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Presseberichte 2005

Die Eiche kommt von BP

 

Bochum - Die Deutsche BP wird die Eiche für das traditionelle Bochumer Maiabendfest 2006 spenden. Dies wurde auf der gestrigen Jahresversammlung der Bochumer Maiabendgesellschaft bekannt gegeben. Im kommenden Jahr - traditionell am letzten April-Wochenende - wird das Fest bereits zum 618. Mal gefeiert. "Das kommende Jahr bedeutet für uns als Unternehmen gleichsam Tradition und Neuanfang, denn wir werden im Frühjahr unseren Neubau an der Wittener Straße beziehen können. So fühlen wir uns dem Standort Bochum weiter fest verbunden und wollen dies auch symbolisch durch die Eiche ausdrücken. Sie wird an prominenter Stelle in der Bochumer Innenstadt gepflanzt werden", so Dr. Uwe Franke, Vorstandsvorsitzender der deutschen BP.

Hilfsaktion

Auch die Bochumer Maiabendgesellschaft begrüßt das Engagement der deutschen BP. "Wir freuen uns, die Deutsche BP, die mit ihrer Marke Aral auf eine über hundertjährige Geschichte am Standort Bochum zurückblicken kann, für das Maiabendfest gewonnen zu haben", so Karl-Heinz Böke, Vorstandsmitglied der Bochumer Maiabendgesellschaft anlässlich des Jahrestreffens.

"So wie dieses Fest seinen Ursprung in einer nachbarschaftlichen Hilfsaktion der Bewohner Bochums hatte, so engagieren wir uns gesellschaftlich und zeigen dadurch unser Verantwortungsgefühl. Daher passt auch die Symbolik einer der ältesten Traditionen in Deutschland zu unserer Firmenphilosophie", erklärt Dr. Franke. Bereits Anfang Oktober hatten BP Mitarbeiter in ihrer Freizeit ein Heim für Wohnungslose in Bochum renoviert. Diese Aktion war Teil eines bisher in Deutschland einzigartigen Projektes der BP zum gesellschaftlichen Engagement.

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)

 
...und die Sonne lacht dazu

Bochum - Bereits beim Aufbruch am Vormittag strahlte die Sonne " und blieb den wackeren Maischützen auf ihrem Weg nach Harpen treu.

Am Samstag galt es ein weiteres Mal, das Legat des Grafen Engelbert zu erfüllen und so zog der imposante, 3000 Menschen umfassende Zug ins Bockholt, eine junge Eiche zu holen. Unterstützt wurden der neue Junggesellenhauptmann Klaus Liermann und sein Adjutant Christoph Günther nicht nur von ihren vier Kompanien und dem Rest der Maiabendgesellschaft. Auch zahlreiche Vereine aus Bochum und Delegationen anderer Städte marschierten an des Hauptmanns Seite. Klar, dass die Nordhausener mit ihrem neuen König Roland und der "ollen Hexe" nicht fehlen durften.

50000 jubelten

Motivation für den Tross lieferte nicht nur die Vorfreude auf die Harpener Eiche " Jubelrufe aus 50000 Kehlen spornten den Trupp zusätzlich an. An der Beckporte, auf dem Hang vorm Planetarium, in Garagen, an Fenstern oder einfach nur am Straßenrand standen die Freunde des Bochumer Brauchtums.

Motivation, die dem Grafen Engelbert " alias Thorsten Horn " wahrscheinlich recht war, trug dieser doch 26 Kilo zusätzliches Gepäck in Form eines Kettenhemdes am Leibe. Kein Wunder, dass im Bockholt schnell ein neuer Name für den wackeren Grafen gefunden ward: Ab sofort ist "Thorsten der Unkaputtbare" auch bekannt als "Hornus Maximus".

Im Bockholt angekommen, verlangte der Junggesellenhauptmann Einlass ins Reich von Sonnenkönig Hans Heinrich Albers, genannt Schürenhöfer, welcher an diesem Tag eine steile Karriere machte. Das ungewohnt gute Wetter wurde Albers sogleich angerechnet. Man war sich einig: Er müsse der Sonnenkaiser sein. Neben dem frisch befördertem Kaiser kamen auch die anderen zu Ehren, wie Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz. "Zum ersten mal steht sie im Harpener Bockholt", freute sich Liermann, ward aber zur Richtigstellung gezwungen: "Zum ersten mal auf der Bühne! Ich bitte um Entschuldigung." Denn die OB ließ sich den Hinweis nicht nehmen, schon mehrfach mitmarschiert zu sein.

"Frau Ottilie"

Ob diese Marschbereitschaft der Grund für König Rolands Lob war" "Ich möchte ihnen nur sagen, machen sie weiter, Frau Ottilie", sächselte Roland, geflissentlich über den Nachnamen hinwegsehend, aber was zählt der auch bei solchen Avancen: Eine solche "Lebenslust", schwärmte der Nordhausener Monarch, habe er noch bei keiner Oberbürgermeisterin erlebt.

Und so ging´s, nach vielen Komplimenten, wenig "Zicken" der Harpener (das gute Wetter stimmte wohl freundlicher), handgeflochtenen Efeukränzen und Küsschen für die Gäste, bis zum Augenblick der Wahrheit: Die Eiche durfte ausgegraben werden.

Wurzeln ohne Ketten

Dieses Jahr " o Harpener Hinterlist " ohne Knochen und Ketten im Wurzelwerk, war die Arbeit schnell verrichtet. Auch diesmal gab`s aber die fällige Überraschung beim Buddeln: Es fand sich ein Holzkoffer, darin ein Schlüssel zu einer geheimen Kammer der Burg Blankenstein, die " wie es der "bekannte Heimatforscher Wilhelmus Polo" berichtet " die holde Weiblichkeit der Burg beherbergt. Die Junggesellen waren begeistert.

Nach diesem vollen Erfolg ging es dann zwar auf den Heimweg, allerdings mit deutlich weniger Unterstützung. Es hatte den meisten wohl im sonnigen Harpen, Heimat der besten Erbsensuppe weit und breit, viel zu gut gefallen. Und dennoch: Auch Klaus Liermann sah bei der Durchquerung der Beckporte die Sonne hoch am Himmel stehen. Sunne, Sunne! Es war getan, zum 617. Mal. - Sebastian Ritscher

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)

Begehrt und engagiert

 

BOCHUM - Die Mitglieder des Junggesellen-Offiziers-Corps (J.O.C.) der Maiabendgesellschaft sind ideale Heiratskandidaten. Sie sind unter 40 Jahren, garantiert unverheiratet, gebildet und können sich selbst versorgen. Das müssen sie in einer Prüfung beweisen.

Alles begann 1388, als Graf Engelbert Dortmund eine Fehde ansagte " Revanche für das Spottgedicht gegen ihn. Die Dortmunder wiederum klauten ihm eine wertvolle Herde Vieh in Harpen. Einige Junggesellen meldeten das sofort dem Grafen, aber dessen Soldaten kämpften gegen Dortmund. Also machten sich die Bochumer Junggesellen selbst auf den Weg und eroberten das wertvolle Vieh zurück. Aus Dankbarkeit erlaubte der Graf den Junggesellen jedes Jahr zum Maiabend eine Eiche aus den Waldungen im Bockholt, das heutige Harpen, abzuholzen. Vor Sonnenuntergang musste diese durch die Beckpforte nach Bochum gebracht werden. Dort wurde sie dann versteigert und mit dem Geld die Feier finanziert.

Die Herkunft des Brauches, jährlich eine Junggeselleneiche aufzustellen, kann Thorsten Horn vermutlich auch im Schlaf. Fünf Jahre in Folge ist er zum Junggesellen-Hauptmann gewählt worden. Jetzt verkörpert er den Grafen Engelbert. Hauptmann ist in diesem Jahr Klaus Liermann.

Tradition in den Familien

Die beiden 26 und 29 Jahre alten, natürlich unverheirateten Männer verbinden viel mit der Tradition. "Wir sind da schon hineingeboren worden", so Liermann, "mein Vater war in den sechziger Jahren selbst Junggesellenhauptmann".

Das J.O.C. ist eine Untergruppierung der Maiabendgesellschaft. Dazu gehören der Hauptmann, der Adjudant, der Ehrendamenoffizier, Graf Engelbert und die Fähnriche. Deren Zahl ist allerdings nicht festgelegt. In diesem Jahr sind es zwei.

Um in das Corps aufgenommen zu werden, muss man einige Voraussetzungen erfüllen und eine Prüfung ablegen. Vier Monate lang gibt der Oberausbilder dafür eine Art Unterricht. Dabei steht die Bochumer Geschichte ebenso auf dem Plan, wie praktische Dinge: Hemden bügeln, Schuhe putzen, stopfen und korrekte Kleidung.

Ideale Heiratskandidaten also . "Ja, unsere Junggesellen sind heiß begehrt", lacht Klaus Liermann. Bis zum 40. Lebensjahr dürfen die unverheirateten Männer im J.O.C. bleiben. Danach gehen sie als Altgediente in die Kompanie zurück.

Nachwuchs zu rekrutieren, wird für das Corps zunehmend schwierig. Meist sind es Junggesellen wie Klaus Liermann und Thorsten Horn, die aus Familien der Maiabendgesellschaft stammen. Dass junge Männer die Vereinigung über das Internet finden, kam in diesem Jahr erst einmal vor. "Wir wollen schon die Jüngsten für uns interessieren", meint Thorsten Horn, "Ideen haben wir genug".

Den nötigen Einfluss hat die Vereinigung. Schließlich pflegt sie die älteste Tradition dieser Art in Deutschland und den Kontakt zu vielen anderen Vereinen. Beim Ausmarsch nach Harpen sind 95 Vereine und Gruppierungen dabei mit rund 3500 Mitmarschierenden.

Attraktiver und größer

Aber das I.O.C. will mehr als nur den Aufmarsch der Gruppen. "Das Fest soll attraktiver und größer werden", sagt Liermann, "ein Fest für die ganze Familie". So könnte auf dem Dr.-Ruer-Platz drei Tage lang eine mittelalterliche Kulisse aufgebaut werden mit unterschiedlichsten Attraktionen. Sie sind entschlossen etwas zu ändern, denken an die Bilder vergangener Zeiten, als die Stadt überall blau-weiß geschmückt war. "Es ist das älteste überlieferte Junggesellenfest im Revier", meint Thorsten Horn, "und hat immerhin mehrere Kriege überstanden". - Vicki Marschall

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)

Stadtwerke verewigen sich in "Eichenallee"

 

Bochum - Volker Protzel, Präsident der Maiabendgesellschaft, ist ein Hüter der Tradition. Bei der Eichbaumpflanzung bereicherte er diese um ein kleines Döneken: Die Harpener Eiche habe früher deswegen vor Sonnenuntergang in Bochum sein müssen, weil die Stadtwerke abends die Gaslampen abgedreht und die Maikerls dann den Birkenmeier aus den Augen verloren hätten.

Es sei mal dahingestellt, ob sich das jemals wird beweisen lassen. Fakt ist dagegen der 150. Geburtstag der Stadtwerke (am 13. April 1855 gründete sich die Vorgängergesellschaft), ein hervorragender Anlass, um die Eiche des 617. Bochumer Maiabendfestes zu stiften.

"Froh und stolz" sei er, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Wilmert bei der Übergabe, dass die Stadtwerke auf diese Weise den "ältesten Bürgerverein Deutschlands" unterstützen dürften. Und das gleich mit einer Premiere: Zum ersten Mal wurde der Baum noch am Tag des Auszugs in der demnächst wohl in "Eichenallee" umzubenennenden Grabenstraße gepflanzt. - PvD

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)

 

Biwak trotzte kühlem Wetter (WAZ)

 Junggesellen-Hauptmann Klaus Liermann jun. vorgestellt

Von Jürgen Boebers-Süßmann

Na mal ehrlich: Ein paar Zuschauer mehr hätten es bei der Vorstellung des Junggesellen-Hauptmannes am Samstag schon sein dürfen. Die Maischützen mit ihren Abteilungen und Kompanien stellten zweifellos die größte Gruppe unter den Schaulustigen auf dem Dr.-Ruer-Platz.
Aber es war ja auch ein kalter Frühlingsmorgen, dieser Samstagmorgen. So mancher Musikant fröstelte im dünnen Jacket, die Passanten huschten mit hoch geschlagenen Kragen vorbei, die Kinder drumherum hielten sich mit Würstchen vom Grill warm.
 Die Vorstellung des Junggesellen-Hauptmannes ist an sich unspektakulär, und doch ist es für jede/n Bochumer/in immer wieder etwas Spezielles, wenn der Mann in der weißen Hose hoch zu Ross heran geritten kommt; ist er doch das lebendige Sinnbild einer über 600 Jahre lebendig gebliebenen Tradition. In diesem Jahr steht Klaus Liermann jun., Spross einer durch und durch blau-weiß gewirkten Bochumer Familie, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der 29-Jährige tritt mit seinem Amt auch das Erbe seines Vaters Klaus Liermann an, der über Jahrzehnte die Seele der Maiabendgesellschaft war und einige Tage vor dem 615.Maiabendfest 2003 kurz vor seinem 70. überraschend starb.

Klaus Liermann jun. kann sich in diesem Jahr auf sieben besonders charmante Ehrendamen und auf ein eingespieltes Team verlassen, so auf seinen Vorgänger im Amte, Thorsten Horn, der fünfmal die blau-weiße Bagage als Hauptmann nach Harpen führte, und in diesem Jahr als "Graf Engelbert" ins gelb-rote Kostüm schlüpft. Graf Thorsten las denn auch den feierlichen Spruch vor, mit dem der echte Graf anno 1388 das Maiabendfest den Bochumer Jungen gespendet hatte. Der
Hauptmann von heute bedankte sich mit seiner Truppe mit einem dreimal kräftigen "Blau-Weiß!" für die damit für alle Ohren einmal mehr ausgesprochene Erlaubnis, den jungen Eichbaum aus dem Bockholt heimholen zu dürfen.
Eine Premiere war die Hauptmannsvorstellung für Ottilie Scholz, die erstmals als erste Bürgerin dieser Stadt mit den blau-weißen Honoratioren auf der Bühne stand. Sie erinnerte an die Tradition des einmaligen Heimatfestes, die nicht verloren gehen dürfe, und machte den Maikerls und Maimädels Hoffnung auf
das nächste Jahr: "Dann ist der Rathausplatz endlich fertig, und dann möchte ich Sie alle und noch viel mehr Bürgerinnen von dort nach Harpen verabschieden" - Hoffnungsfrohes Klatschen.
Noch mehr Applaus bekam Ottilie Scholz bei der Anprobe des extra für sie geschneiderten Schultertuchs. Um ihr die Verlegenheit der als "männlich" aufgefassten Schirmmütze beim Ausmarsch nächste Woche zu ersparen, hatte der Vorstand das mit Goldrand gewirkte Seidentuch in der hellblauen Farbe der Bochumer Maiabendgesellschaft in Auftrag gegeben.

Nach der Vorstellung gab's den Festumzug durch die Stadt, und obwohl der Wind zeitweilig kräftig um die Ecken pfiff, so war der Pfiff des Jungendliedes doch immer wieder gut zu vernehmen. Das auf fünf Standort in der Innenstadt verteilte Schützenbiwak lockte die Bochumer/innen bis Nachmittags bei Musik und guter Unterhaltung zum Schnack bei Bratwurst, Bier und Buletten.

 Von Jürgen Boebers-Süßmann WAZ