Beiträge

Presseberichte 2010

 

 

 

Bochum. Nach der Eichpflanzung war das Maibendfest in der Vergangenheit stets mehr oder weniger vorbei. In diesem Jahr nicht. Vielmehr wurde am Samstag auf dem Boulevard bei schönsten Frühlingswetter noch lange weiter gefeiert.

 

 

Tausende waren es, die sich bis in den späten Samstagabend zwischen den Biertischen, Buden und Handwerksständen drängten. Um 20 Uhr, als die geile Robbie-Williams-Coverband „Supreme“ loslegte, herrschte beim Maiabendfest auf einmal Party-Stimmung wie bei einem Open-Air-Festival. „Hey, die Maischützen können ja plötzlich rocken!“, meinte ein Besucher, sichtlich überrascht. Das sprühende Hohenfeuerwerk um 22 Uhr, das mit viel Applaus bedacht wurde, war das Tüpfelchen auf dem i.

 

Ein Wagnis

 

Auch die Oberbürgermeisterin staunte, fand das „neue“ Maiabendfest richtig gut: „Hier haben Bochumer für Bochumer ein Fest auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen kann!“, meinte Ottilie Scholz begeistert.

Tatsächlich hätte kein Mensch ernsthaft geglaubt, dass das „neue“ Maiabendfest auf Anhieb solch’ einen Erfolg zeitigen würde. Bekanntlich wurde nach langem Hin- und Her und dem zum Teil harschen Protesten aus dem BSV Harpen das Hauptaugenmerk vom morgendlichen „Ausmarsch nach Harpen“ auf den „Einmarsch nach Bochum“ am Nachmittag verschoben – ein Wagnis für die Maiabendgesellschaft und für den Veranstalter, die Agentur Life Event.

 

Fest in Bochum angekommen?

 

Offenbar hat es sich gelohnt: Der Boulevard war auch wegen des Mittelalter- und Handwerkermarktes den ganzen Samstag über so voll wie lange nicht, noch spätabends amüsierten sich Tausende bei Musik, Pils und Feuerwerk. Ist das Maiabendfest also in Bochum angekommen? Abwarten.

Selbst wer voraussetzt, dass der Wettergott die Neuerungen klasse fand (das blau-weiße Wetter kam ja wie bestellt, wie wohl wäre ein verregnetes Fest ‘rübergekommen?), so bleibt viel zu tun. In erster Linie muss es gelingen, den „Bochumer Norden“ zu integrieren. Dass Harpen und Gerthe schmollen (wollen), während in Bochum gefeiert wird, mag nicht das Problem der Maiabendgesellschaft sein. Aber der Idee eines „Stadtfestes für alle“ widerspricht es.

 

Mut der Verantwortlichen

 

Auch der der veränderten Struktur geschuldete, kläglich bestückte Rückmarsch bis zum Kirmesplatz sollte dringend überdacht werden. Konzeptionelle Kleinigkeiten (noch mehr Fahnen, noch mehr Bänke?) dürften rascher abzuklären sein.

Unterm Strich bleibt, dass der Mut der Verantwortlichen belohnt wurde, dass der Relaunch gelungen ist. Die Begeisterung war groß, und das zu Recht. Im nächsten Jahr muss sich erweisen, ob das veränderte Konzept nachhaltig trägt.

 

WAZ Bochum, 25.04.2010, Jürgen Boebers-Süßmann

 

 

 

Bochum. Das Maiabendfest geht neue Wege. Und das im Wortsinn. Denn bei der 622. Auflage am Wochenende liegt das Hauptaugenmerk nicht mehr, wie bislang, auf dem vormittäglichen Ausmasch nach Harpen, sondern auf dem Einmarsch nach Bochum am Nachmittag.

 

 

Der Neuanfang dürfte nicht einfach werden, aber er war wohl notwendig. „Die Abläufe in den letzten Jahren waren nicht gerade optimal“, so der Vorsitzende der Maiabendgesellschaft Karl-Heinz Böke. Vor allem, die „leere“ Innenstadt nach der Eichpflanzung am späteren Nachmittag war nicht dazu angetan, blau-weiße Feststimmung in Bochum aufkommen zu lassen.

 

„Herzenssache Bochum“

 

Nun soll sie sogar zur „Herzenssache Bochum“ werden. Dieses Motto möchte die Maiabendgesellschaft fortan transportieren – was man auf den neu gestalteten Plakaten, die sich modern und jugendliche statt starr und traditionsbehaftet präsentieren – auch sehen kann. „Wir wollen den Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne schaffen“, so Böke. Man habe das Fest entstauben wollen, ohne den überlieferten Anspruch über Bord zu werfen.

 

Große Bühne am Kuhhirten

 

Und heute, 22. April, geht’s los. Der Boulevard verwandelt sich ab nachmittags bis Sonntag in eine blau-weiße Mai-abend-Party-Zone. Es wird ein mittelalterlicher Handwerkermarkt aufgebaut, dazu kommen Stände etwa der Mittelalter-Gruppe 1388 aber auch Info-Posten, die über die Stadtgeschichte informieren. Am Kuhhirten wird eine Bühne aufgebaut, auf der Musik und Comedy geboten wird. Imbissbuden und Getränke-Insel dürfen natürlich nicht fehlen. Der Boulevard wird mit Fahnen und Licht-Illuminationen geschmückt - und für die Busse gesperrt, nicht durchgehend, aber stundenweise. „Wir müssen leider draußen bleiben!“ heißt es für den ÖPNV auf der Bongard- und Massenbergstraße am Donnerstag, 22. April, und Freitag, 23. April, jeweils von 17 bis ca. 23 Uhr, sowie am Sonntag, 25. April, von 12 bis ca. 18 Uhr. In dieser Zeit müssen die Busse der Linien 336, 345 und 368 Umleitungen fahren. Diese werden ausgeschildert (Auch am Samstag gibt es Einschränkungen im Bus-Verkehr, da der Boulevard am 24. April von 9 bis 23 Uhr komplett für den Verkehr gesperrt wird.

 

Junggesellenhauptmann stellt sich vor

 

Programmbeginn ist heute, 22. April, ab 17.30 Uhr mit dem Westfälischen Brauchtumsabend, wobei der Junggesellenhauptmann Jean-Pascal Lohof und sein Adjutant Felix Biesenkamp der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ab 18.30 Uhr gibt’s eine Vorstellung mit Waltraud Ehlert, der schnabbeligen Putzfrau (alias Esther Münch). Um 18.45 Uhr musiziert das Musikcorps Blau-Weiß Bochum, bis 22 Uhr gibt’s Musike auf der Bühne.

Am Freitag, 23. April, öffenen bereits um 9 Uhr die historischen Stände auf dem Boulevard, nachmittags gibt es Musikvorstellungen auf der Bühne. Nach dem ökumenischen Gottesdienst um 19.30 Uhr in der Propstei spielt die Bergmannskapelle um 20 Uhr ein Platzkonzert, danach folgt ein Festumzug durch die Innenstadt. Um 21 Uhr wird auf der Bühne am Kuhhirten der Große Zapfenstreich geblasen.

 

WAZ Bochum, 21.04.2010, Jürgen Boebers-Süßmann

 

 

 

 

Bochum . Zum Bochumer Maiabend 2010 präsentiert sich der Boulevard als mittelalterliches Dorf, mit Gauklern, Handwerkern und fahrendem Volk. Doch Achtung: Rittersleut’ gehen ebenfalls umher, und ihre Schwerter sind scharf!

 

 

Der Schmiedehammer klirrt schwer auf dem Amboss, eine Handsäge ratscht durchs Gebälk, die Luft schmeckt nach Rauch und nach frisch gebackenem Brot - keine Frage: Das „neue“ Maiabendfest kann man mit allen Sinnen erleben. Das konnte man stimmungsvoll schon am Donnerstagabend 22. April erfahren, als das 622. Maiabenfest hervorragend startete.

 

Schon vor dem „Anpfiff“ um 18 Uhr war die Stadt gut gefüllt, was eindeutig dem besagten Mittelaltertreiben geschuldet war. Neugierige Blicke, allerhand kleine Sensationen: der wuchtige Schwertkampf einer Ritterschar vor Fiege’s Stammhaus, das Mini-„Riesen“-Rad aus Holz mit Handantrieb, das Modell des Dorfes Bochum im 14. Jahrhundert, das die Gruppe „1388“ präsentierte, und vieles mehr. Auf der Bühne klamaukte Esther Münch, dann spielte die Top-Coverband „Push Up“ die Hits der Pop- und Rockhistorie ‘rauf und ‘runter.

 

Rockmusik auf der Bühne

 

Kein Wunder, dass es an den Imbiss- und Getränkeständen den Abend über munter zu ging. Nach 22 Uhr war der Auftakt des „neuen“ Maiabendfestes beendet, und die Macher waren es zufrieden. Die Aufforderung von Bürgermeistern Gaby Schäfer in ihrer Begrüßung, dem umgestalteten Fest eine „faire Chance“ zu geben, wurde nachgekommen. Unterhaltung und Abwechslung, aber auch klassisches Volksfesttreiben bei Gulaschsuppe und Fiege Pils machten den Brauchtumsabend zu einem ersten Erfolg. „Sieht ganz so aus, als würden wir mit unserem Konzept richtig liegen“, meinte der Vorsitzende der Maiabendgesellschaft, Karl-Heinz Böke.

 

Geschichte lebendig gemacht

 

Der Trend hielt am Freitag 23. April an. Vormittags hatten die Maiabendgesellschaft den Besuch zahlreicher Schulklassen organisiert, die sich nicht nur übers Maiabendfest, sondern auch über die Geschichte Bochums und das Mittelalter insgesamt informieren konnten. Auch viele Passanten ließen sich locken, füllten den Boulevard bei schönstem Frühlingswetter mit Leben.

 

WAZ Bochum, 23.04.2010, Jürgen Boebers-Süßmann

 

 

 

Bochum. Das 622. Maiabendfest, das am Samstag bei Kaiserwetter über die Bühne ging, wird man auf Jahre in Erinnerung behalten. Noch nie war die Stadt so voll, als die Maischützen zurückkehrten. Überschwänglich feiert Bochum sein Heimatfest!

 

 

40.000 (!) sollen es gewesen sein, die am späten Nachmittag vom Kirmesplatz bis zum Boulevard die aus Harpen heimkehrenden Maischützen und ihren Tross begrüßten. Der Boulevard war proppenvoll, die Leute standen in Zwei- und Dreierreihen, um den bunten Lindwurm aus rund 75 Vereinen, Verbänden, Organisationen und Parteien zuzusehen, wie er an der Festbühne am Kuhhirten vorbei flanierte. Die allermeisten von ihnen hatten sich schon Stunden zuvor in der Innenstadt aufgehalten, um beim Besuch des Mittelalterlichen Marktes, beim Shopping oder einfach in den Gaststätten oder an den Getränke- und Imbissbuden zu entspannen. Da kam der Einzug der Maischützen mit dem Junggesellenhauptmann hoch zu Ross vorweg als Spektakel gerade recht.

 

Keine Abnahme der Parade

 

Naturgemäß war der Ausmarsch nach Harpen, der ab 10.15 Uhr vom Rathausplatz aus erfolgte, nicht so gut bestückt wie in den Vorjahren. Bekanntlich solle beim 622. Ausgabe des Maiabendfestes das Hauptaugenmerk vom morgendlichen Ausmarsch auf den nachmittäglichen Einmarsch gerichtet werden. So kam es, dass am Vormittag lediglich die Maiabengesellschaft mit ihren Kompanien, Musikanten und Gruppen nach Harpen zog - nur begleitet von den „Zwergen“ der Christ König Gemeinde, die „ihren“ Hauptmann Jean-Pascal Lohof, der aus Altenbochum stammt, begleiteten.

In Harpen gab es keine pompöse Abnahme der Parade an der Ortsgrenze, wie sonst, vielmehr ging der blau-weiße Zug, dem sich auf Harpener Gebiet die Gruppen und Vereine des Bochumer Nordens anschlossen, geradeaus durch bis zum Bockholt. Harpen war blau-weiß geschmückt, die Straßenränder von feiernden Menschen belebt - man konnte optisch kaum einen Unterschied zu den Vorjahren ausmachen.

 

Die „Rache der Harpener“

 

Dass aber nicht alles Gold ist, stellte sich bei der Ansprache von „Hansi“ Albert, dem Vorsitzenden des BSV Harpen heraus. Er betonte, dass „der Bochumer Norden in den Vorjahren auch sehr viel für das Maiabendfest bewegt“ habe, und dass man (= die Maischützen) die nun gewählte Art des Ausmarsches „nochmals überdenken sollten“. Die, so Albert, „Rache der Harpener“ bestand darin, dass der Maiabendvorstand diesmal nicht mit den obligatorischen Efeukränzen geehrt wurde. Und dass der Junggesellenhauptmann förmlich um die Eiche kämpfen musste - sie war im Boden festgekettet, und ließ sich erst nach geschlagenen 5 Minuten harter Spatenarbeit aus der Harpener Erde ziehen. Auch der Empfang im Festzelt war eher distanziert. Es gab einen Schlag Erbsensuppe, aber kein gemeinsames Mittagessen wie sonst, die BO-Maus-Bande führte ihr Musical auf - und schon ging’s um 14 Uhr zurück nach Bochum. Die Harpener und die anderen Nord-Vereine blieben im Bockholt.

 

Eiche geht an die Fa. Heintzmann

 

Der Kirmesplatz an der Castroper Straße wurde dann eine gute Stunde später zum Sammelplatz für die zahllosen Gruppen, die die rückkehrenden Maischützen auf ihrem Weg nach Bochum begleiten wollten. Der erstmals durchgeführte Aufmarsch und der Umzug vom Kirmesplatz klappten reibungslos. Um 16.30 Uhr war die fröhlich-festliche Parade vor der Kuhhirten-Bühne (sprach-witzig moderiert von Esther Münch und Bernd Lohof) abgenommen, dann erfolgte die Eichpflanzung, wobei der Maibaum in diesem Jahr an die Bochumer Traditionsfirma Heintzmann ging.

 

 

„Erwartungen erfüllt“

 

Danach sollte auf dem Boulevard bei schönsten Frühlingswetter noch lange weiter gefeiert werden, mit Musik und Unterhaltung und einem Feuerwerk am Ende des langen Tages. „Ich habe in all den Jahrzehnten die Stadt nicht so voll gesehen bei unserer Rückkehr“, meinte der Vorsitzende der Maiabendgesellschaft Karl-Heinz Böke gerührt. Und auch die Oberbürgermeisterin fand das „neue“ Maiabendfest richtig gut: „Bochumer haben hier für Bochumer ein Fest auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen kann. Die Erwartungen sind alle erfüllt worden“, meinte Ottilie Scholz.

 

WAZ Bochum, 24.04.2010, Jürgen Boebers-Süßmann

 

 

Fröndenberg. Mit acht Bussen reisen die Delegationen der Bochumer Maiabendgesellschaft am Sonntag, 18. April, in Fröndenberg an. Eine Eskorte der örtlichen Polizei wird die Gäste um 11.15 Uhr am Windpark in Fröndenberg-Ostbüren in Empfang nehmen und zum Harthaer Platz begleiten.

Hier werden die Bochumer Schützen durch die Vertreter der heimischen Schützenvereine, des Bürgerschützenvereins Fröndenberg, dem Schützenbund, Schützenverein „Adler Hohenheide” und Schützenverein „Ruhrtal Warmen” empfangen.

Gemeinsam werden alle um 11.45 Uhr in einem Festzug begleitet durch sechs Musikzüge aus Bochum und Fröndenberg über die Alleestraße zur Treppe vor das Stiftsgebäude ziehen. Um 12.30 Uhr beginnt der Festakt mit Kranzniederlegung am Grabe des Grafen Engelbert III. von der Mark in der Stiftskirche. Zum gemeinsamen Mittagessen und gemütlichen Umtrunk treffen sich alle Beteiligten ab 13 Uhr in der Schützenhalle „Ruhrtal Warmen”.

Dass Fröndenberg Schauplatz des Festauftakts ist, liegt daran, dass Graf Engelbert III. von der Mark in der Stiftskirche begraben ist. Im Mittelalter gehörte Bochum zur Grafschaft Mark, in der von 1347 bis 1391 Graf Engelbert III. regierte. Wegen eines Spottgedichtes sagte er der damals freien Reichsstadt Dortmund 1388 die Fehde an. In diesem kriegerischen Streit leisteten die Bochumer Junggesellen dem Grafen tatkräftige Hilfe. Aus Dankbarkeit machte Graf Engelbert, der zeitweilig auf der Burg Blankenstein wohnte, den Bochumer Junggesellen 1388 eine Stiftung. Sie erhielten das Recht, alljährlich am Vorabend des 1. Mai aus den gräflichen Waldungen im Bockholt (jetzt Stadtteil Bochum-Harpen) einen ausgewachsenen Eichbaum abzuholzen. Dieser musste vor Sonnenuntergang auf den Schultern der Junggesellen durch die Beckporte nach Bochum gebracht werden.

Daran erinnert das Maiabendfest, das in diesem Jahr zum 622. Mal begangen wird. Ganz Bochum nimmt an den Feierlichkeiten teil.

 

WAZ Fröndenberg, 14.04.2010, Birgit Helmers