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Presseberichte 2003

Heimatbegriff ändert sich

 

"Mit Menschenrechten Europa vollenden". Das war das Motto des diesjährigen Tages der Heimat, der am Sonntag in der Aula der Verwaltungs- und Wirtschaftakademie vom Bund der Vertriebenen (BdV) feierlich begangen wurde.

Alles begann mit dem traditionellen Einmarsch der Garde. Anton Schmied, der 1. Vorsitzende des BdV, sprach die Begrüßungsworte und bezog sich auch auf den Patenschaftsvertrag zwischen Neidenburg und Bochum, der am vergangenen Wochenende seinen 50. Geburtstag feierte.

Dieser Vertrag habe nicht zuletzt deshalb so lange Zeit unbeschadet überstanden, weil der Rat ihn tatkräftig unterstützt hätte. Auch der Maiabendgesellschaft dankte er ausdrücklich für den "Schulterschluss" in all der Zeit. Anschließend entschuldigte er Bürgermeisterin Gabi Schäfer, die zwar anwesend war, aber krankheitsbedingt nicht zu den Versammelten sprechen konnte.

Die Festansprache hielt Günter Reichert, der Landesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft NRW. Er habe bei der Vorbereitung seiner Rede das "Heil in den neuen Informationstechnologien", gesucht. Ganze 1470 Treffer habe das Suchwort "Tag der Heimat" ergeben. Vieles über die Entstehung und Geschichte des Verbandes habe er gefunden, aber auch Widerstand.

Und er wunderte sich ein wenig, warum sich gegen die "große Friedensbewegung" der Heimatvertrieben Widerstand regen könne. Wies aber gleichzeitig auf die Möglichkeiten des Mediums für die Bewahrung der Geschichte und Tradition. Denn die Archive könnten "Anstoß für die Jüngeren sein, sich mit der Geschichte zu befassen", stellte er fest.

Denn mit den Generationenwechseln stelle sich unweigerlich auch eine Änderung des Heimatbegriffs ein. Er beschloss seine Ansprache mit den politischen Forderungen des Verbandes: "Politische Lösungen können nicht nur unter den Regierungen getroffen werden". Dies könne nur sinnvoll in Absprache mit allen Beteiligten geschehen. Weiter forderte er die totale Ächtung jeglicher Vertreibung. Hier sei auch der vermittelnde Einsatz der Heimatvertriebenen weltweit eine Aufgabe.

Und, so führte er weiter aus, wenn im kommenden Mai Polen und Tschechien der Europäischen Union beiträten, dann sei dies noch lange nicht gleichbedeutend damit, dass alle die gleichen Rechte hätten: "Hier ist noch viel Arbeit von Nöten."jost

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)

Schon als Kind ein "Blauweißer"

Schon als kleiner Junge winkte Volker Protzel den "Blauweißen" begeistert zu. Doch erst mit Mitte 20 fand er schließlich über Manfred Hannok zu der Bochumer Maiabendgesellschaft, deren Vorsitzender er seit sechs Jahren ist.

Zuvor hatte Protzel, der heute 50 Jahre alt wird, bereits 21 Jahre lang im Geschäftsführenden Vorstand für den Heimatverein und das größte Volksfest des Reviers gearbeitet. Die Erhaltung und Förderung der "praktizierten Geschichte der Heimatstadt" hat sich Protzel auf die Fahne geschrieben. "Wer weiß, wo er herkommt, weiß auch, wo er hin will", bringt der selbständige Marketingberater sein Lebensmotto auf eine Formel.

Doch neben der Wahrung der Tradition stünde der Spaß bei den Maischützen auch ganz oben. Und die Jugend, für die viel getan werde. "Nicht ohne Grund sind ein Drittel unserer fast 900 Mitglieder unter 18 Jahre alt," kennt Protzel keine Nachwuchssorgen. Er selbst hat eine Tochter - Alena (18). Wegen seiner Ehefrau Petra konnte er nie Junggesellenhauptmann werden: "Als ich zu den Maischützen kam, war ich schon verheiratet."

Als Vorsitzender hat er die Tradition wiederaufleben lassen, dass die Eichen einem verdienten Bürger oder einer alteingesessenen Firma gewidmet werden. In diesem Jahr war die 125 Jahre alte Fiege-Brauerei Nutznießerin. Auch seinen Geburtstag feiert er heute ganz im Sinne der Tradition: Auf der Burg Blankenstein - 1321 Ort der Verleihung der Bochumer Stadtrechte und 1388 Ort der Verleihung des Legats des Bochumer Maiabendfestes durch Graf Engelbert III. von der Mark.sara

Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)

Trauer um Liermann

Die Bochumer Maiabendgesellschaft trauert um ihren Ehrenvorsitzenden Klaus Liermann sen. Er starb letzte Woche kurz vor Vollendung seines 70. Lebensjahres. Liermann war schon 1952 als Schütze der 2. Kompanie erstmals nach Harpen gezogen, 1975 übernahm er das Amt des Vorsitzenden, das er 22 Jahre bekleidete, bevor er 1997 zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Auf seine Initiative entstand zum 600. Maiabendfest die erste wissenschaftlich fundierte Abhandlung über die Geschichte des Maiabendfestes, das sich darin als wichtiges Stück Bochumer Stadtgeschichte entpuppte. Liermann gelang es in seiner Amtszeit, das Maiabendfest stets neuen Strömungen anzupassen. Heute ist es ein gesamtstädtisches Fest mit überregionalem, sogar europäischem Charakter.

Für seine Verdienste um die Pflege des Brauchtums wurde er mit dem Ehrenring der Stadt Bochum ausgezeichnet. An seinen Namen erinnert auch die Junggeselleneiche von 1998.
 
Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)
Blau-Weiß fühlen und leben

"Das Maifest soll uns alle in seinen Bann ziehen und es ist unsere Aufgabe, blau-weiß nicht nur zu fühlen sondern auch zu leben" so Thorsten Horn, der nun schon zum vierten Mal infolge das Amt des Junggesellenhauptmanns inne hat. Auch in diesem Jahr wurde anläßlich des 615. Maiabendfestes das große Schützenbiwak in der Innenstadt gefeiert. Am "Alten Markt", unterhalb des Kuhhirten und der Propstei-Kirche wurde am Samstag die offizielle Junggesellenhauptmann-Vorstellung präsentiert. Neben zahlreichen Bürgern der Stadt waren die vielen Maikerls und Maimaids der verschiedenen Kompanien, Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber sowie Gäste und Freunde der Maiabendgesellschaft versammelt.

Bei blau-weißem Himmel und strahlendem Sonnenschein begrüßte der 1. Vorsitzende, Volker Protzel, das Publikum. "Das Maiabendfest ist ein lokales Fest der Bürger in blau-weißer Tradition, ein Fest der Identifikation mit der Heimatstadt", erklärte Protzel denen, die mit der Geschichte der Stadt nicht vertraut waren. Gleichzeitig stellte Protzel dem Publikum den alten und neuen Junggesellenhauptmann Thorsten Horn vor. Gemeinsam mit seinem Adjutanten Marc Nopens wird Horn auch in diesem Jahr wieder den Marsch nach Harpen führen, um dort den Eichbaum zu holen.

Gemeinsam mit den Passanten marschierten die Maischützen unter den Klängen des Spielmann- und Fanfarenzugs durch die Innenstadt zum Dr.-Ruer-Platz. Dort konnten sich die Bürger an den verschiedenen Ständen über das bevorstehende Maiabendfest und über eine Mitgliedschaft im Verein informieren.

Auch für das leibliche Wohl sorgten die Maimaids an den blau-weißen Ständen der Maiabendgesellschaft. cs
 
Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)

Ehrendamen vorgestellt

Bei der Ehrendameneinladung hat die Maiabendgesellschaft am Samstag die Ehrendamen des Junggesellencorps vorgestellt. Drei Damen sind es in diesem Jahr, und sie begrüßten die Junggesellen auf dem Gelände der Entsorgungsfirma Fischer an der Altenbochumer Straße mit einem selbstgemachten Buffet. "Die Ehrendamen betreuen die Junggesellen auf ihrem schweren Zug nach Harpen und sorgen für ihr leibliches Wohl", erläuterte Ehrendamenoffizier Christoph Günther vom Junggesellencorps die Aufgaben von Birgit Behnke, Anna Milke und Nicole Sauerland. Daher werden die drei während des Auszugs nach Harpen in einer Kutsche beim Junggesellencorps mitfahren.

"Die Ehrendamen gehören einfach dazu", sagt auch Junggesellenhauptmann Thorsten Horn. Entstanden sei ihre Aufgabe in der Zeit, als Bochum das Stadtrecht verliehen bekommen habe. Damals habe der erste Bürgermeister sieben Töchter gehabt, um die hätten sich die Junggesellen natürlich kümmern müssen. Seitdem seien die Ehrendamen ein Teil des Maiabendfestes - und eigentlich sollten es natürlich auch sieben sein. Aber leider habe man diese Zahl in diesem Jahr nicht zusammen bekommen können.

Die Ehrendameneinladung ist Teil der Vorbereitung auf das Maiabendfest. Thorsten Horn beschreibt ihren Sinn: "Die Damen sind während des Maiabendfestes Gäste der Junggesellen; mit der Einladung revanchieren sie sich schon im Vorfeld dafür". Entsprechend spendierten sie am Samstag den Junggesellen nicht nur das Buffet, sondern auch die Getränke.

Die Ehrendamen werden vom Junggesellencorps gefragt, ob sie diese Aufgabe übernehmen wollten, erzählt Birgit Behnke. Die Industriekauffrau war eine naheliegende Kandidatin, denn ihr Vater ist seit Jahren in der Maiabendgesellschaft aktiv. Und nachdem sie und die anderen Ehrendamen nun mit der Einladung ihre Pflicht erfüllt haben, kann das Maiabendfest jetzt kommen. cas
 
Quelle: Ruhr Nachrichten (Bochum)