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Presseberichte 2007

WAZ-MONTAGSGEPRÄCH - HEUTE MIT GRAF ENGELBERT III. VON DER MARK  

Dem Taubenschiss trotzen

 
Graf Engelbert hat seinen Platz mitten im quirligen Treiben des Bermuda3ecks - und soll doch bald weichen. Von Traditionen der Maischützen bis zur Neueröffnung der Hooters-Bar
 
 Graf Engelbert der III. von der Mark 
Wenn ab dem nächsten Jahr die Kortumstraße komplett umgebaut wird, wird sich wohl auch Graf Engelbert ein neues Plätzchen suchen müssen. Sein Bronze-Denkmal soll, wie man hört, mit der Straßenneugestaltung aus dem Bermuda3eck verschwinden und andernorts aufgestellt werden.

Im WAZ-Silvester-Interview äußert sich der im 14. Jahrhundert geborene Graf Engelbert III. von der Mark zu diesem und anderen aktuellen Bochumer Umständen.

Inmitten des bunten, prallen Lebens, zwischen Kino, Kneipe und Supermarkt, trotzen Sie seit Jahrzehnten Wind und Wetter ...

Graf Engelbert: Alles gut und schön. Wenn nur dieser Taubenschiss nicht wäre. Schaun'S mal, wie ich aussehe...

Wie hat es Ihnen neben der nach Ihnen benannten U-Bahn-Station sonst gefallen?

Graf Engelbert: Anfangs hatte ich noch ziemlich meine Ruhe. Aber seit 1977 der "Treffpunkt" und all die anderen Kneipen aufmachten, war es mit der Ruhe vorbei.

Da sehnten Sie sich wohl manchmal auf Ihre stille Burg Blankenstein zurück?

Graf Engelbert: Ach, all dieses Gedrängel und Gewusel in der Stadt! Wie damals in den Scharmützeln bei der Fehde gegen die Dortmunder.

Und dann kam auch noch "Bochum Total" ...

Graf Engelbert: Schrecklich, dieser Krach! Und diese moderne Musik! Einmal haben mir sogar ein paar Punks einen Luftballon um den Hals gebunden. Dass man sich als Denkmal aber auch nicht gegen sowas wehren kann!

Die Zeiten sind in 600 Jahren halt lockerer geworden. Von den Jüngeren kennt Sie, pardon, auch kaum noch einer.

Graf Engelbert: Immerhin kommen mich die Maischützen jedes Jahr besuchen.

Dass muss Sie als Stifter des Bochumer Heimatfestes doch sehr freuen?

Graf Engelbert: Ja, die Blau-Weißen! Das sind meine größten Fans. Aber ehrlich gesagt, ist das mit der Dortmunder Fehde und den zurückgeholten Kühen schon so lange her, dass ich mich an die Einzelheiten dieser causa gar nicht mehr erinnere.

Aber an Harpen und den Bockholter Wald erinnern Sie sich doch sicher?

Graf Engelbert: Und ob: "Baukum es ne groute Stadt, Harpen es ouk wat!"

Na bitte! Und auch 620 Jahre nach Ihrer legendären Eichbaum-Stiftung wird das Maiabendfest immer noch gefeiert.

Graf Engelbert: Aber nur noch so klein!! Früher bekamen die Bochumer Kinder am Maiabend noch schulfrei.

Wie sind Sie eigentlich ausgerechnet im Bermuda3eck gelandet?

Graf Engelbert: 1964 wurde ich nach einer Modell des Essener Bildhauers Ferdinand Spindel in Bronze gegossen und hier postiert. Damals wollte man mich auf dem Rathausplatz nicht haben.

Und wo waren Sie vor 1964?

Graf Engelbert: Vor dem Krieg stand ich an der Kreuzung Friedrichstraße/Bahnhofstraße (heute Kortum- und Brüderstraße) - damals noch im Stil der romantisch-kriegerischen Vorstellung eines Ritters mit Harnisch und Helm. Doch dieses mein Denkmal wurde, wie so viele, zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. 1944 ist das wohl gewesen.

Dass Sie bald erneut umziehen werden, scheint so gut wie sicher. Gibt es einen Wunschtermin?

Graf Engelbert: Nun, um ehrlich zu sein: Die Eröffnung der "Hooters Bar" würde ich hier gerne
 
Quelle: WAZ Bochum, 30.12.2007, Von Jürgen Boebers-Süßmann
           Foto: WAZ, Michael Korte (Montage, Archiv)
 

Der Prinz wird gekrönt 

 

Vom Prinzen zum König: Der ehemalige Karnevalsprinz Hajo Baldamus wurde als Aki I. Schützenkönig der 1. Kompanie der Maiabendgesellschaft für das 2008. Im Wettbewerb auf dem Schießplatz im Lottental hatte er nach hartem Kampf die Nase vorn, bzw. den Rumpf des Vogels in der Hand. Als Königin wird Aki I. seine Frau Elli I. an seiner Seite haben. Trophäen errangen: Gerd Krohn (Krone), Oliver Junker (Kopf), Gerd Krohn (li. Flügel), H.-J. Rauschning (re. Flügel), Gerd Krohn (Reichsapfel), Aki Baldamus (Zepter) und F.-Gerd Timmer (Stoß).

Quelle: WAZ Bochum 21.12.2007 / Lokales

Zum Herbst-Pokalschießen kam die 3. Kompanie der Bochumer Maiabendgesellschaft auf dem Schießstand im Lottental zusammen. Den Wanderpokal gewann Dieter Jocher, in dessen Besitz er nunmehr übergeht. Die Plätze 2 und 3 gingen an Günter Radloff und Heinz Röllinghoff.

Quelle: WAZ / LOKALES / BOCHUM

Nikolausschießen 
 
Zum Nikolausschießen hatte der Schützenkönig der 3. Kompanie der Bochumer Maiabendgesellschaft, Heinz II., auf den Schießstand im Lottental eingeladen. Den Wanderpokal holte sich bei den Herren Peter Beckmann vor Dieter Jocher und Günter Radloff. Bei den Damen gewann Karin Schläger vor Birgit Radloff und Cornelia Hagenböhmer.
 
Quelle: WAZ Bochum 20.12.2007 / Lokales

Stefan Vahldieck bleibt Junggesellenhauptmann.

 

Volker Protzel, Vorsitzender der Maiabendgesellschaft.

Ohne Querelen ging am Mittwochabend die Jahreshauptversammlung der Bochumer Maiabendgesellschaft über die Bühne. Personalentscheidungen standen nicht an, der Jahresbericht des Vorsitzenden Volker Protzel wurde mehrheitlich angenommen.

U.a. gab Protzel einen Rückblick auf das Schützenbiwak und den Dämmerschoppen des 619. Maiabendfestes im April. Letzterer setzte mit dem Höhenfeuerwerk einen festlichen Akzent, Ersteres wird es wohl nicht mehr geben. "Mit der Auflösung der Werbegemeinschaft City Ring entfällt auch der Kostenträger für unser Biwak, so dass wir schweren Herzens im nächsten Jahr darauf verzichten müssen", so der Vorsitzende.

Drei Entscheidungen, die das 620. Maiabendfest wurden bekannt gegeben:

1.) Junggesellenhauptmann Stefan Vahldieck und sein Adjutant Jean-Pascal Lohof werden 2008 den blau-weißen Tross zum zweiten Mal nach Harpen (und zurück) führen. Der Ausmarsch erfolgt am Samstag, 26. April. Thorsten Horn wird wieder als Engelbert mit von der Partie sein.

2.) Die Eiche geht 2008 an die Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR).

3.) Es wird, nach dem Ausfall in diesem Jahr, 2008 wieder einen Maiabend-Festball zum Abschluss der blau-weißen Aktivitäten geben. Der Ball steigt am 30. April in der Stadtpark-Gastronomie.

Einmal mehr diskutiert wurde die grundsätzliche Einbettung des Maiabendfestes in den Bochumer Jahreslauf, sprich: die Weiterentwicklung der Traditionsveranstaltung zu einem Stadtfest mit einem attraktiven innerstädtischen Beiprogramm. "Das aber ist eine Aufgabe der Stadt bzw. von BO-Marketing", gab Protzel zu bedenken. Der Verein sei finanziell und personell nicht in der Lage, die Modernisierung allein voranzutreiben. Derzeit fänden Gespräche zu dieser Frage statt. Viel Hoffnung auf Besserung hat Protzel aber nicht: "Ergebnisse oder Konzepte für 2008 sind nicht zu erwarten."
 
Quelle: WAZ LOKALES / BOCHUM
Ein Bericht von Jürgen Boebers-Süßmann