

 

Die Rede des 1.Vorsitzenden Karl Heinz Böke in der Stiftskirche
 
Am heutigen Tage gedenken wir des Grafen Engelberts den III. von der Mark, dem Stifter des Maiabendfestes. Wieso gedenken wir eines Menschen, der um 1330 geboren wurde und 1391 verstarb?
Lassen Sie mich zuvor ein paar Worte zu Tod und Erinnerungskultur in unserer Zeit sagen.
Obschon kirchliche Feiertage wie Totensonntag in der evangelischen Kirche  oder Allerseelen in der katholischen Kirche existieren und auch staatliche Gedenktage wie der Volkstrauertag, ist das Andenken an Verstorbene in der Spätmoderne gesellschaftlich nicht mehr so etabliert, wie es zu früheren Zeiten Usus gewesen ist.
Es ist ein Kennzeichen unserer Gegenwart, dass Sterben und Tod tabuisiert und verdrängt werden. Mit der beginnenden Professionalisierung der Sterbebegleitung wurde der Tod aus dem Alltagsleben der Menschen verdrängt. Zudem leben moderne Menschen mit dem Credo, nichts unkontrolliert auf sich zukommen zu lassen und dem Tod präventiv die Handlungsmacht zu nehmen; wir leben in einer nichtsterblichen Gesellschaft, was dadurch untergraben wird, das die Medien den Tod zum Zentrum der Nachrichten und der Unterhaltung machen.
Während frühere Generationen sich ihrer Ahnen und Familiengeschichte bewusst waren, so ist heute jeglicher Kult um unsere Vorfahren verschwunden. Der moderne Mensch ist heute nicht eingebunden in die Geschichte seiner Vorfahren, sondern radikal individualisiert. Der Umgang mit den Toten wird sparsamer: Feuerbestattung und anonyme Beerdigung werden immer selbstverständlicher: sie bedeuten weniger Kosten, weniger Nachsorge!
Während in früheren Gesellschaftsformen die Gesellschaftsstruktur eine Einbettung von Sterben und Tod gewährleistete und Sterben stets begleitetes Sterben im häuslichen Umfeld war, konnte der zu erwartende Tod verstehbar gemacht werden. Die Unsichtbarkeit des Sterbens durch die heutige Verlagerung in Einrichtungen fördert unsere Hilflosigkeit, die Nichterfahrbarkeit angesichts des Todes.
Die radikale Diesseitigkeit des „modernen Menschen“ bringt meiner Ansicht nach Defizite mit sich und schadet auch dem Totengedenken.
Wir bedürfen aber einer Erinnerungskultur. Es ist essentiell notwenig sich der Vorfahren bewusst zu sein und ihrer zu gedenken. Dies müssen keine Vorfahren im verwandtschaftlichen Sinne sein, dies können Vorfahren wie der Graf Engelbert sein, auf welchen unser Maiabendfest zurückgeht. Denn wofür steht unser Maiabendfest?
Wer um die Geschichte der großen Dortmunder Fehde und die tragende Rolle der Bochumer Junggesellen Bescheid weiß, der erkennt, dass im kulturellen Gedächtnis des Maiabendfestes Werte wie Zusammenhalt, Solidarität, Tapferkeit und Mut vergegenwärtigt und symbolisch inszeniert werden.
Die Bochumer Maiabendgesellschaft ist hier an erster Stelle der spezialisierte Traditionsträger, doch durch die Teilnahme der Bochumer Bürgerinnen und Bürger  haben alle Anteil an dieser Erinnerungsgemeinschaft.
Das Totengedenken bedeutet also nicht sich längst verstorbener Menschen zu erinnern, um Vergangenes zu idealisieren oder zu heroisieren und jeglichen Einfluss auf die Gegenwart zu negieren, sondern um durch eine zeremonielle Kommunikation positive Werte an unsere Zeit heranzutragen.
Das Gedenken der Toten muss keine triste, stille Angelegenheit sein. So heißt es in einer Strophe des Bochumer Jungenliedes:
Es haben viel fröhliche Menschen
Lang vor uns gelebt und gelacht,
Den Ruhenden unter dem Rasen
Sei fröhlich der Becher gebracht.
So ist unser Gedenken an den Stifter unseres Festes – den Grafen Engelbert von der Mark - und an die Bochumer Junggesellen des 14. Jahrhunderts ein freudiges Gedenken.
Zapfenstreich 2012
 
Die Rede des 1.Vorsitzenden Karl-Heinz Böke:

 


Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Schäfer,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Freunde des Maiabendfestes,

Ich prophezeie, dass unser so geliebtes Maiabendfest, auch noch nach dem 21.12.2012 bestehen wird und nicht vom Untergang der Welt, laut Maya Kalender, bedroht sein wird.

Ich habe in den letzten Jahren des öfteren  meinen Finger in  eine offene Wunde gelegt. Dafür bekam ich Kritik aber auch lobende Worte. Manch einer hatte dafür kein Verständnis, andere wiederum wollten mein Anliegen nicht verstehen. Die aber, die es verstanden haben, wussten was ich mit meinen Worten bezwecken wollte. Dabei ging  es mir jedes Mal um das Wohl und den Fortbestand dieser Gesellschaft, ja dieser Maiabendgesellschaft, und darum werde ich auch in Zukunft, wenn es angebracht ist, meinen Finger mahnend erheben.
Wer aber den Mut zur Kritik aufbringt, der sollte auch genug Rückgrat besitzen, lobenswertes in der Öffentlichkeit kund zu tun. So möchte ich mich besonders bei dem vorübergehend kommissarischen Leiter, von Bochum Marketing, Herrn Andreas Kuchajda, bedanken. Die letzten gemeinsamen Gespräche haben uns Mut gemacht, in die Zukunft zu schauen, aber auch neue Perspektiven aufgezeigt, bei denen es sich lohnt, sie in den nächsten Jahren weiter zu verfolgen.
Deshalb hoffe und wünsche ich mir, dass diese positiven Ansätze im Sinne der Bochumer Maiabendgesellschaft und Bochum Marketing, mit dem neuen Leiter Herrn Schiefelbein weitergeführt, entwickelt und realisiert werden können zum Wohle unserer Stadt.
Des Weiteren gilt mein Dank dem Baudezernenten Herrn Dr. Ernst Kratzsch und seinen Mitarbeitern. die uns bei der Verwirklichung des Planes zur Aufstellung der symbolischen Beckporte im nächsten Jahr, in dem Abwicklungs- und Genehmigungsverfahren, aus unserer Sicht, unbürokratisch geholfen haben.
Nochmals beiden Ämtern an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön im Namen der Maiabendgesellschaft.
Auf Hilfe sind wir natürlich angewiesen, sei es durch die Geschäftswelt von Bochum, die sich so langsam wieder auf alte Traditionen besinnt und uns, bei der Veränderung des Maiabendfestes zu einem Volksfest finanziell unterstützt, aber auch auf sie meine Damen und Herren, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger.
So wichtig Geld sein mag um ein solches Fest stattfinden zu lassen, so wichtig sind aber auch die Menschen, Menschen die bei diesem Fest mitmachen und sich mit neuen Ideen einbringen.
Deshalb ruf ich an dieser Stelle nochmals dazu auf und appelliere an alle Heimat- Kultur- und Trachtenvereine, aber auch an unsere ausländischen Mitbürger, macht mit und helft uns dabei im europäischen Sinne auch über die Grenzen hinaus dieses Heimatfest gemeinsam zu gestalten.
Stört euch nicht an unsere Uniformen, die sind ein Erscheinungsbild aus dem 20. Jahrhundert. Ich kann nicht vorhersagen wie sich die Maiabendgesellschaft in 50 oder 100 Jahren darstellt, die Zeit wird es zeigen.
Eines möchte ich jedoch klarstellen, trotz unserer Uniformen sind wir kein militaristischer Verein, wenn es auch manchmal den Anschein erwecken sollte. Viele Karnevalisten, die in historischen Uniformen auftreten, werden auch nicht als Militaristen angeprangert. Ich glaube, dass sowohl die Maiabendgesellschaft als aber auch die Karnevalsvereine davon weit entfernt sind.
Uns allen geht es darum Brauchtum zu erhalten und zu pflegen ohne einen militaristischen Hintergedanken.
Laut Überlieferung waren, die damaligen Bochumer Junggesellen, die ersten, die einen Konflikt zwischen Dortmund und Bochum gewaltlos beendet haben.

–    Nämlich durch unseren Pfiff   –

Deshalb wünsche ich Ihnen und uns, bei blauweißem Wetter ein schönes Bochumer Maiabendfest mit vielen fröhlichen Menschen und einen positiven Ausblick auf das Jahr 2013 zum 625. Jubiläum.

Blau - weiß