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Presseberichte 2008

Kritischer Punkt

Für turbulente Jahreshauptversammlungen war früher der FC Schalke 04 zuständig. Doch das, was am Mittwoch bei den Maischützen geboten wurde, war in dieser Hinsicht gleichfalls nicht von schlechten Eltern.

Und doch steckte hinter der hitzigen Debatte mehr als bloß Zoff unter Vereinsmeiern. Die Maiabendgesellschaft ist - wie das Maiabendfest - an einem kritischen Punkt angekommen. Weiter wie immer ? Behutsame Umgestaltung ? Oder totale Neuausrichtung ? Gesucht wird händeringend eine schlüssige Strategie, um das 620 Jahre alte Heimatfest zukunftsfest zu machen. Ideen gibt es viele. Aber es fehlt an Geld, an Rückhalt in der Stadt, auch an Sponsoren. Und es fehlt an Einigkeit in der Maiabendgesellschaft selbst – wie sonst wäre ein Antrag zu erklären, der allen Ernstes die Abschaffung des Ausmarsches fordert ?
 
Derart pointierte Einlassungen kann, wer mag, als „Weckruf" interpretieren. Als Aufforderung, einmal grundsätzlich über alles nachzudenken, ohne gleich alles zu verdammen. Die Forderung der „Bürger Gilde" mag manchem altgedienten Blau-Weißen als Verrat vorkommen. Aber eines steht auch fest: Das Bochumer Maiabendfest braucht dringend eine Blutauffrischung, sonst geht es in nicht allzuferner Zukunft ein wie eine Primel.


Quelle: WAZ 17.10.2008 / Lokales / von Jürgen Boebers-Süßmann

Turbulenter Abend (WAZ)

Auf ihrer Jahresversammlung diskutierte die Bochumer Maiabendgesellschaft am Mittwoch bis nach Mitternacht, wie es mit dem Maiabendfest weitergehen soll. Ein Antrag forderte gar die Abschaffung des Ausmarsches nach Harpen
 

Drei neue Vorstandsmitglieder gewählt, den Vorstand entlastet, den Kassenbericht genehmigt - das Fazit der Jahresverammlung der Bochumer Maiabendgesellschaft liest sich wie business as usual. Aber nix da! Die Bataillonsversammlung am Mittwochabend nahm nicht weniger als 4:15 Stunden in Anspruch. Und sie dürfte als eine der turbulentesten Zusammenkünfte aller Zeiten in die Geschichte der Blau-Weißen eingehen.

"Zweck der Maiabendgesellschaft ist die Ausrichtung des Maiabendfestes" - so steht es in der Satzung. Und genau darüber, über den Zustand und die Zukunft des Heimatfestes, lässt sich inzwischen trefflich streiten. Denn auch die Maiabendgesellschaft hat einsehen müssen, dass das Fest in der Öffentlichkeit nicht mehr den Stellenwert hat wie ehedem. Wie man die Erosion des Maiabendfestes stoppen und es wieder attraktiver machen könnte, darüber gehen seit Langem die Meinungen unter den Mitgliedern auseinander. Verkürzt gesagt, gibt es zwei Fraktionen: die eine will die Tradition wahren, die andere mit derselben radikal brechen. Das führte am Mittwoch zu dem völlig überraschenden Antrag der "Bochumer Bürger Gilde" (eine Gruppierung innerhalb der Maiabendgesellschaft), die nicht nur die Bestellung einer externen Marketing-Agentur forderte, um "die Wiederbelebung des Maiabendfestes nicht länger dem Zufall zu überlassen". Sondern die auch allen Ernstes die Abschaffung sowohl des Zapfenstreichs (weil militärisch und unzeitgemäß) als auch des Ausmarsches nach Harpen forderte - und damit zwei Pfeiler des Maiabendfestes zur Disposition stellte.

Entsprechend hoch stieg der Adrenalinspiegel bei den rund 100 Versammlungsteilnehmern. Zwar wurden besagte Anträge am Ende klar abgeschmettert, aber allein, dass öffentlich die Abschaffung des Ausmarsches gefordert wurde, das konnten viele Blau-Weiße nicht verknusen. "Wir sind dabei, den Ast abzusägen, auf dem wir selbst sitzen", hörte man am Rande.

Immerhin ist seit Mittwoch der geschäftsführende Vorstand wieder komplett. Gingen die Neuwahlen von Thomas Kuhn und Michael Schüren glatt über die Bühne, so wäre die vom Vorstandsvorsitzenden Volker Protzel favorisierte Wiederwahl des lang gedienten Vorständlers Karl-Heinz Böke fast an einer Kampfabstimmung gegen den von der 2. Kompanie als Gegenkandidaten präsentieren Willi Rüskamp gescheitert. Dazu kam es dann aber doch nicht, Böke wurde in geheimer Wahl mehrheitlich bestätigt, auch Sebastian Krüger bleibt im Amt.

Weit nach Mitternacht verließendie letzten Blau-Weißen den Saal. Auf dem Heimweg wurde noch lange diskutiert, wie es mit dem Maiabendfest weiter gehen soll.

So richtig wusste das keiner zu sagen.

Bochum, 16.10.2008, Von Jürgen Boebers-Süßmann

Kuhhirtenfest

Der „Kuhhirte", ein wahrhaftiges Bochumer Original, wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Grund genug auch für die Kaufleute auf dem Boulevard, am kommenden Samstag ein „Kuhhirtenfest" zu feiern.

Von 10 bis 18 Uhr kann man/frau sich rund um das Denkmal am Alten Markt in die ,,gute alte Zeit" zurückversezten lassen. Schmieden, Holzschnitzern und Schuhmachern kann bei der Arbeit zugesehen, die „Gruppe 1388" der Bochumer Maiabendgesellschaft lässt die Historie aufleben. Und der Stadtschreiber berichtet, wie Bochum vor der Industrialisierung aussah und wie man damals die Kirchturmhöhe der Propsteikirche berechnen konnte – ohne Taschenrechner und Winkelfunktionen.

Ab 11 Uhr gibt es im stündlichen Rhythmus historische Führungen durchs Gerberviertel, über den Boulevard, die Große Beck- und die Bleichstraße. Viele unterhaltsame und kulinarische Angebote runden den Tag ab.

Quelle: WAZ - 18.09.2008 / Lokales Bochum

Maischützen gedenken ihres Gründers


Fröndenberg. (rw) Es ist das älteste Volksfest im Ruhrgebiet: Seit 1388 wird in Bochum das Maiabendfest gefeiert. Und das ist jedes Jahr ein Anlass für die Mitglieder der Bochumer Maiabendgesellschaft, Fröndenberg zu besuchen. ...


 .. Denn dort liegt der Stifter des Festes begraben, Graf Engelbert II. von der Mark. In der Stiftskirche fand der mächtige und streitlustige Graf seine letzte Ruhestätte.
Der Anlass des Festes geht auf die große Dortmunder Fehde zurück, in der sich der Märker Graf mit der Freien Reichsstadt Dortmund anlegte. Dortmunder stahlen im Zuge der
Auseinandersetzung in Bochum eine Herde Rinder. Bochumer Junggesellen verfolgten die Räuber und konnten ihnen die Beute abnehmen. Als Dank erlaubte ihnen Engelbert II.,
jährlich in seinem Forst Bockholt eine Eiche zu schlagen und aus dem Erlös ein Fest zu feiern. Das ist nun 620 Jahre her.
Am Sonntag, 20. April, gut eine Woche vor dem eigentlichen Fest, besuchen die Maischützen Fröndenberg, um am Grabe ihres Patrons in der Stiftskirche einen Kranz
niederzulegen.
Rund 600 Maischützen werden in Fröndenberg erwartet und von den heimischen Schützenvereinen erwartet. Bürgermeister Egon Krause wird dabei auch Bochums Bürgermeisterin Gabriela Schäfer begrüßen. Gemeinsam werden sie dem Gottesdienst in der Stiftskirche beiwohnen, der von Pfarrer Achim Heckel gefeiert wird. Anschließend folgt die Kranzniederlegung.


Traditionsgemäß schließen sich ein gemeinsames Mittagessen und ein Umtrunk in der Schützenhalle Warmen an. Gegen 16 Uhr treten die Gäste dann die Heimreise an.

Quelle: Westfälische Rundschau Fröndenberg, 10.04.2008 

Ein Fest für den Kuhhirten


Zum 100. Geburtstag des Kuhhirten-Denkmals hatte die IG Boulevard am Samstag ein kleines Heimatfest rund um die Propsteikirche aufgezogen. Der Blick in die (Heimat)Geschichte stießen auf reges Interesse.

Auf einem wie herbei gezaubert wirkenden historischen Markt konnte man Holzschnitzern und Schuhmachern bei der Arbeit zusehen; die Herren der Gruppe 1388 der Bochumer Maiabendgesellschaft ließen in mittelalterlicher Gewandung die Bochumer Historie, so wie sie sich vor dem Industriezeitalter darstellte, aufleben. Das war kein trockener Geschichtsunterricht, sondern ein höchst lebendiges Vergnügen. "Die Leute sind sehr an Heimatgeschichte interessiert, wenn man sie populär vermittelt", zeigte sich Jürgen in der Beek, Sprecher der IG Boulevard, über den Zuspruch zufrieden. Tatächlich war die nostalgische Zeltstadt im Schatten der Propstei den ganzen Samstagvormittag dicht "belagert".

Auf regen Interesse stießen auch die Stadtführungen mit Heike Brauckhoff im Gewand einer Spinnerin, die ihren Gästen die Geschichte des Gerberviertels und der Propstei - Kernorte des alten Bochums - vermittelte. Beendet wurden die Rundgänge mit einem "Bochumer Tröpfchen" aus der Alten Apotheke.

Und auch auch die schicken Sammeltassen mit dem Kuhhirtenmotiv fanden regen Absatz. Kein Wunder: Schließlich wollen echte Bochumer/innen auch daheim auf "ihren" Kortebusch anstoßen.

Quelle: WAZ Bochum 21.09.2008, Von Jürgen Boebers-Süßmann